Erstmals und endlich auf Vinyl erhältlich - das Solodebüt des Musikers und Produzenten Tobias Kuhn aka Monta aus dem Jahr 2004. Erscheint als weißes 180g Vinyl im Gatefold-Sleeve. "Wir unterteilen das Leben gerne in künstlich voneinander getrennte Kapitel, sprechen von "Neuerfindung" oder "zweiter Geburt", wenn jemand nun plötzlich etwas scheinbar ganz anderes macht als zuvor. Tatsächlich aber ist das Neue immer schon im Alten angelegt, die meisten Übergänge sind fließend. Nehmen wir zum Beispiel Tobias Kuhn: Natürlich ist Kuhn heute vor allem als einer der renommiertesten und besten deutschen Musikproduzenten bekannt. Kuhn hat mit Clueso, Udo Lindenberg und den Toten Hosen gearbeitet. Man kennt ihn als Produzenten und Co-Songwriter so unterschiedlicher Künstler wie Feine Sahne Fischfilet, Mark Forster, Alec Benjamin, Alice Merton, Noah Kahan, Lost Frequencies, Gurr und Milky Chance, er schrieb für den "Tatort" die Musik, man könnte die Liste endlos fortsetzen. Aber vor dieser Geschichte, vor der Geschichte des Top-Produzenten Tobias Kuhn gab es eben noch eine andere - und wenn man genauer hinguckt, gehören beide untrennbar zusammen. Begonnen hatte sie in Würzburg. Es sind die Neunzigerjahre, Familie Kuhn hatte in Cambridge und in Peking gewohnt und war nun ausgerechnet nach Unterfranken gezogen: Das malerisch gelegene, architektonisch reizvolle Würzburg mag bedeutende Universitäten haben, mit 130.000 Einwohnern knapp als Großstadt gelten und das sogenannte "Herz der Weinregion Franken" sein, als Popmetropole ist die Stadt eher nicht bekannt. Aber natürlich kommt der beste Pop traditionell ja genau aus solchen Orten, aus der Provinz, von den Hochschulen, aus den Fabriken. Eben dort, in Würzburg, gründet Tobias Kuhn mit 15, 16 Jahren die Band Miles gemeinsam mit Gilbert Hartsch zunächst als klassische Schülerband. Der Schlagzeuger Andreas Wecklein und René Hartmann (Bass) komplettieren das Line-up, letzterer wird später durch Nina Kränsel ersetzt. Wie gesagt, es sind die Neunzigerjahre: In den USA initiiert der Sänger und spätere Pop-Impressario Perry Farrell die erste Ausgabe der heute weltweit erfolgreichen Festivalreihe Lollapalooza als grellen Rock'n'Roll-Zirkus und Abschiedstournee seiner Band Jane's Addiction. Das gefällt Kuhn und seinen Freunden natürlich, also schmieden sie in der bayerischen Provinz den einigermaßen größenwahnsinnigen Plan, in Deutschland etwas ähnliches aufzuziehen. Spoiler: es gelingt. Auf diese Weise entstanden drei Alben, bis der Gitarrist ausstieg und irgendwie allen klar wurde: alles erlebt, alles erzählt, mehr geht nicht. Kuhn schrieb sich daraufhin für Medizin ein, doch die Musik ließ ihn nicht los. So begann das zweite musikalische Kapitel im Leben des Tobias Kuhn. Unter dem Namen Monta wendete er sich einem intimeren, Folk-grundierten Ansatz zu und nimmt so zwei Alben auf, deren Veröffentlichung er selbst übernimmt. Bald gab es ein weltweites Netzwerk kleiner Indie-Labels, die die Monta-Musik vertrieben und sogar die "Sunday Times" machte "Where Circles Begin" zum Album der Woche. Und so begann die dritte, bis heute andauernde musikalische Karriere von Tobias Kuhn: die des Produzenten und Songschreibers. Kuhn wäre nicht Kuhn, wenn nicht auch dieser Abschnitt wieder von einer Reihe scheinbarer Zufälle und Begegnungen befeuert worden wäre, die sich eben nahtlos aus allem, was davor war, ergaben." Torsten Groß
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Was tun, wenn man Desert Rock und Doom aus der Wüste mag, die Umgebung aber alles andere als besonders trocken ist? BESVÄRJELSEN haben auf beeindruckende Weise eine Antwort in den dunklen Wäldern ihrer schwedischen Heimat Dalarna gefunden. Aufgewachsen am Schnittpunkt altnordischer und finnischer Kulturen im hohen Norden, umgeben von Runen und alten Göttern, Schamanen und Geistern, hat das fesselnde Quintett seinen Namen aus dem schwedischen Wort für "Beschwörung" abgeleitet. Außerdem lassen sich die Nordschweden nur zu gern von lokalen Überlieferungen, der Mystik und den dunklen, alten Musiktraditionen ihrer Heimat inspirieren. Doch BESVÄRJELSEN sind alles andere als eine weitere "Pagan Folk"-Band, die sich nach einer Zeit zurücksehnt, die niemals war. Mit wehmütigen Melodien und gleichzeitig mächtiger Riff-Power macht ihr zweites Album "Atlas" einen großen Schritt auf dem Pfad, den BESVÄRJELSEN von Anfang an eingeschlagen haben. Die Gitarristen und Sänger Andreas Baier und Staffan Stensland Vinrot haben die Band im Jahr 2014 mit der klaren Vision gegründet, den Geist und die Traditionen der weiten Wälder Dalarnas, einer Region, die sonst eher für ihre bemalten Holzpferde bekannt ist, in zeitgenössische Heavy-Musik zu transformieren. Als die Sängerin Lea Amling Alazam mit ihrer Leidenschaft für Punk- und Stoner-Rock, die im örtlichen Skatepark im zarten Alter von 13 Jahren begann, zur Besetzung stieß, reduzierten Andreas und Staffan ihren Gesang gerne auf eine Nebenrolle. Die Entscheidung fiel leicht, da Leas unverwechselbare Stimme die Intimität und das Charisma von Sängerinnen wie NINA SIMONE oder AMY WINEHOUSE heraufbeschwört. BESVÄRJELSEN veröffentlichten im Jahr 2015 ihre Debüt-EP "Villfarelser" und kurz darauf folge die "Exil" EP (2016). Das Debütalbum "Vallmo" der Schweden detonierte im Jahr 2018 in Stockholm und schaffte es bis in den staatlichen Rundfunk, kam aber auch anderen Orts hervorragend an. Das Album verband krachende Riffs und stürmische Drums mit ausgefeilten Melodien und nachdenklichen Themen. Mit ihrer Mini-Album "Frost" wollten BESVÄRJELSEN im Jahr 2019 die Bühnen in ganz Europa erobern, bevor auch die Schweden in den nächsten zwei Jahren eine Zwangspause einlegen mussten. Obwohl die Band gezwungen war, getrennt zu komponieren, nutzte BESVÄRJELSEN die freie Zeit, um eine Fülle von Ideen zu sammeln. Diese teilten die Musiker über die Meilen und Monate ihrer relativen Einsamkeit hinweg miteinander, bis sie schließlich im Jahr 2021 die Aufnahmen zu "Atlas" mit dem Produzenten Karl Daniel Lidén begannen. Mit melancholischen Harmonien, die aus dem Skizzenbuch von ALICE IN CHAINS stammen könnten und einer Heaviness, die Windhand zur Ehre gereichen würde, haben BESVÄRJELSEN einen massiven musikalischen Monolithen aus dem lokalen Granit gemeißelt und dann in den magischen Wäldern ihrer Heimat aufgestellt, um dessen Kraftlinien über die gesamte vom Titanen "Atlas" geschulterte Erdkugel zu schicken.
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