With his new album, Year Of The Living Dead, Vienna-born and LA-based producer John Tejada finds a blissful extended moment of balance between the new and the familiar. Anyone who’s followed his career to date, which has included four previous albums for Kompakt, outings for storied labels like Plug Research, Playhouse and Cocoon, and numerous remixes and collaborations – most recently, his Wajatta duo with actor and musician Reggie Watts – will immediately sense the warmth and eloquence that Tejada brings to his gilded, pliant techno and electro hybrids. But there’s more here, too; an explorer’s glimmer in the producer’s eye, as he gets to grips with new ways of working and being, while offering a reflective opening for the listener, something echoed in artwork by graphic designer and ‘contemplative artist’ David Grey.
“The album was started using tools I was unfamiliar with, which became an interesting exploratory process,” Tejada says. “Staying away from the obvious and having to re-learn simple things was a fun challenge.” You can hear these new creative pulsions pushing the eight tracks on Year Of The Living Dead ever-forward; the album has an unique cast, and though there are trace elements of the genres Tejada has indulged previously, he’s never quite put them together this way before. There’s the dubwise glitter sprinkled across the moody opener “The Haunting Of Earth”, the kind caresses found amongst the deftly woven textures of “Sheltered”, and the churchy melancholy, all hymnal and golden, of “Echoes Of Life”.
Year Of The Living Dead also speaks obliquely to its moment, though Tejada works this implicitly, allowing the strange circumstances of 2020 to cast their inevitable shadow without being obvious or didactic. “The production process began right before lockdown and continued through what felt like a very serious time for all of us,” he recalls. “Not being able to see or touch our loved ones made me feel we are all like ghosts. We can observe from a distance but cannot really be there. We are isolated and alone.” And yet, Year Of The Living Dead’s tenderness offers an out for that anxiety and loneliness, its intimate immensities gifting the album a redemptive and compassionate core. Compact and glistening, Year Of The Living Dead sculpts unassuming beauty.
Mit seinem neuen Album “Year Of The Living Dead“ findet der in Wien geborene und in Los Angeles lebende Produzent John Tejada die richtige Balance zwischen Neuem und Vertrautem. Wer seine bisherige Karriere verfolgt hat, seine vier Alben für Kompakt, Beiträge für Labels wie Plug Research, Playhouse und Cocoon, zahlreiche Remixe und Kollaborationen wie zuletzt das Projekt Wajatta zusammen mit dem Schauspieler und Musiker Reggie Watts, spürt sofort wieder die Wärme und Eloquenz, die Tejada in seine geschmeidigen Techno-Elektro-Hybride einbringt. Doch es geht auch noch einen Schritt weiter. Da ist dieses Aufblitzen des Entdeckers im Auge eines Produzenten, der sich mit neuen Arbeits- und Seinsweisen auseinandersetzt und dem Zuhörer gleichzeitig etwas sehr Offenes und Nachdenkliches anbietet, etwas, das im Artwork des Grafikdesigners und "kontemplativen Künstlers" David Grey nachklingt.
"Ich hatte angefangen, das Album mit mir noch unbekannten Tools zu produzieren, was sich zu einem interessanten Forschungsprozess für mich entwickelte", sagt Tejada. "Sich vom allzu Offensichtlichen zu trennen und einfache mal Dinge neu lernen zu müssen, war eine recht spaßige Herausforderung.“ Man kann diese neuen kreativen Impulse hören, die “Year Of The Living Dead“ auf einer Länge von 8 Tracks nach vorne treiben; das Album hat einen einzigartigen Ansatz, denn obwohl es Elemente der Genres gibt, denen Tejada zuvor gefrönt hat, hatte er sie doch noch nie zuvor so zusammengefügt wie hier. Da ist dieses dubbige Glitzern im atmosphärischen Opener "The Haunting Of Earth", die freundlichen Zärtlichkeiten, die man in den Texturen von "Sheltered" findet, und schließlich die heilige Melancholie im hymnischen "Echoes Of Life".
Auch “Year Of The Living Dead“ enthält Andeutungen auf die momentane Situation und erlaubt es, den seltsamen Umständen des Jahres 2020, ihren unvermeidlichen Schatten zu werfen, ohne dabei zu offensichtlich oder gar belehrend zu sein. "Der Produktionsprozess begann kurz vor dem (ersten) Lockdown und setzte sich in einer Zeit fort, die sich für uns alle als eine sehr ernste Zeit anfühlte", erinnert er sich. "Da wir nicht in der Lage waren, unsere Lieben zu sehen oder zu berühren, hatte ich das Gefühl, dass wir alle wie Geister sind. Wir können nur distanzierte Beobachter sein, aber wir können nicht wirklich anwesend sein. Wir sind isoliert und allein." Und doch scheint die Zärtlichkeit von "Year Of The Living Dead" einen Ausweg aus dieser Angst und Einsamkeit anzubieten, die grenzenlose Intimität des Albums enthält einen erlösenden und mitfühlenden Kern. Derart konsistent und schillernd formt "Year Of The Living Dead" eine unprätentiöse Schönheit.
quête:karri o
Hannah Williams hat weltweit Aufsehen erregt, als der Hip-Hop-Superstar Jay-Z auf "Late Nights & Heartbreak" ihre herzergreifende Stimme für den Titeltrack "4.44" auf seinem Album 2017 sampelte. Mit dem letzten Album 50 FOOT WOMAN, das auf dem Mailänder Imprint Record Kicks veröffentlicht wurde, gaben Hannah und ihre vorbildliche, in Bristol ansässige Band The Affirmations ein definitives Karrierestatement ab. Die limitierte Auflage der klaren LP ist weltweit auf 500 Exemplare limitiert!
- A1: Fatinitza-Marsch
- A2: Schallwellen, Walzer, Op 148
- A3: Niko-Polka, Op 228
- A4: Ohne Sorgen, Polka Schnell, Op 271
- B1: Grubenlichter-Walzer
- B2: In Saus Und Braus
- B3: Dichter Und Bauer Ouvertüre
- C1: Bad'ner Mad'ln, Walzer, Op 257
- C2: Margherita-Polka, Op 244
- C3: Venetianer-Galopp, Op 74
- D1: Frühlingsstimmen, Walzer, Op 410
- D2: Im Krapfenwald'l, Polka Française, Op 336
- D3: Neue Melodien-Quadrille, Op 254
- E1: Kaiserwalzer, Op 437
- E2: Stürmisch In Lieb' Und Tanz, Polka Schnell, Op 393
- E3: Furioso-Polka, Op 260
- F1: Neujahrsgruß / New Year's Address / Allocution Du Nouvel An
- F2: An Der Schönen Blauen Donau, Walzer, Op 314
- F3: Radetzky-Marsch, Op 228
Es ist das größte klassische Musikereignis der Welt, wird in mehr als 90 Länder übertragen und in Deutschland von mehr als 4 Millionen Menschen im Fernsehen und im Rundfunk verfolgt.Die Wiener Philharmoniker, für dieses Repertoire unstrittig das beste Orchester der Welt, präsentieren zum Jahreswechsel wieder ein heiteres und zugleich besinnliches Programm mit Walzern, Tänzen und Polkas aus dem reichen Repertoire der Johann Strauss-Dynastie und deren Zeitgenossen. Das Orchester möchte mit diesem Konzert allen Menschen einen Gruß im Geiste von Hoffnung, Freundschaft und Frieden übermitteln.Im Herzen von Wien, in einem der klangbesten und schönsten Klassik-Säle der Welt interpretiert, werden die Wiener Philharmoniker das Klassik-Jahr eröffnen, dieses Mal unter der Leitung des berühmten und exzellenten italienischen Dirigenten Riccardo Muti, dessen enge musikalische Zusammenarbeit mit dem Orchester bereits Jahrzehnte umspannt. Muti hat im Verlaufe seiner außerordentlichen Karriere die prominentesten Orchester der Welt, wie die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die New Yorker Philharmoniker und das Orchestre National de France dirigiert, hat aber zu den Wiener Philharmonikern ein besonders inniges Verhältnis. Er wird das interessante Programm des Neujahrskonzertes 2021 sicherlich mit italienischer "Grandezza" bereichern. Neben unsterblichen Hits wie dem "Frühlingsstimmen-Walzer" von Johann Strauss, dem "Kaiserwalzer", "An der schönen blauen Donau" und dem "Radetzky-Marsch", gibt es 2021 auch wieder zahlreiche Premieren beim Neujahrskonzert von entdeckenswerten Walzern und Polkas u.a. von Franz von Suppé, Carl Zeller, Carl Millöcker, Karl Komzák, Josef Strauss und Johann Strauss Vater.Ein eleganter, beschwingter Gute-Laune-Auftakt 2021 mit Klassik der Extraklasse!
Wer nach einer Beschreibung für Mario Rom's INTERZONE sucht, stößt unweigerlich auf Superlative. "Mario Rom spielt Soli, die in Europa ihresgleichen suchen - ruhig, beharrlich, ideenreich, virtuos" schrieb beispielsweise die ZEIT. Die Süddeutsche Zeitung ging sogar noch einen Schritt weiter: "Rom spielt Trompete, als hinge sein Leben davon ab. Was Interzone an Einfällen und Inspirationen in einen einzigen Titel packen, davon füttern andere Instrumentalisten ihre gesamte Karriere." Solch euphorische Reaktionen von einigen der wichtigsten Vertretern des deutschsprachigen Feuilletons sind gewiss keine Selbstverständlichkeit für eine Österreichische Band mit einem Altersdurchschnitt von knapp über 30 Jahren. Und wirklich hat das aus Mario Rom, Lukas Kranzelbinder und Herbert Pirker bestehende Dreiergespann binnen kürzester Zeit ungewöhnlich große Aufmerksamkeit von Publikum und Medien rund um den Globus erhalten. So schreibt beispielsweise der Hauptkritiker des renommierten Rochester Jazz Festivals in New York nach einem Konzert des Trios von "einem der unterhaltsamsten und spannendsten Acts des diesjährigen Festivals" und geht sogar so weit zu behaupten, er habe "noch nie, egal wo auf dieser Welt, eine Gruppe von Musikern gehört, die - im wahrsten Sinne des Wortes - so unglaublich miteinander spielen' wie dieses Trio."
1980 veröffentlichten Killing Joke ihr selbstbetiteltes Debütalbum, ein bahnbrechender Ausflug, der den Grundstein für eine Karriere legte, die von Kontroversen, farbenfrohem Verhalten, prophetischen Ankündigungen, äußerst einflussreichen Aufnahmen und weitreichendem Respekt geprägt war. Jetzt, 40 Jahre später, nach der Wiedervereinigung der ursprünglichen Besetzung, unternimmt Spinefarm Records, eine Reihe offizieller Neuveröffentlichungen, die am 11. Dezember mit 4 Titeln beginnt...
”Killing Joke” - das klassische Debütalbum mit so wichtigen Titeln wie ”Requiem”, ”Wardance” und ”The Wait” wurde vom Artwork-Originaldesigner Mike Coles liebevoll nachgebildet und erscheint sowohl als schwarze als auch zweifarbige Vinyl.
ANRMAL ist Juana Molinas erstes Livealbum auf ihrem langen Karriereweg. Es wurde beim NRMAL Festival in Mexiko aufgenommen, kurz bevor die Welt im März zum Stillstand kam, und ist ein Zeitzeugnis, wie die Welt "vorher" einmal war. Durch das kraftvolle Set zieht sich ein so mitreißender Punkrock-Vibe, dass er uns auf bessere Zeiten hoffen lässt. Als Juana Molina vor mehr als zwei Dekaden als Musikerin startete, waren ihre Kompositionen eher reflektiert und auf das Wesentliche reduziert. Zumeist spielte sie Solokonzerte mit ihrer Gitarre, einem Keyboard und Effektgeräten. Über die Jahre wurden ihre Konzerte immer wilder und ihre Platten immer intensiver und extrovertierter, was bei den Tourneen zu ihren letzten Alben zu erleben war. Auf dem am 23.10.2020 erscheinenden ANRML wird Juana Molina von ihren Bandkollegen Odin Schwartz am Bass und Pablo González am Schlagzeug begleitet, die eine Extraportion Energie zum Auftritt beitragen. Das Set enthält Stücke aus Juanas letzten Alben Halo, Wed 21 sowie der Wiederveröffentlichung Un día und der EP "Forfun", alle erschienen bei Crammed Discs. Gemischt wurde das Album von Juana Molinas Toningenieur Marcelo Coca Monte.
Das Debütalbum des aus Neuseeland stammenden Londoner Singer/Songwriters Imraam Paleker aka Street Rat, der nach einer ersten EP "This Dance" (2016) nun ein intimes, genresprengendes Werk aus Modern Soul und Alternative Rock mit Inspirationen aus Jazz und Elektronik vorlegt. Paleker arbeitet als Songschreiber, Produzent und Studiomusiker eng mit Jordan Rakei zusammen, dessen Karriere ebenfalls auf dem australischen Label Soul Has No Tempo anfing.
Mariah Careys 30-jähriges Karrierejubiläum geht weiter! Nach der Veröffentlichung der Doppel-CD "The Rarities" am 2. Oktober erscheinen am 6. November ihre Alben "Emotions", "Music Box", "MTV Unplugged EP" (erstmals auf Vinyl), "Daydream", "Butterfly" und "Rainbow" - neu gemastert - auf schwarzem Vinyl.
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Mariah Careys 30-jähriges Karrierejubiläum geht weiter! Nach der Veröffentlichung der Doppel-CD "The Rarities" am 2. Oktober erscheinen am 6. November ihre Alben "Emotions", "Music Box", "MTV Unplugged EP" (erstmals auf Vinyl), "Daydream", "Butterfly" und "Rainbow" - neu gemastert - auf schwarzem Vinyl.
"Vertigo KO" enthält unveröffentlichtes Material der 2017er "Light Sleep" und "Voice Hardcore" Sessions der japanischen Avantgardistin Phew, samt eines The Raincoats-Covers ("The Void"). Die 2CD (ltd. Japan-Import) enthält zudem den Sampler "Vertical Jamming" mit langen Drone-Werken von Phew, der zuvor als limitiertes Tape und digital erschien. Beiden Tonträgern liegt ferner ein 20-seitiges Fanzine mit Linernotes von Künstlerin und Label sowie Fotos von Masayuki Shioda bei. Die Kultmusikerin Phew begann ihre Karriere 1978 mit der japanischen Punkband Aunt Sally. 1981 erschien ihr legendäres Kollaboalbum "Phew" mit Holger Czukay, Jaki Liebezeit und Conny Plank. In den 1980ern arbeitete sie mit Ryuichi Sakamoto, Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) und Chrislo Kaas (DAF) und jüngst mit Ana Da Silva (The Raincoats), Jim O'Rourke und Yoshimi (OOIOO, Boredoms) zusammen.
Kelly Lee Owens' meisterhaftes zweites Album "Inner Song" lässt die Techno-Produzentin und Sängerin/Songschreiberin tief in ihre eigene Psyche eintauchen - sie widmet sich den Kämpfen, die sie in den letzten Jahren durchlebt hat, und erforscht ihren persönlichen Schmerz, während sie gleichzeitig die Schönheit der Natur umarmt. "Inner Song" folgt ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2017, einer Mischung aus körperbetonten Beats und introspektivem Songwriting, das von der Musikpresse mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wurde. Seither hat sie Björk & St. Vincent neu abgemischt, 2019 einen unauslöschlichen Club-Zwei-Tracker, "Let It Go" s/w "Omen", veröffentlicht und sich mit dem gleichgesinnten Autor Jon Hopkins für das Unikat "Luminous Spaces" zusammengetan. Ihr neues Album entstand auch aus den, wie Owens es beschreibt, "schwersten drei Jahren meines Lebens", einer emotional sehr belasteten Zeit, die, wie sie sagt "mein kreatives Leben und alles, wofür ich bis dahin gearbeitet hatte, definitiv beeinflusst hat." Während also das schöne Cover von Radioheads "Arpeggi" manchem als unkonventionelle Art und Weise erscheinen mag, ihr zweites Album zu eröffnen, repräsentiert Owens' gewundene Interpretation der klassischen Melodie - aufgenommen ein Jahr bevor die Arbeit an "Inner Song" richtig losging - die Art von klanglicher Wiedergeburt, die für die Aura von "Inner Song" so wesentlich ist. "Inner Song" wurde größtenteils über einen Monat im vergangenen Winter geschrieben und aufgenommen. Wie bei ihrem Debüt verschanzte sich Owens zusammen mit ihrem Koproduzenten James Greenwood im Studio - um dort loszulassen und offen zu sein für jede klangliche Laune. Der beschwörende Titel des Albums ist dem Opus von Free-Jazz-Maestro Alan Silva von 1972 entlehnt. Der Bass und die kitzelnden Texturen von "Inner Song" machen deutlich, dass Owens mehr denn je darauf bedacht ist, maximalen Klanggenuss zu bieten - wie die Entscheidung, die Vinyl-Veröffentlichung des Albums zu einem Sesqui-Album oder einem dreiseitigen Album zu machen, beweist: "Ich bin immer noch besessen von Frequenzen, die auf Vinyl nicht gut klingen, wenn sie den Platz dafür nicht haben". "Die Kraft, zu konzeptualisieren, wer du bist, hat dieses Album wirklich geprägt", sagt Owens über das Wesen von "Inner Song", und ihr zweites Album ist eine Entdeckung des Selbst - die jüngste Aussage einer faszinierenden Künstlerin, die weiterhin überrascht und auf eine reiche und vielfältige Karriere hinweist, die noch vor uns liegt.
LTD. WHITE VINYL
Kelly Lee Owens' meisterhaftes zweites Album "Inner Song" lässt die Techno-Produzentin und Sängerin/Songschreiberin tief in ihre eigene Psyche eintauchen - sie widmet sich den Kämpfen, die sie in den letzten Jahren durchlebt hat, und erforscht ihren persönlichen Schmerz, während sie gleichzeitig die Schönheit der Natur umarmt. "Inner Song" folgt ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2017, einer Mischung aus körperbetonten Beats und introspektivem Songwriting, das von der Musikpresse mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wurde. Seither hat sie Björk & St. Vincent neu abgemischt, 2019 einen unauslöschlichen Club-Zwei-Tracker, "Let It Go" s/w "Omen", veröffentlicht und sich mit dem gleichgesinnten Autor Jon Hopkins für das Unikat "Luminous Spaces" zusammengetan. Ihr neues Album entstand auch aus den, wie Owens es beschreibt, "schwersten drei Jahren meines Lebens", einer emotional sehr belasteten Zeit, die, wie sie sagt "mein kreatives Leben und alles, wofür ich bis dahin gearbeitet hatte, definitiv beeinflusst hat." Während also das schöne Cover von Radioheads "Arpeggi" manchem als unkonventionelle Art und Weise erscheinen mag, ihr zweites Album zu eröffnen, repräsentiert Owens' gewundene Interpretation der klassischen Melodie - aufgenommen ein Jahr bevor die Arbeit an "Inner Song" richtig losging - die Art von klanglicher Wiedergeburt, die für die Aura von "Inner Song" so wesentlich ist. "Inner Song" wurde größtenteils über einen Monat im vergangenen Winter geschrieben und aufgenommen. Wie bei ihrem Debüt verschanzte sich Owens zusammen mit ihrem Koproduzenten James Greenwood im Studio - um dort loszulassen und offen zu sein für jede klangliche Laune. Der beschwörende Titel des Albums ist dem Opus von Free-Jazz-Maestro Alan Silva von 1972 entlehnt. Der Bass und die kitzelnden Texturen von "Inner Song" machen deutlich, dass Owens mehr denn je darauf bedacht ist, maximalen Klanggenuss zu bieten - wie die Entscheidung, die Vinyl-Veröffentlichung des Albums zu einem Sesqui-Album oder einem dreiseitigen Album zu machen, beweist: "Ich bin immer noch besessen von Frequenzen, die auf Vinyl nicht gut klingen, wenn sie den Platz dafür nicht haben". "Die Kraft, zu konzeptualisieren, wer du bist, hat dieses Album wirklich geprägt", sagt Owens über das Wesen von "Inner Song", und ihr zweites Album ist eine Entdeckung des Selbst - die jüngste Aussage einer faszinierenden Künstlerin, die weiterhin überrascht und auf eine reiche und vielfältige Karriere hinweist, die noch vor uns liegt.
- CD im Digisleeve. Artwork von Martin Kvamme
- Durchsichtiges Vinyl in Standardsleeve mit ausgestanztem Dreieck, ausfaltbarer silberner Pyramide und Downloadcode. Artwork von Martin Kvamme
Jaga Jazzist kehren am 24. April 2020 mit ihrem neuen Album „Pyramid“ zurück, auf dem das legendäre norwegische achtköpfige Kollektiv tief in seine Post-Rock-, Jazz- und Psychedelic-Einflüsse eintaucht. Es ist ihr erstes Album seit „Starfire“ aus dem Jahr 2015, ihr neuntes Album in einer mittlerweile vier Jahrzehnte währenden Karriere, aber es markiert das Debüt der Gruppe auf Brainfeeder, dem in L.A. beheimateten Label von Flying Lotus. Auf „Pyramid“ haben Jaga Jazzist einen kosmischen Sound entwickelt, der zu ihrem neuen Label passt, während es ihre Vorgänger, wie die 80er-Jahre Jazzband Out To Lunch und dem norwegischen Synthesizer-Guru Ståle Storløkken bis hin zu Zeitgenossen wie Tame Impala, Todd Terje und Jon Hopkins zitiert. Jeder der vier langen Beiträge des Albums entwickelt sich über sorgfältig ausgearbeitete Partituren, in denen sich die technisch-farbigen Fäden der Stücke verträumt entfalten.
Die Band, die von Lars Horntveth und seinen Kompositionen angeführt wird, nahm einen sehr direkten Weg zur Entstehung von „Pyramid“. Während sie bei „Starfire“ die Idee einer traditionellen Studioaufnahme auf die Spitze trieben, bei der verschiedene Mitglieder in der Aufnahmekabine ein- und ausgingen, um über zwei Jahre hinweg zu schreiben, aufzunehmen und zu experimentieren, war der Prozess hinter „Pyramid“ fast das genaue Gegenteil: es dauerte nur zwei Wochen, um die Aufnahmen fertigzustellen. Beide Platten wurden zwar vom selben neugierigen, experimentellen Geist angetrieben, aber die Prozesse waren sehr unterschiedlich. Sie zogen sich in ein abgelegenes Waldstudio im benachbarten Schweden zurück und bunkerten sich dort täglich 12 Stunden lang ein.
Romare - bürgerlich Archie Fairhurst - kehrt mit seinem neuen Album „Home“ zurück, das sein drittes auf Ninja Tune und das erste überhaupt seit seinem von der Presse gefeierten „Love Songs: Part Two“ von 2016. „Home“ folgt auf die im September 2019 erschienene 12“ „Gone“/ „Danger“, seine bisher direkteste Dancefloor-Platte, die Resident Advisor als „fesselnde acht Minuten filmischer House-Musik“ beschrieb. Die Veröffentlichung von „Home“ kommt für Fairhurst nach einem Leben unterwegs, der seine Kindheit damit verbrachte, ständig mit seiner Familie zu reisen, während seine Eltern für die Arbeit um die Welt zogen, bevor sie sich schließlich in Großbritannien niederließen. Dieser nomadische Lebensstil setzte sich anschließend aufgrund seiner blühenden Karriere als Musiker fort und führte ihn auf Welttournee (allein in den letzten zwei Jahren spielte er über 150 Shows). Das neue Album markiert ein neues Kapitel in Fairhusts Leben mit einem Umzug von London aufs Land und der Gründung einer Familie; ein Umzug, der „mir Frieden und Ruhe gegeben hat“, kommentiert er. Der Neubau seines eigenen, selbst gebauten Studios trägt zu diesem Gefühl der Zufriedenheit und Sesshaftigkeit bei, nachdem er in der Vergangenheit in verschiedenen Schlafzimmerstudios gearbeitet hat. Auch von Themen wie Liebe und Romantik, die sein letztes Album, „Love Songs: Part Two“, dominiert haben, hat sich Romare entfernt, stattdessen geht es auf „Home“ um Spiritualität, Identität und Zugehörigkeit. „Identität und Zugehörigkeitsgefühl sind etwas, nach dem ich immer mehr gesucht habe, seitdem ich Vater geworden bin.“, erklärt er, „Während ich aufwuchs, war ich immer unter vielen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, meine eigene Identität fühlte sich manchmal verloren an.“. Fairhurst ließ sich von den ungewöhnlicheren Platten seiner Sammlung inspirieren und vertiefte sich in amerikanischem Gospel und traditionellem irischen Folk bis hin zu Country, religiöse Hymnen und Klassik, mit einem besonderen Vorliebe für die Komponisten Thomas Tallis und Vaughan Williams.
Als Re-Release lässt Conrad Schnitzlers legendäres "Con" eine Ära wiederauferstehen. Conrad Schnitzler steht heute nicht nur für seine bahnbrechende Musik, sondern eigentlich für eine ganze Ära - er verkörpert einen gewissen Künstlertypus, wie ihn so nur die legendären 1970er Jahre hervorbringen konnten. Als in einer nie dagewesenen Abriss- und Aufbruchsstimmung eine junge Kunstszene allem Alten und Überkommenen - und in ihren Augen politisch korrumpierten - eine kategorische Absage erteilte, den Kunstbegriff generell in Frage stellte und die Forderung einlöste, dass Kunst und Politik immer zusammengehören. In diesem Klima entstand die Idee der Konzeptkunst, die Auffassung, dass das eigentliche Kunstwerk der immaterielle Gedanke ist, der ihm zugrunde liegt und nicht seine Ausführung. Eine Idee, die antikommerziell weitergedacht wurde, denn nun durfte, ja sollte, Kunst beliebig oft vervielfältigt werden, billig sein und war für alle. Zugleich darf Kunst fast alles und fast alles kann Kunst sein. Conrad Schnitzler ist Konzeptkünstler und verkörpert seine Zeit, wie kaum ein anderer - sein Lebenslauf liest sich wie ein Manifest der Unabhängigkeit, seine Musik ist radikal neu, mutig und zuweilen regelrecht antikommerziell. Der legendäre von ihm gegründete Zodiac Club war der vielleicht wichtigste Schmelztiegel und Motor der subversiven Kunst- und Musikszene Westberlins. Als einer ihrer Helden und Gallionsfiguren, nahm Conrad Schnitzler im Paragon Studio das 1978 veröffentlichte "Con" auf, eines der raren Kleinode, dieser Epoche und seiner Karriere. Stärker als in anderen Arbeiten ist der Einfluss von Tangerine Dream zu hören (deren Mitglied Schnitzler von 1969 bis 1971 war) und als professionelle Studio-Arbeit ist "Con" nicht zu sperrig und artifiziell, sondern setzt stattdessen auf klarere Songstrukturen und musikalische Eingängigkeit. Zu Recht gilt "Con" manch einem als Schnitzlers beste Arbeit. Fast 40 Jahre später erscheint das Werk nun als Re-Release auf CD, LP und digital.
"Listening To Pictures", Jon Hassells erste neue Arbeit seit fast einer Dekade, war eine lebhafte Anordnung von Instrumentals in seinem einzigartigen 'Fourth World' Sound aus Jazz, Dub und electroacoustischen Techniken. Mit "Seeing Through Sounds" dringt Hassell tiefer in unbekannte, imaginäre Regionen. Die Atmosphären sind dichter, das Werk klingt nachdenklicher als sein Vorgänger, eine gewisse Spannung lauert in dunklen Ecken. In der Mitte des Albums bemerkt man ein Ruckeln, Stottern, Störgeräusche, bevor langsam wieder Ruhe einkehrt, um schliesslich mit überwältigenden Klängen das Finale einzuleiten, bei dem Avantgardisten wie William Basinksi und The Caretaker grüssen. "Seeing Through Sounds" enthält einige der detailliertesten und verfrachtesten Musiken in der langen Karriere des 'Fourth World' Pioniers.
LTD. BLUE SEAFOAM WAVE VINYL
Holy Hive ist ein Folk-Soul-Trio aus Brooklyn, bestehend aus Folksänger/Gitarrist Paul Spring, dem begehrten Soul-Schlagzeuger Homer Steinweiss und dem Bassisten Joe Harrison. Die Band hat sich durch fast schon legendäre Konzerte und ihre EP "Harping" einen Namen gemacht. Als Holy Hive erforschen sie die Beziehung zwischen den lyrischen Traditionen des Folk mit dem Rhythmus und der Ästhetik des Soul. Das Debütalbum "Float Back To You", aufgenommen in Queens im Studio Diamond Mine (von dem Steinweiss Mitbesitzer ist), besteht aus 10 eigenen Songs, einem Cover von "Be Thou By My Side" (ursprünglich von der britischen Gruppe Honeybus aus den Sechzigern) und einer Adaption des irischen Folksongs "Red Is The Rose". Steinweiss hat das Album produziert, als Gäste treten die Harfenistin Mary Lattimore, Leon Michels (El Michels Affair) am Saxofon und Keyboard, Shannon Wise (The Shacks) als Backgroundsängerin, Dave Guy (The Roots) an der Trompete, Nick Movshon am Bass und Paul Springs Ehefrau Sophia Heymans am Klavier auf. Homer Steinweiss arbeitet seit zwanzig Jahren als professioneller Schlagzeuger und hat in dieser Zeit den Beat zu Hits von Amy Winehouse, Bruno Mars, den Jonas Brothers, St. Vincent und Charles Bradley beigesteuert - um nur einige zu nennen. Als Gründungsmitglied von Sharon Jones & The Dap-Kings ist er mit der legendären Gruppe durch die ganze Welt getourt, bis er sich für eine Karriere im Studio entschieden hat. Paul Spring hat als Solokünstler sieben Alben mit eigenen Songs veröffentlicht, darunter, "Home of Song", eine von Kritikern sehr gelobte Platte mit Kinderliedern. Der Multiinstrumentalist Joe Harrison hat unter anderem mit Frank Dukes und Charles Bradley gespielt. Die symbiotische Beziehung zwischen Steinweiss und Spring ist wie die eines Spechts, der auf dem Rücken eines Nashorns sitzt. Springs zarter Gesang und seine flatternde Gitarre schweben in perfekter Harmonie über Homers bulligem Schlagzeug. Holy Hive sind eine vielschichtige Band: Manches an ihnen erschließt sich sofort, anderes erst später. Wie der Titelsong des Albums, der sich zuerst wie ein wunderschöner klassischer Liebessong anhört und sich dann als die Gefühle einer Frau entpuppt, die sich auf ihre Katze freut. Dafür steht Holy Hive: Die Musik geht verführerisch einfach ins Ohr und entfaltet sich dann sehr langsam - bis sie ganz aufblüht.




















