Artwork Records News
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Was also geschieht, wenn Paris und Havanna aufeinandertreffen? Die beiden Künstler tauchen tief in die kubanische Tradition ein und spielen zugleich mit klassischen Formen. Dabei rufen sie eine Epoche in Erinnerung, die Roberto nur allzu gut kennt – die des frühen 20. Jahrhunderts, als sich spanische klassische Musik und kubanische Rhythmen vermischten und das entstehen ließen, was später Danzón und Danzonete genannt wurde. Fonseca und Segal fügen dem eine Prise Improvisation hinzu – und damit Moderne.
Man sucht diese Musik nicht, und man hört sie auch nicht, um sie zu analysieren – sie kommt zu einem. Ihre Subtilität überrascht, weil sie in Bildern spricht. Das melodische Wechselspiel kitzelt die Wahrnehmung, zieht einen in die Außenwelt und umhüllt einen, während es zugleich im Inneren weiterlebt. Es ist eine Welt aus Echos und Erinnerungen, ein Wirbel aus Ideen und Gefühlen, die sich ständig erneuern und immer neue Bedeutungen finden.
In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz allgegenwärtig scheint – sowohl in der Musikindustrie als auch in unserem Alltag –, erinnert uns diese Musik daran, dass das Geheimnis nicht darin liegt, zu kontrollieren, hinzuzufügen oder die Schöpfung für sich zu beanspruchen, sondern vielmehr darin, zu dekonstruieren, wegzulassen und Raum für Klarheit zu schaffen. Das Geheimnis besteht darin, den kreativen Prozess zu seinem Wesenskern zurückzuführen – Nuit Parisienne à La Havane tut genau das. Es ist ein Album, das nicht um unsere Aufmerksamkeit bittet, keine Rezensionen erwartet und keine Analyse einfordert. Es will gefühlt werden – vielleicht sogar betrachtet – wie eine Abfolge von elf Kurzfilmen, die sich vor unseren Augen entfalten. Es liegt an uns, die Bilder in unserem Geist schweben zu lassen, sie aufzunehmen und schließlich wieder verschwinden zu lassen.
Diese fünftägige Improvisationssession führt uns durch höchst unterschiedliche Genres: von kubanischen Rhythmen verschiedener Epochen über französisches Chanson, klassische Musik, afrikanische Rhythmen bis hin zu östlichen Einflüssen. Sie stellt die Frage: Was wäre, wenn auch die Musik mit den großen Herausforderungen der modernen Welt konfrontiert würde?
- Dolores
- If You Believed In Me
- There’s A Real World
- I’m Not Sure
- Like A Leaf
- Whoever Said
- Having A Ball (Feat. Norah Jones)
- Nobody Else Knew, But We Knew (Feat. Jake Sherman)
- Rose Du Ciel (Feat. Marine Quéméré)
Jesse Harris’ Freund und Arrangeur Maycon Ananias hatte zusätzliche Aufnahmezeit mit einem estnischen Orchester und lud Harris ein, ein Stück beizusteuern. Das erste Experiment, Dolores, entfachte eine neue kreative Richtung. Obwohl Harris – Grammy-Preisträger und langjähriger Wegbegleiter von Norah Jones, Willie Nelson und Cat Power – bereits mehr als zwanzig Alben veröffentlicht hatte, war es seine erste Aufnahme mit Orchester. Beflügelt von dieser Erfahrung schrieb Harris innerhalb von nur fünf Wochen acht weitere Songs – detailreiche Kompositionen, die von Beginn an für symphonische Arrangements gedacht waren. Entstanden ist ein Album, das zwischen New York, Rio und Talinn aufgenommen wurde und hochkarätige Gäste wie Norah Jones, den brasilianischen Gitarristen Guilherme Monteiro, Jake Sherman sowie Marine Quéméré von Nouvelle Vague vereint.Mit seinen opulenten, zugleich feinfühligen Arrangements taucht If You Believed In Me in Themen wie Erinnerung, Sehnsucht und imaginierte Möglichkeiten ein – in die „Was-wäre-wenns“, die jeden Träumer begleiten. Herausgekommen ist orchestraler Pop voller Wärme, Melancholie und leiser Überraschungen – ausgelöst durch eine einzige Einladung.
“Imagine a man at the end of his rope. Perhaps he's made a fool of himself one too many times, or perhaps despite a lot of hard work has failed miserably at all the things he's endeavored, and the once smug upstart has over time let go of all his ambitions. At the very end of a descent into disillusionment and cynicism, when all hope and even the last sliver of willpower has left him, he unexpectedly finds a form of calm. Complete exhaustion has freed him from the torments of past and future, and in that moment of peace, reality seems to reveal itself with a freshness that he hasn't experienced in a very long time, perhaps since childhood. Let's call this a rebirth of innocence.
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