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Jan Delay - Earth, Wind & Feiern 2x12"

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Jan Delay meldet sich mit seinem neuen Album zurück. “Earth, Wind & Feiern” ist voll Bass, Bumms und positiven Vibes: eine Platte für den Club in unserem Herzen.
“Earth, Wind & Feiern” ist Jan Delays fünftes Soloalbum und sein erstes seit 2016. Wie immer bei Jan Delay schöpft “Earth, Wind & Feiern” aus fünf Jahrzehnten Popgeschichte. Vor allem aber spielt die Platte im Hier und Jetzt. In ihr stecken Burna Boy und Stefflon Don, Daft Punk und Drake, Sly & Robbie und Meek Mill. Es gibt Afrobeats, Disco, Trap und Ska, sogar Stadiontechno und LatinX-Riddims.
“Earth, Wind & Feiern” ist eine Platte für den Club in unserem Herzen. Sie ist voll Seele und Bounce und positiven Vibes. Denn so bedrückend und komplex die Welt manchmal auch scheinen mag: Ein paar simple Wahrheiten werden nie von ihrer Gültigkeit verlieren. Wenn Hass herrscht, hilft Liebe ganz bestimmt. Und das Wichtigste ist, dass das Feuer nicht aufhört zu brennen. Jan Delay ist zurück, um es am Lodern zu
halten.

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29,20

Last In: 4 years ago
Nick Cave & Warren Ellis - Carnage

Über den Zeitraum von mehreren Wochen während des Lockdowns entstanden, präsentieren Nick Cave & Warren Ellis in dieser Woche ihr neues Gemeinschaftsalbum: Carnage – was zu Deutsch so viel wie Blutbad oder Gemetzel heißt. Cave beschreibt das Gemeinschaftswerk denn auch als „eine brutale, aber wunderschöne Aufnahme, eingebettet in eine gemeinschaftliche Katastrophe.“ Obwohl die beiden schon viele Soundtracks zusammen komponiert und aufgenommen haben, und Ellis zudem seit geraumer Zeit Mitglied von The Bad Seeds ist, handelt es sich bei Carnage tatsächlich um den ersten Longplayer, den sie auch offiziell als Duo eingespielt haben.

„Die Arbeit an Carnage war eine komprimierte Phase intensivster Kreativität“, sagt Ellis, „denn es dauerte gerade mal zweieinhalb Tage, bis diese acht Songs in irgendeiner Form standen. Dann erst sagten wir uns: ‘Ach komm, lass uns doch ein Album machen!’ Das alles war also nicht sonderlich geplant.“

Das Klangspektrum der neuen Aufnahmen reicht vom düsteren, elektronischen Puls des Stücks „Old Time“ bis hin zum sehnsuchtsvoll-wunderschönen „Albuquerque“, einer klassischen Ballade, die auf einer kreisförmigen Klavierfigur basiert, überzogen mit hypnotischen Streicherparts. Insgesamt hat das Album eine etwas rastlose Energie, die Perspektive ist im Vergleich zum gefeierten Nick Cave & The Bad Seeds-Vorgänger Ghosteen eher nach außen gerichtet – wobei die beiden auch dieses Mal versuchen, die Grenzen des Songformats zu verschieben, immer wieder neu auszuloten, was ein Song eigentlich alles sein kann…

Während die eigentlichen Aufnahmen in recht kurzer Zeit stattfanden, waren die Songs von Carnage schon davor länger herangereift, in den ersten Lockdown-Wochen, die Cave damit verbracht hatte, „zu lesen, regelrecht zwanghaft zu schreiben und einfach nur auf meinem Balkon zu sitzen und über die Dinge nachzudenken.“ An ein Album dachten die beiden denn auch gar nicht, als sie zusammen ins Studio gingen, um zu jammen. „Das Album“, so Cave, „ist dann einfach so vom Himmel gefallen. Es war ein Geschenk.“

Carnage ist die Fortsetzung jenes kollektiven Improvisationsansatzes, auf den die beiden schon für Ghosteen gesetzt hatten – was Cave zugleich erlaubte, das klassische, eher narrativ strukturierte Songwriting hinter sich zu lassen. Als Rohmaterial dienen ihnen Textideen, die Cave zuvor über einen längeren Zeitraum verfasst und verfeinert; sie handeln zumeist von wenigen Kerngedanken und -themen, einzelnen Bildern und Metaphern, die er mit Worten umkreist. Die eigentlichen Songs entstehen dann in ausgedehnten Improvisations-Sessions im Studio: Anfangs sehe das so aus, wie Ellis berichtet, dass „da zwei Menschen im Raum sitzen und sich etwas trauen, indem sie erst mal einfach passieren lassen, was gerade passiert“. Ihre endgültige Form bekommen die Stücke daraufhin erst durch intensives Editieren und Filtern, wenn Musik und Text zu einer Art Klangcollage zusammenkommen. Das Element der Überraschung spielt bei jedem dieser Schritte eine zentrale Rolle, und mal geht alles ganz schnell – „Shattered Ground“, zum Beispiel, sei, so Ellis, „gleich im ersten Take fertig“ gewesen, während andere, wie beispielsweise der Titelsong, „sich erst kurz vor dem Abschluss der Mixing-Phase zu erkennen geben sollten.“

Wenn man bedenkt, dass Carnage in relativ kurzer Zeit entstanden ist, wirkt die enorme Bandbreite an Themen und Stimmungen um so beeindruckender, denn das Resultat klingt einerseits absolut eindringlich („Old Time“), andererseits auch zutiefst kontemplativ („Lavender Fields“). Wie sich die Stimmungen und Energien verschieben und überlagern, erkennt man auch daran, wie die beiden gewisse Zeilen, Refrains und flüchtige Bilder auf immer neue Weise in den verschiedenen Songs wieder auftauchen lassen, was dem Album insgesamt etwas Kaleidoskopisches gibt. In Songs wie dem aufrüttelnd-aufgebrachten „White Elephant“ und dem fast schon fiebrig-psychedelischen „Balcony Man“ kollidieren surreale Bildwelten, so dass die Zeilen nicht mehr wörtlich zu verstehen sind und an ihre Stelle etwas Suggestives, Impressionistisches tritt.

Die einzigartige kreative Chemie zwischen Cave und Ellis basiert auf einer langen gemeinsamen Geschichte, die sie als Kollegen und Solokünstler verbindet: Erstmals begegneten sich die zwei schon 1993, als Ellis die Geigenparts für einige Songs von Let Love In einspielen sollte, das achte Album von Nick Cave & The Bad Seeds. Wenig später schaute Cave bei einem Konzert von Ellis’ Band Dirty Three in Brisbane vorbei – und landete schließlich auch selbst auf der Bühne, wo sie gemeinsam Interpretationen von Neil Youngs „Helpless“ und Roy Orbisons „Running Scared“ zum Besten gaben. „Damit fing das alles an“, erinnert sich Ellis, der schließlich selbst festes Mitglied von The Bad Seeds wurde. Auch beim 2006 gegründeten Bandprojekt Grinderman arbeiteten sie zusammen, was laut Nick Cave ein Ventil für „die beste Midlife-Krise war, die sich ein Mann wünschen kann“. In dieser Konstellation sollten sie zwei Alben aufnehmen, Grinderman 1 und 2, bis sie die Band dann 2011 wieder auflösten.

Seit 2005 haben Cave und Ellis zudem an etlichen Soundtracks für Film, TV und Theater gearbeitet – u.a. für The Road (2009) und Lawless (Die Gesetzlosen; 2012), beide entstanden unter der Regie von John Hillcoat, sowie für David MacKenzies Hell or High Water (2016) und Taylor Sheridans Wind River (2017). Das gemeinsame Erschaffen derart atmosphärischer Instrumental-Scores, wobei oftmals elektronische Loops von Ellis als Ausgangspunkt fungierten, über denen Cave am Klavier improvisieren sollte, hat ihre Arbeitsweise und ihr Songwriting nachhaltig geprägt.

Mit Carnage legen sie das nächste Kapitel ihres musikalischen Abenteuers vor: Ein Album, das quasi aus Versehen entstehen sollte, während des langen, weltweiten Stillstands der Pandemie-Monate. Die verschiedenen Stimmungen und auch das Rastlose an diesen Aufnahmen spiegelt die existentielle Ungewissheit wider, aber zugleich flackern auch immer wieder Momente der Ruhe auf, Augenblicke der meditativen Selbstbesinnung. Unterm Strich ist es ein Album, entstanden in und gemacht für diese unbeständigen Zeiten, das durchsetzt ist mit Augenblicken konzentrierter Schönheit. Aufnahmen, die ihre unumstößliche Zuversicht fast schon trotzig zum Ausdruck bringen.

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25,17

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Powerwolf - Call Of The Wild

Powerwolf

Call Of The Wild

12inch0840588146031
Napalm Records
16.07.2021

Das Phänomen POWERWOLF: Innerhalb der deutschen Heavy-Metal-Szene findet sich wohl kaum eine
andere zeitgenössische Band, deren Erfolgskurve seit vergleichbar langer Zeit derart steil nach oben zeigt,
was mithilfe der im vergangenen Jahr veröffentlichten opulenten Werkschau „Best Of The Blessed“ zum
15-jährigen Bestehen deutlich sicht- und hörbar unter Beweis gestellt wurde. Nun, nur rund 12 Monate
später, steht das achte Studio-Album unter dem Titel „Call Of The Wild“ in den Startlöchern, von dem
mit Fug und Recht behauptet werden darf, dass es neue Maßstäbe setzt!
Zeitsprung ins Jahr 2005. Bereits auf seinem Debüt „Return In Bloodred“ etabliert das Quintett um den
Lead-Gitarristen und Haupt-Songwriter Matthew Greywolf einen in dieser Form nie dagewesenen Stil, der
klassischen Metal melodischer Spielart mit erhabenen Orgelklängen und orchestralem Bombast vereint.
Alles an POWERWOLF, von den elaborierten Texten - die mal augenzwinkernd humorvoll, mal bitterböszynisch von Phantastischem und Historischem handeln - bis zur omnipräsenten sakralen Symbolik, nährt
die mystische Aura des Fünfergespanns, die über die folgenden Jahre mit jedem weiteren Werk an
Bedeutung gewinnen und auf unzähligen Touren in eine einmalige, nicht von ungefähr als
„Metal-Messe“ bezeichnete Liveshow übersetzt werden soll. Die süßen Früchte der eisernen Treue zu den
traditionellen musikalischen Wurzeln, bei gleichzeitiger konsequenter Weiterentwicklung ihres ureigenen Sounds, ernten POWERWOLF aber nicht nur von den Bühnen ausverkaufter Konzertsäle aus, sondern
auch an der hart umkämpften Chart-Front. Dreimal gelang in den letzten Jahren der Sprung aufs
Treppchen der offiziellen deutschen Albencharts - zweimal davon auf die Pole-Position - und im
europäischen Ausland wurden die jüngeren Veröffentlichungen „Blessed & Possessed“ und „The
Sacrament Of Sin“ mit Gold, die Hit-Single „Demons Are A Girl' Best Friend“ gar mit Platin
ausgezeichnet.
Warum außer Frage steht, dass das am 16. Juli 2021 erscheinende Opus „Call of The Wild“ in Sachen
Popularität einen weiteren Quantensprung bedeuten wird, erklärt sich sowohl langjährigen als auch frisch
gewonnenen Fans schon im ersten Hördurchlauf wie von selbst: Gerahmt vom Eröffnungs-Titel ”Faster
Than The Flame”, der sich pointiert als „POWERWOLF in Reinkultur“ beschreiben lässt, und dem
großen Finale ”Reverent Of Rats” verströmen die elf enthaltenen Songs zwar stets Vertrautes, wagen aber
auf jedem Schritt des Wegs Weiterentwicklung in vielerlei Hinsicht. So mutet etwa das
unverschämt-eingängige ”Dancing With The Dead” regelrecht tanzbar an, während ”Alive Or Undead”
als Power-Ballade allererster Güte den Ruf des Frontmanns Attila Dorn als absolutem Ausnahme-Sänger
endgültig zementiert. „Call Of The Wild“, das sich einmal mehr als heißer Anwärter auf den
Chartstürmer-Titel ins Rennen stürzt, ragt anno 2021 als turmhohes Ausrufezeichen aus der
Musiklandschaft hervor und vermittelt wie kein anderes Werk das leidenschaftliche Credo
POWERWOLFs: Metal is religion!

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dovrebbe essere pubblicato su 16.07.2021

18,95
Tedeschi Trucks Band - Layla Revisited (Live at LOCKN’)

Am 16. Juli veröffentlicht Fantasy Records “Layla Revisited (Live At LOCKN’)” der Tedeschi Trucks
Band - eine einmalige Live-Aufnahme des Derek & The Dominos-Albums “Layla and Other Assorted Love
Songs”, das mit Special Guest Trey Anastasio aufgeführt wird. Aufgenommen am 24. August 2019 auf
dem LOCKN’ Festival in Arrington, VA, fängt Layla Revisited die Tedeschi Trucks Band in ihrer besten
Form ein, wobei Anastasio die perfekte Ergänzung von Gitarrist Derek Trucks und Gitarristin/Sängerin
Susan Tedeschi darstellt.
Der Auftritt von Layla kam für die Fans völlig überraschend. Ursprünglich nur als ”Tedeschi Trucks Band
featuring Trey Anastasio” angekündigt, erwähnten die Künstler nichts von der Musik, die sie im Vorfeld
fleißig geprobt und geplant hatten. Aber die Verbindungen zwischen der Band und dem Album sind tief
in das Gewebe ihrer Existenz eingewoben. Angetrieben von zwei der größten Gitarristen des zwanzigsten
Jahrhunderts, Eric Clapton und Duane Allman, wurde Layla and Other Assorted Love Songs zufällig am
9. November 1970 veröffentlicht, dem Tag, an dem Susan Tedeschi geboren wurde. Später waren Chris
und Debbie Trucks solche Fans des Albums, dass sie inspiriert wurden, ihren erstgeborenen Sohn Derek zu
nennen. Jahrzehnte später war Trucks fünfzehn Jahre lang Mitglied der Allman Brothers Band und tourte
ausgiebig mit Clapton. Die Verbindung zwischen der Musik und den Interpreten ist so tief, dass sich dieses
Album fast schon vorherbestimmt anfühlt.

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58,78
CHAOZE ONE - VENTI

Chaoze One

VENTI

2x12inchIN205171
Grand Hotel van Cleef
16.07.2021

Jan Hertel, so CHAOZE ONE bürgerlicher Name, ist ein gesellschaftskritischer Rapper, Autor und Theaterschauspieler aus Mannheim. In seiner ersten aktiven Phase von 2000 bis 2009 veröffentlichte er zahlreiche Alben und EPs. Die Musik war immer Vehikel für seine politische Arbeit, die im Vordergrund seines künstlerischen Schaffens steht. 2019 veröffentlichte Hertel das Buch "Spielverderber - Mein Leben zwischen Rap & Antifa", in dem er seine musikalische wie politische Sozialisation beschreibt. "Venti" von CHAOZE ONE erscheint auf dem Hamburger Label Grand Hotel van Cleef. Auf dem Album finden sich 17 Stücke in knapp 70 Minuten. Als Gäste sind u.a. Torsun Burkhardt von Egotronic, Mal Éléve, Shana Supreme sowie Autor Jan Off und zahlreiche mehr zu hören. "Venti ist die erste Hip Hop-Platte auf GHvC, und der Opener Memento Moria / Die Welt brennt der erste echte Rap-Track auf unserem Label. Aber Genres sind egal. Denn beim Hören dieses Songs - auch beim vierhundertsten Mal - fangen und Gehirne und Herzen an zu glühen. Der Song und diese Platte umfasst all das, was wir denken und fühlen, wie wir Dinge sehen und was wir fordern. Und zwar ohne Zeige-, dafür ab und an aber gern mit Mittelfinger", lässt sich das Hamburger Label zitieren.

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20,13
BARRY "EPOCH" TOPPING - PARADISE KILLER (ORIGINAL GAME SOUNDTRACK)

In Zusammenarbeit mit dem britischen Entwickler-Studio Kaizen Game Works veröffentlicht das Kölner Soundtrack-Label Black Screen Records im Frühjahr 2021 Barry "Epoch" Toppings funkigen "City-Pop meets Vaporwave"-Soundtrack zu dem von der internationalen Gaming-Presse gefeierten Open World Adventure Game Paradise Killer auf Vinyl. Barrys Toppings Soundtrack erscheint auf limitiertem 180g Crystal Clear Vinyl und kommt in einem von 80er Animes & City Pop-Alben inspirierten Artwork der deutschen Designerin Mizucat. Zudem enthält das Vinyl ein gefaltetes A2 Poster und einen Download Code. Die Sounds des Paradieses. Die Musik eines kosmischen Traums. Tracks einer anderen Realität. Das Tempo eines Verbrechens, dass alle Verbrechen beendet. Der Beat von lange verlorenen außerirdischen Göttern. Die Playlist des "Investigation Freaks". Lass dich von der Musik ins Paradies führen. Fühle die glühend heiße Sonne auf deiner Haut. Rieche unerträglich heißen Beton. Genieße den süßen Geschmack von Verbrechen, begangen, auf einer tropischen Insel in einer alternativen Realität. Erinnerst du dich daran, wie wir am Strand getanzt haben? Neben den paradiesischen Straßen? Du hast mir dieses Mix-Tape auf dem Dach deines Apartments gemacht. Wir haben den Mond angestarrt. Du sagtest, du würdest den Mond töten. Ich glaubte dir nicht. Wie falsch ich doch lag.

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dovrebbe essere pubblicato su 16.07.2021

28,11
SABA ALIZADEH - I May Never See You Again

Mit "I May Never See You Again" veröffentlicht der iranische Komponist, Musiker und Virtuose der Kamanche-Geige, Saba Alizadeh am 08. Juli 2021 sein erstes Album auf dem neu gegründeten Hamburger Label 30M. Wie schon auf seinem Debütalbum "Scattered Memories" aus dem Jahr 2019 vermischt der 37-jährige Saba Alizadeh seine instrumentale Virtuosität mit sphärischer Elektronik, Samples persischer Musikinstrumente und Feldaufnahmen aus seiner Heimatstadt Teheran. Geboren 1983 in Teheran als Sohn des weltberühmten Tar- und Setar-Virtuosen Hossein Alizadeh, studierte Saba die iranische Kamanche-Geige mit Saeed Farajpoury und Keyhan Kalhor sowie Fotografie und später experimentelle Klangkunst mit Mark Trayle am California Institute of the Arts, Los Angeles. Geprägt von den konzeptuellen Herangehensweisen, wie sie dort gelehrt wurden, basiert Saba Alizadeh seine Musik auf iranischen Traditionen und Skalen, um sie im nächsten Schritt zu dekonstruieren und zu abstrahieren. Im Ergebnis begeistern die neun meist instrumentalen Tracks auf "I May Never See You Again" als klanglich ausdifferenzierte Meditationen über das Thema Erinnerung - einerseits wird die Glaubwürdigkeit und Belastbarkeit der eigenen Erinnerung musikalisch seziert, andererseits geht Saba Alizadeh z.B. in dem Track "Silences Inbetween" durchaus auch konzeptuell vor, wenn er die Atempausen der Stille in Reden von Diktatoren aus vergangenen Zeiten in akustischen Hallräumen so sehr verstärkt, dass diese Stille als Distortion hörbar wird. "Wie", fragt Saba Alizadeh, "hätte sich die Weltgeschichte verändert, wenn das Publikum in diesen Atempausen nicht andächtig geschwiegen, sondern aufbegehrt hätte?" Das Schweigen der Massen, davon berichtet "Silences Inbetween", ist also keineswegs bloß neutraler Klang oder Geräusch, sondern es besteht aus hochgradig aufgeladenen Schwingungen, die, an historischen Orten bis zur Unkenntlichkeit amplifiziert, von einer (nicht eingetretenen) Utopie berichten, einem anderen Verlauf der Weltgeschichte. Es ist in diesem Sinne vermutlich eine Fügung des Schicksals, dass sich Saba Alizadeh 2016 in Berlin mit Andreas Spechtl, dem Sänger der Band Ja, Panik anfreundete, kurz bevor Spechtl im Rahmen einer Artist Residency für ein einige Monate nach Teheran zog. Andreas Spechtl wurde im deutschsprachigen Raum vor allem dank seiner Songtexte berühmt, in denen er die Wörter ähnlich abstrakt dekonstruiert wie Saba Alizadeh die Musik. Auf "I May Never See You Again" kollaborieren Spechtl und Alizadeh auf den beiden Tracks "Phasing Shadows" und "Touch". Saba Alizadeh kollaborierte zudem noch mit der elektroakustischen Soundkünstlerin Rojin Sharafi, einer gebürtigen Iranerin, die mittlerweile in Wien lebt. Mit ihr komponierte Saba den Track "Hybrid". Nicht zuletzt wegen der anhaltenden Pandemie arbeiteten die beiden virtuell zusammen, indem sie sich Tonspuren über das Internet austauschten - auch daher der Titel "Hybrid". Mit seinen handverlesenen Kollaborationen und vor allem dank seines ausdifferenzierten Klangraums ist "If I Ever See You Again" bereits jetzt eines der herausragenden elektroakustischen Alben des Jahres. Beeinflusst von iranischer Harmonik, Musique concrète und ausgefeilter, zukunftsweisender Beat Science stehen die insgesamt neun Songs von Saba Alizadeh für einen unfassbar spannenden Akt gegenseitiger Inspiration - wenn sich iranische Skalen und westliches elektroakustisches Verständnis kraftvoll vereinigen.

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23,15
LUCY DACUS - HOME VIDEO

Manche kehren immer wieder in die Vergangenheit zurück um die Erinnerungen und Empfindungen von damals mit dem Hier und Jetzt zu vergleichen, während andere einfach nur stur nach vorne blicken - Lucy Dacus gehörte lange zur ersten Gruppe. Ihr drittes Album "Home Video" basiert auf Erinnerungen ihrer Coming-Of-Age-Jahre in Richmond, Virginia. Viele der Songs beginnen wie Memoiren und alle haben die Passion, den Humor und die Ehrlichkeit von erfrischend autobiographischen Texten. Während einer langen Zeit auf Tour hatte sich Lucy gefreut, endlich wieder Zeit in ihrer Heimatstadt verbringen zu können, nur um dort festzustellen, dass Menschen sie wie ein Zerrbild ihrer selbst betrachteten. So brach sie im August 2019 nach einem Monat der Stille kurzerhand auf, um in den Trace Horse Studios in Nashville mit ihren Freunden und Bandkollegen Jacob Blizard, Collin Pastore und Jake Finch an neuem Material zu arbeiten. Ihre boygenius Kolleginnen Phoebe Bridgers und Julien Baker stießen hinzu um ihre Stimmen den Refrains von "Please Stay" und "Going Going Gone" zu leihen. Dass "Home Video" in einer verwirrenden Zeit wie dieser erscheint, wirkt wie vorbestimmt. Nach mehr als einem Jahr zuhause und in einer Lebensphase in der Videocalls die nahezu einzige Form von Zwischenmenschlichkeit waren, ist Retroromantik für viele zum Anker und Fluchtpunkt gleichermaßen geworden. "Home Video" ist ein Beispiel dafür, wie man Verletzlichkeit in Stärke verwandelt. Ihre Stimme und Songs liefern dabei das Fundament für einen hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft, der die teils düstere Vergangenheit im Rückspiegel verblassen lässt.

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21,81

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Nepumuk - Das Chaos

Nepumuk

Das Chaos

10inchES004EP
Ear Sight
06.07.2021

Das Chaos beschäftigt uns seit jeher - als Spezies und als Individuum. Vor ziemlich genau zweitausendsiebenhundert Jahren schrieb der griechische Oldschooler Hesiod: "Wahrlich, zuerst entstand das Chaos und später die Erde …", ein Kollege berichtigte, das Chaos werde nicht geboren, sondern sei ursächlich. Aber wie verhalten wir uns diesen Erkenntnissen gegenüber? Gute Frage.

Mit der neuen 10" von Nepumuk werdet ihr dem Chaos nicht Frau oder Herr, aber das wird euch egal sein. Denn auf zwölf Tracks in 27 Minuten gibt der Nepumuk klar zu verstehen, dass das Chaos in Ordnung ist. Nicht weil es geil oder wünschenswert wäre, sondern weil es die existenzielle Grundlage jeder Punchline ist. Die sitzen, bringen Perspektive ins Chaos - setzen es in Bezug zur herrschenden Realität, bis klar wird, dass Chaos und Lebensrealität ein und dasselbe sind: Leider doch nicht in Ordnung.

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19,29

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TURBOSTAAT - NACHTBROT

Turbostaat

NACHTBROT

2x12inchNBLP1809
18NULL9
02.07.2021

20 Jahre TURBOSTAAT galt es Anfang 2019 zu Feiern - die Band beschenkte sich selbst mit dem üppigen Livealbum NACHTBROT! Die Alben drei bis sieben der Band charteten allesamt, zweimal davonTop 20 und 2020 "Utlande" erstmals sogar Top 10. Die Live-CD sowie die neue Vinylversion 2021 ist via Cargo erhältlich: Doppel-LP, weißes Vinyl, 140 gr, Klappcover mit 16-seitigen Foro-Booklet in LP-Format! "Rückblickend ist es leider nicht mehr zu beantworten, ob überhaupt jemand von uns zur ersten Probe erschienen wäre, wenn wir damals gewusst hätten, dass das automatisch bedeutet, für die nächsten zwei Jahrzehnte Verpflichtungen zu haben. Unser erstes Konzert spielten wir am 08.05.1999 als eine von drei Bands im Husumer Speicher. Marten war im Besitz eines 8-Spur Tape Recorders, dem Yamaha MT8X, mit dem wir, so gut es eben ging, im Juli 1999 im eigenen Proberaum ein Demo mit fünf Liedern aufnahmen..." Der Rest ist Geschichte, dauert nun schon 20 ereignisreiche Jahre und ist nachzuvollziehen auf "Nachtbrot", dem ersten Turbostaat Live-Album. Aufgenommen bei drei aufeinanderfolgenden Konzerten im April 2018 im Conne Island in Leipzig. Ihr langjähriger Wegbegleiter und Freund Moses Schneider produzierte das Album. "Nachtbrot" liefert eine Zusammenfassung der Bandgeschichte, zusammen mit den stets wichtigsten Bandmitgliedern: ihren Fans. Denn Turbostaat stammen aus einer Szene, in der das Agieren auf Augenhöhe Teil der Definition von Punk ist. Wie immer, seit 20 Jahren, verabschiedet sich Jan nach jeder Show mit dem gleichen Satz: "Danke euch, dass wir das hier machen dürfen".

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dovrebbe essere pubblicato su 02.07.2021

23,49
DESPERATE JOURNALIST - Maximum Sorrow

Wir haben gehört, dass Post-Punk es bis auf die Frühlingsseiten der Sunday Times geschafft hat. Oh, bleibt da dran - Desperate Journalist wüten schon seit gefühlten Äonen mit ihrer melodramatischen Mischung aus traumatisierten Gitarren und kunstvoll gebrochenem Gesang gegen den Konzern-Apparat. Sechs Jahre sind vergangen seit dem Erscheinen des teuflischen "Desperate Journalist"-Debuts in 2015. Das stürmische zweite Album "Grow Up" erschien 2017, während 2019 das stellare "The Search For The Miraculous" weit und breit zu hören war. "Maximum Sorrow!", das komplett in Crouch End inmitten der Covid-Pandemie aufgenommen wurde, strotzt nur so vor Alt-Rock-Muskeln, die in sieben Jahren unermüdlicher Auftritte und Veröffentlichungen aufgebaut wurden, wie ein wilder Panther auf der Pirsch. Angetrieben von Simon Drowners ohrwurmverdächtiger Bassline zeigt sich das Quartett schon beider Lead-Single "Fault" in makellos brutaler Form, mit Banshee-Heulen und selbstzerfleischenden Texten von Sängerin Jo Bevan: "And those teenage hangups are hard to beat / When your closet is piled up with defeat", schnauzt sie an einer besonders stacheligen Stelle, während ihr Gitarrist Rob Hardy und Schlagzeuger Caz Hellbent nur noch feuriges Öl in die akustischen Flammen gießen können. Wie ein Großteil des restlichen Albums ist "Fault" sowohl verspielt als auch voll mit Wut. Das sind Desperate Journalist in hyperdynamischer Form, superglatt, aber nie krankhaft glatt; ambitioniert und expansiv, aber immer noch selbstverliebt und durch und durch DIY. Es gibt traditionelle verzweifelte Reisen in das Herz der Dunkelheit - siehe die doomig-prägnanten Desintegrationen von "Armageddon". Und es gibt brillant beleuchtete Lichtblicke: die ohnmächtige Eleganz von "Utopia", die sardonische, melodieverliebte Frechheit von "Personality Girlfriend", die Ruhe von "Formaldehyde", ein tragisches Finale auf jedem anderen Album - hier als Opener. Ein Lob auch für die raumgreifenden, epischen Chorschübe von "Everything You Wanted" und die spektakulär bittersüßen Sehnsüchte von "What You're Scared Of", die mit verstreuten Zuckerwürfeln bestückt sind.

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19,87
LNZNDRF - II

Lnzndrf

II

12inchLNZLPC3 2
LNZNDRF
02.07.2021

Die Brüder Scott und Bryan Devendorf (The National), Ben Lanz (The National, Beirut) und Multi-Instrumentalist Aaron Arntz (Beirut, Grizzly Bear) sind mit Stirnlampen und Höhlenausrüstung ausgestattet und tauchen in einen somnambulen Raum ein. LNZNDRF's II wirkt wie eine trance-induzierende Massenhypnose. Aufgenommen in ausgedehnten, schamanistischen Jam-Sessions im Public Hi-Fi Studio in Austin, Texas im September 2019 und später bearbeitet, um dem Ganzen eine Form zu geben. Der Titelsong "Ringwoodite" mit seinen flinken, geschmeidigen und präzisen Drums ist ein sommerlicher Wunderkerzen-Song, der so schnell vorbeirauscht, dass einem schwindlig wird, wenn man seinen Spuren folgt. Es folgen das computerverliebte "Gaskiers" und die langsame Motorik-Hymne "Stowaway", die zwar klanglich nicht miteinander verbunden sind, aber LNZNDRF voll in den Kanon des seltsamen und unauslöschlichen Krautrocks einreihen. "II" scheint die Dystopie der Gegenwart ebenso zu beschwören wie das große Mysterium, das uns erwartet, wenn wir endlich die Barriere durchbrechen. Es wird keine Utopie sein, aber es wird zumindest etwas anderes sein. So heißt es im lysergischen Post-Punk-Stück "You Still Rip": "We'll live like fruitless trees towards endless breeze linked as we please, the burning bridges smolder in our wake."

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19,87
JULIANO ROSSI - DRUNK ON LOVE

Vinyl kommt in blau, Klappcover und bedruckter Innenhülle! Die meisten Dinge im Leben entstehen zufällig. Die große Liebe, eine schicksalhafte Begegnung und manchmal auch eine zweite Karriere. Oliver Perau alias Juliano Rossi hätte 1996 sicherlich nicht damit gerechnet, dass er 2021 immer noch als Rossi unterwegs sein würde. Damals hatte sich gerade die alternative Rockband Terry Hoax, die Perau 1988 mit einem Freund gegründet hatte, nach acht europaweit erfolgreichen Jahren aufgelöst. Doch Perau wollte sein Versprechen, bei der ersten Ausstellung des befreundeten Fotografen Olaf Heine zu singen, halten. Also fragte er den Jazzpianisten Lutz Krajenski, ob man zusammen alte Swing-Klassiker präsentieren könnte. Schließlich war Perau seit frühster Kindheit begeistert von Sammy Davis jr., Dean Martin, Burt Bacharach, Barbra Streisand, Tom Jones und Frank Sinatra. So stand Perau im Sommer '96 mit dem eilig ironisch hinzugefügten Künstlername Juliano Rossi vor Galeriebesuchern und Terry-Hoax-Fans und sang entrückt What the world needs now von Bacharach. "So viele entsetzte Gesichter habe ich selten gesehen" sagt Perau lachend und ergänzt nach kurzer Pause "aber für mich war es wie eine Offenbarung". 25 Jahre später veröffentlicht Juliano Rossi sein fünftes Album, Terry Hoax gibt es auch wieder und zusätzlich tourt Perau seit 9 Jahren durch Pflegeheime und macht Musik für Menschen mit Demenz. Ein sehr ungewöhnliches und in dieser dreigleisigen Konsequenz sicherlich einzigartiges Sängerleben, dass offensichtlich glücklich macht. So jedenfalls wirkt Herr Rossi und sein neues Album "Drunk On Love". Aus der Zeit gefallene glamouröse Songs irgendwo zwischen The Doors, Burt Bacharach und Dean Martin.

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21,81
YANN TIERSEN - LA VALSE DES MONSTRES/ THE WALTZ OF THE MONSTERS

Seit langem fragen Leute, ob sie diese Alben erstehen könnten und bisher lautete die Antwort: Nein. Bisher! Wir sind begeistert, die Re-Issues dieser vier unglaublichen Alben mit verbessertem Artwork bekannt zu geben. Alle Alben wurden remastered und ist zum ersten Mal überhaupt auf Englisch erhältlich (eine englische CD-Version wird später auch noch erscheinen). Als die ursprünglichen Versionen veröffentlicht wurden, wurden die meisten Exemplare in Frankreich verkauft. Aber Yann wurde, nicht zuletzt durch den Soundtrack von ,Die fabelhafte Welt der Amelie auf der ganzen Welt bekannt. Für sein internationales Publikum hat er nun höchstpersönlich seine Titel mit größter Sorgfalt ins Englische übersetzt, um sicher zu stellen, dass die Originalinhalte beibehalten bleiben. Im Januar folgen die nächsten beiden Alben. "Dies ist die Synthese aus klassischem Können, postmoderner Kreativität und zugkräftiger Vorstellungskraft. YANN TIERSEN hat ein Album geschaffen, das zwei Bewegungen vereint, denn die beiden Kompositionen wurden ursprünglich für zwei Theaterstücke - "Freaks" (nach dem Film von Tod Browning) und "Le Tambourin de Soie" (nach einem Stück von Yukio Mishima - komponiert. Das Werk ist voller neuer Gedanken; ein zukünftiger Klassiker den man unter gar keinen Umständen verpassen sollte." - La Griffe, 1995

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dovrebbe essere pubblicato su 30.06.2021

18,03
LUCY DACUS - HOME VIDEO
disponibile anche

Colored Vinyl[21,81 €]


Manche kehren immer wieder in die Vergangenheit zurück um die Erinnerungen und Empfindungen von damals mit dem Hier und Jetzt zu vergleichen, während andere einfach nur stur nach vorne blicken - Lucy Dacus gehörte lange zur ersten Gruppe. Ihr drittes Album "Home Video" basiert auf Erinnerungen ihrer Coming-Of-Age-Jahre in Richmond, Virginia. Viele der Songs beginnen wie Memoiren und alle haben die Passion, den Humor und die Ehrlichkeit von erfrischend autobiographischen Texten. Während einer langen Zeit auf Tour hatte sich Lucy gefreut, endlich wieder Zeit in ihrer Heimatstadt verbringen zu können, nur um dort festzustellen, dass Menschen sie wie ein Zerrbild ihrer selbst betrachteten. So brach sie im August 2019 nach einem Monat der Stille kurzerhand auf, um in den Trace Horse Studios in Nashville mit ihren Freunden und Bandkollegen Jacob Blizard, Collin Pastore und Jake Finch an neuem Material zu arbeiten. Ihre boygenius Kolleginnen Phoebe Bridgers und Julien Baker stießen hinzu um ihre Stimmen den Refrains von "Please Stay" und "Going Going Gone" zu leihen. Dass "Home Video" in einer verwirrenden Zeit wie dieser erscheint, wirkt wie vorbestimmt. Nach mehr als einem Jahr zuhause und in einer Lebensphase in der Videocalls die nahezu einzige Form von Zwischenmenschlichkeit waren, ist Retroromantik für viele zum Anker und Fluchtpunkt gleichermaßen geworden. "Home Video" ist ein Beispiel dafür, wie man Verletzlichkeit in Stärke verwandelt. Ihre Stimme und Songs liefern dabei das Fundament für einen hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft, der die teils düstere Vergangenheit im Rückspiegel verblassen lässt.

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Kompakt
25.06.2021

Over the past decade, Egyptian-born, Barcelona-based DJ and techno producer Raxon, known to friends and family as Ahmed Raxon, has popped out a steady stream of twelve-inch singles, precision-tooled, for labels like Cocoon, Drumcode, Diynamic, Truesoul, and Ellum Audio. An alumni of Kompakt’s Speicher series – check the insistent, vibrating pulses of “The Ancient” and “Dark Light” on 2019’s Speicher 107 – with Sound Of Mind, Raxon has produced a long-awaited debut album that’s ready and aching both for the dancefloor and the boudoir, traversing the heat of the club and the warmth of the home.

“The idea of an album has always floated around in my head for the past few years,” Raxon confirms, “but it was never the right moment in my mind.” Instead, he’s been insistently pursuing his vision of deep, elegant techno, taking him from early DJ gigs in Dubai, including the legendary audio tonic night, then relocating to Europe on the recommendation of Herman Cattaneo, all the while allowing his experiences to inform and transmute his producer’s thumbprint. He’s an architect by training (though he gave architecture up for electronic music), which might explain why Raxon productions are so sturdy and well-designed; but remember also that architecture is a field filled with brave experimentation, something Raxon definitely draws on throughout Sound Of Mind.

Like many albums from the past twelve months, Raxon’s debut developed partly thanks to the unique social situation the planet has found itself caught within. “In the beginning of 2020 I started working on a few tracks with the album in mind,” he recalls, “with no idea of what’s to come in the next few months. As catastrophic as the situation was/is, I found myself in the studio; in a way the lockdown gave me that creative freedom in the studio, to try to tell my story through sound.” And indeed, there is something in the way of ‘life writing’ about Sound Of Mind, particularly in the way Raxon’s productions pay subtle homage, perhaps, to his formative listening experiences in the late nineties.

It’s no retro trip, but there’s plenty of variety here, and a few moments that’ll tickle the collective memory – see the prowling pulsations of the opening “Majestic”, the alien breakbeat action of “Vice” and “Journey Mode”, where the interstellar tones feel like Foul Play or Steve Gurley, the leaking gas and woozy keys that make “Droid Solo” so subtly destabilising, or the strobelight drones that sputter and flare throughout “El Multiverse”, where dappled organ tones fight it out with interdimensional transmissions, all sucked into the vortex of a late-night techno mantra. Beautifully sculpted, Sound Of Mind feels consummate, an elegant set that pulls Raxon’s vision into its sharpest focus. Alive with possibilities, it’s a fever dream of creativity.

In den letzten zehn Jahren hat der in Ägypten geborene und in Barcelona lebende DJ und Techno-Produzent Raxon, der Freunden und Familie auch als Ahmed Raxon bekannt ist, eine ganze Reihe von 12inch-Singles auf Labels wie Cocoon, Drumcode, Diynamic, Truesoul und Ellum Audio veröffentlicht. Wir kennen Raxon außerdem durch seinen Beitrag zur Kompakt Extra/Speicher-Reihe – man höre sich nur mal "The Ancient" und "Dark Light" auf dem 2019 erschienenen Speicher 107 an. Nun hat Raxon mit “Sound Of Mind“ sein lang erwartetes Debütalbum produziert, das sowohl für den Dancefloor als auch für die eigenen vier Wände geeignet ist und dabei sowohl die Hitze des Clubs als auch die Wärme des eigenen Zuhauses durchmisst.

"Die Idee eines Albums schwebte in den letzten Jahren immer in meinem Kopf herum", bestätigt Raxon, "aber es gab nie den richtige Moment." Stattdessen verfolgte er leidenschaftlich seine Vision von tiefem, elegantem Techno, die ihn von frühen DJ-Gigs in Dubai, einschließlich der legendären Audio-Tonic-Nacht, dann auf Empfehlung von Hernan Cattaneo nach Europa führte. Im Laufe dieser Zeit sammelte er unzählige Erfahrungen, die es ihm erlaubten, seinen Stil als Produzent mehr und mehr zu transformieren. Raxon ist gelernter Architekt (obwohl er die Architektur für die elektronische Musik aufgegeben hat), was vielleicht erklärt, warum seine Produktionen so robust und gut durchdacht sind; aber man sollte auch nicht vergessen, dass Architektur bestenfalls immer ein Feld mutiger Experimente ist, etwas, worauf Raxon in “Sound Of Mind“ definitiv zurückgreift.

Wie viele andere Alben der letzten zwölf Monate auch wurde Raxon’s Debüt von der einzigartigen gesellschaftlichen Situation, in der sich der Planet momentan befindet, beeinflusst. "Anfang 2020 habe ich angefangen, an ein paar Tracks für das Album zu arbeiten", erinnert er sich, "ohne zu wissen, was in den nächsten Monaten auf uns zukommen würde. So katastrophal die Situation auch war/ist, ich fand mich im Studio wieder; in gewisser Weise gab mir der Lockdown auch eine kreative Freiheit im Studio, um zu versuchen, eine Geschichte durch meinen Sound zu erzählen." Und in der Tat gibt es auf “Sound Of Mind“ so etwas wie eine "Lebensgeschichte", besonders in der Art und Weise, wie Raxon’s Produktionen eine subtile Hommage an seine prägenden musikalischen Erfahrungen in den späten Neunzigern darstellen.

Es ist fürwahr kein Retro-Trip, aber es gibt hier viel Abwechslung und ein paar Momente, die das kollektive Gedächtnis kitzeln werden - zum Beispiel der sich langsam heran pirschende Pulsschlag im Eröffnungstrack "Majestic", oder die außerirdischen Breakbeats von "Vice" und "Journey Mode", in denen sich die interstellaren Sounds ein wenig wie Foul Play oder Steve Gurley anfühlen. Dann das ausströmende Gas und die wummernden Tasten, die "Droid Solo" subtil destabilisieren, oder die Strobo-Drones, die in "El Multiverse" herum sprudeln und flackern, wo einzelne Töne einer Orgel mit interdimensionalen Transmittern um die Wette strahlen und schließlich in den Strudel eines nächtlichen Techno-Mantras gesogen werden. “Sound Of Mind“ fühlt sich formvollendet an, wie ein elegantes Set, das Raxon’s Vision verstärkt in den Fokus rückt. Ein Fiebertraum voller Kreativität und Möglichkeiten.

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FAYE WEBSTER - I KNOW I'M FUNNY HAHA

Faye Webster liebt das Gefühl des sogenannten First Takes und die Direktheit, wenn sie einen Song schreibt, um dann gleich am nächsten Tag ins Tonstudio zu fahren und das Stück gemeinsam mit ihrer Band live einzuspielen. Beim genauen Hören der selbstsicheren und geradeaus kreierten Alben der 23-jährigen Songwriterin aus Atlanta wird klar, warum: Hier werden Emotionen gebündelt und verarbeitet, die so schmerzlich sind, dass sie jeden Moment nahezu lebendig werden. Webster fängt den Funken ein, bevor dieser die Möglichkeit hat zu schwinden; Textzeilen werden zu Papier gebracht, bevor diese eine Chance haben zu entfliehen. Ihr ganz eigener charakteristischer Sound bringt dabei einen flüsternd ruhigen und zuhause aufgenommen Gesang mit dem Klang der Band in einem Raum zusammen. "I Know I'm Funny haha" ist Websters vollkommenster Ausdruck dieser besonderen emotionalen und musikalischen Alchemie. Auf ihren Durchbruch mit der Veröffentlichung des Albums "Atlanta Millionaires Club" im Jahr 2019 bei Secretly Canadian folgend, blüht Websters Werdegang weiter. Ihr Klang bedient sich dabei sowohl dem von der Steel-Guitar beeinflussten Singer Songwriter-Pop und Country der 1970er-Jahre, als auch den Einflüssen und Persönlichkeiten Atlantas Rap - und R&B-Community aus der Zeit, als Webster ihr erstes Zuhause bei Awful Records fand. In den vergangenen zwei Jahren nach "Atlanta Millionaires Club" hat sich Websters Profil stetig weiterentwickelt, nachdem sie auf Festivals wie Austin City Limits und Bonnaroo spielte, einer ihrer Songs in Barack Obamas 2020-Lieblingssongs-Playlist einen Platz fand und die Musikerin sich auch verliebte. "This record is coming from a less lonely place," erklärt Webster über das Album "I Know I'm Funny haha", das sie vollkommener, aufgeweckter und selbstbewusster erscheinen lässt. Websters Musik ist vor allem geprägt von ihrer starken Persönlichkeit - dies wird auch in ihren Arbeiten als anerkannte Fotografin von Porträts und Stillleben deutlich. Viele ihrer Stücke enthalten Girl Group-artige Gesangs- bzw. Sprech-Passagen, die ihre untypischen Song-Geschichten weiter farbenfroh ausmalen.

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FAYE WEBSTER - I KNOW I'M FUNNY HAHA

Faye Webster liebt das Gefühl des sogenannten First Takes und die Direktheit, wenn sie einen Song schreibt, um dann gleich am nächsten Tag ins Tonstudio zu fahren und das Stück gemeinsam mit ihrer Band live einzuspielen. Beim genauen Hören der selbstsicheren und geradeaus kreierten Alben der 23-jährigen Songwriterin aus Atlanta wird klar, warum: Hier werden Emotionen gebündelt und verarbeitet, die so schmerzlich sind, dass sie jeden Moment nahezu lebendig werden. Webster fängt den Funken ein, bevor dieser die Möglichkeit hat zu schwinden; Textzeilen werden zu Papier gebracht, bevor diese eine Chance haben zu entfliehen. Ihr ganz eigener charakteristischer Sound bringt dabei einen flüsternd ruhigen und zuhause aufgenommen Gesang mit dem Klang der Band in einem Raum zusammen. "I Know I'm Funny haha" ist Websters vollkommenster Ausdruck dieser besonderen emotionalen und musikalischen Alchemie. Auf ihren Durchbruch mit der Veröffentlichung des Albums "Atlanta Millionaires Club" im Jahr 2019 bei Secretly Canadian folgend, blüht Websters Werdegang weiter. Ihr Klang bedient sich dabei sowohl dem von der Steel-Guitar beeinflussten Singer Songwriter-Pop und Country der 1970er-Jahre, als auch den Einflüssen und Persönlichkeiten Atlantas Rap - und R&B-Community aus der Zeit, als Webster ihr erstes Zuhause bei Awful Records fand. In den vergangenen zwei Jahren nach "Atlanta Millionaires Club" hat sich Websters Profil stetig weiterentwickelt, nachdem sie auf Festivals wie Austin City Limits und Bonnaroo spielte, einer ihrer Songs in Barack Obamas 2020-Lieblingssongs-Playlist einen Platz fand und die Musikerin sich auch verliebte. "This record is coming from a less lonely place," erklärt Webster über das Album "I Know I'm Funny haha", das sie vollkommener, aufgeweckter und selbstbewusster erscheinen lässt. Websters Musik ist vor allem geprägt von ihrer starken Persönlichkeit - dies wird auch in ihren Arbeiten als anerkannte Fotografin von Porträts und Stillleben deutlich. Viele ihrer Stücke enthalten Girl Group-artige Gesangs- bzw. Sprech-Passagen, die ihre untypischen Song-Geschichten weiter farbenfroh ausmalen.

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21,39
Gaspard Augé - Escapades

Gaspard Augé

Escapades

12inch5060766765877
Because Music
25.06.2021

Gaspard Augé hat schon immer brillant reißerische, musikalische Welten geschaffen, in denen man sich
verlieren kann. Am bekanntesten ist er als eine Hälfte von Justice, dem Duo, das Mitte der 2000er Jahre
Rock und Rave vereinte und dessen Dancefloor-Smashes eine ganze Generation definierten. Sein diesjähriges
Solo-Debütalbum „Escapades“ besiegelt seinen Ruf als Meister des Maximalismus, ein elektronischer Autor,
dessen imaginäre Soundtracks ein erfrischender Ruck aus der Realität sind. Seine köstlich massiven Traumlandschaften beschwört Bilder von progressiven, heidnischen Ritualen im Orbit oder Spaghetti-Western auf
einer Raumstation herauf. Seien wir ehrlich, der Zappa-artige Produzent hatte nie vor, eine introspektive
Platte zu schreiben: „Ich war schon immer davon besessen, überlebensgroße Musik zu machen“, sagt er.
„Vor allem, weil es mehr Spaß macht“.
Das letzte Mal hörten wir von Augé, als er und Xavier De Rosnay von Justice einen Grammy 2019 für ihr
Album ”Woman Worldwide” gewannen, ein Überarbeitungspaket ihres Katalogs aus dem letzten Jahrzehnt.
”Das Tolle an den Grammys ist, dass man im Voraus nicht weiß, ob man gewonnen hat oder nicht, also kam
es völlig überraschend”, sagt Augé. Es war eine verdiente Anerkennung für ihre gemeinsame, bahnbrechende
Arbeit. ”Wir haben uns einfach gefreut und dachten: ’Wir müssen etwas richtig gemacht haben’”, sagt
Augé. ”Und wir dachten: ’Okay, jetzt können wir dieses Kapitel abschließen’.”

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24,75
Hiraes - Solitary

Hiraes

Solitary

12inch0840588146819
Napalm Records
25.06.2021

HIRAES – die neue Melodic-Death-Metal Gewalt der Ex-Mitglieder von Dawn Of Disease
Nach der Auflösung von Dawn Of Disease steigt jetzt die furiose Melodic-Death-Metal-Gewalt HIRAES
mit ihrem Debüt wie ein Phoenix aus der Asche! Die deutsche Formation – bestehend aus Lukas Kerk,
Oliver Kirchner, Christian Wösten, Mathias Blässe und der stimmgewaltigen Britta Görtz (Critical Mess,
ex-Cripper) – veröffentlicht am 25. Juni 2021 ihr atemberaubendes, heiß ersehntes Erstwerk Solitary über
Napalm Records. Der erste Longplayer von HIRAES liefert eine aufregende und mitreißende MelodicDeath-Metal-Wucht und zeigt, dass der Fünfer schon jetzt eine ganz eigene, Identität hat. Das Konzept
der neu formierten Band basiert auf einer alles zerschmetternden Vocal-Attacke, intensiven Melodien und
elektrisierendem Gitarrenspiel, angeführt von Gitarrist Lukas Kerk als Haupt-Songwriter. Solitary feuert
ohne Zweifel den Startschuss für eine vielversprechende Zukunft ab! Denn dieser massive Melodic-DeathMetal-Angriff lässt keinen Raum für Schwächen und serviert eine aufregende Interpretation des Genres mit
hymnischen Melodien, mitreißendem Schlagzeug- und Gitarrenriffing sowie atemberaubenden Hooklines.
Gekrönt von der unverwechselbaren und vielseitigen Performance von Britta Görtz ist diese kraftvolle, neue
Formation mit ihrem Debüt ein Muss für Fans von Bands wie Insomnium, At The Gates, Arch Enemy und
Amon Amarth. Solitary wird auch als streng limitierte 1 LP Gatefold Silver erhältlich sein.

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