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HENDRIK OTREMBA - RISKANTES MANÖVER (LTD. DOPPEL-10")

Für viele Musiker ist der Schritt aus dem Kollektiv ein riskantes Manöver: Wie nämlich nehmen Band und Publikum die Entscheidung auf? Hendrik Otremba, Sänger der Gruppe Messer, stellt nun sein Soloalbum vor. Er hat es Riskantes Manöver genannt - aber nicht aus dem genannten Grund. Längst hat er sich als eigenständiger Künstler etabliert, hat als Maler, Autor und Performer stets auch zur Identität von Messer beigetragen, die gerade obendrein an einem neuen Album arbeiten - dieses Soloalbum kündet also nicht von Zwist. Wenn etwas verblüfft, dann vielleicht eher, dass Otremba nicht erneut in ein neues Medium aufbricht, sondern dorthin zurückgeht, wo alles anfing: zu den eigenen Songs, die bisher im Verborgenen lagen. Riskantes Manöver ist dabei kein Aufguss des Bekannten, aus Ennui oder Eitelkeit. Viel eher tritt der Songwriter Hendrik Otremba an die Öffentlichkeit, der sich parallel zu Messer entwickelt hat. In den vergangenen zwölf Jahren nimmt er Demos auf, experimentiert, geht intuitiv vor und findet zu einer eigenen Sprache, aus der er nun mit zwei engen Freunden ein Album ausgearbeitet hat: Multi-Instrumentalist Alan Kassab, ein Schulfreund Otrembas, und Kadavar-Schlagzeuger Christoph 'Tiger" Bartelt, schon Produzent des Messer-Debuts. Gemeinsam nähern sie sich den Demos wie einem Skript und schaffen so eine Art auditiven Autorenfilm. Im Zentrum steht eine kreative Vision, die von virtuosen Technikern und begnadeten Darstellern umgesetzt wird - neben der Kern-Crew gehören dazu Stella Sommer, Alex Zhang Hungtai (Ex-Dirty Beaches), der Otremba überhaupt erst dazu inspirierte, ein eigenes Album zu schreiben), Gregor Schwellenbach, Friedrich Paravicini, Dominik Otremba (aka Performance) - aber auch Tochter Hedi und mehr als ein Dutzend weitere Kreative zwischen Indie-Adel, Hochkultur-Bagage und Jugendfreunden. Doch nicht nur durch sein Casting-Gespür und weitere direktive Entscheidungen überzeugt Otremba, sondern vor allem mit Musik, die durch ihre Weite und einen eigensinnigen erzählerischen Ansatz gar filmisch wirkt: Als zarter Chansonier schleicht Otremba durch die Streicherschluchten von New York II, geifert als Apokalyptiker in Nektar Nektar vor Blastbeat und heulendem Saxofon, findet in der sinophilen Klavierballade Bargfeld aber auch zu Ruhe und Intimität. Brachialen Proto-Industrial und dröhnenden Goth meistert Otremba ebenso wie epischen Pop oder Großstadt-Country; hier öffnet ein Musik-Enthusiast sein vielseitiges Portfolio, in dem er als Sänger und Performer zugleich eine neue Bandbreite entwickelt. In sein Rollen-Inventar führt Otremba zudem die Figur "66 ein, ein "Zeuge des zivilisatorischen Niedergangs" und eine Art Erzählstimme, durch deren Perspektive wir auf das von Katastrophen und Verlassenheit geprägte Geschehen des Albums blicken. Otremba tritt als "66 maskiert auf, zu sehen etwa auf dem Cover der Riskantes Manöver Doppel-10-Inch. Was die Bandagen bedeuten, bleibt unklar - ein weiterer, rätselhafter Eintrag in Otrembas Privatmythologie, bestehend aus Namen, Zeichen, Bildern, die sich durch sein gesamtes Werk erstrecken. Riskantes Manöver öffnet darin nicht nur eine neue Facette, der Titel fasst zugleich das Ethos eines Arbeitens zusammen, "das nicht auf Relevanz oder Erfolg gepolt ist". Gerade, wenn dabei immer wieder Gegensätze vereint werden müssen, die an dem Menschen dahinter zerren: "Das riskante Manöver ist mit den Widersprüchen zu leben und sie im eigenen Schaffen stattfinden zu lassen. Lust und kreative Ambition als was Positives zu begreifen in einer Situation, wo das, was ich sehe, eigentlich für das Gegenteil spricht, abgründig, negativ, dämonisch ist." In diesem Sinne ist hier ein Monolith von einem Album geschaffen, der sich zugleich machtvoll und zart aufstemmt, wie es im Untertitel der Platte heißt: "gegen die Verachtung der Gegenwarth"! - Sebastian Berlich

pre-order now31.03.2023

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25,00 €
VOODOO BEACH - WONDERFUL LIFE

Nachdem sie jahrelang durch's Netz, durch Köpfe und Herzen geisterte, hier nun endlich das Debüt-Album, auf dem die mittlerweile in Berlin ansässige Formation ein graziöses Kleinod liefert, das Melancholie und Aufbruchstimmung in sich vereint und mit seiner wundervollen Inszenierung sofort unter die Haut geht. Voodoo Beach liefern mit »Wonderful Life« Postpunk / Noiserock auf höchstem Niveau. Ähnlich wie Karies, Die Nerven, Friends Of Gas oder Messer, haben sich Voodoo Beach durch 90er Jahre Noiserock prägen lassen und vermengen diese Einflüsse mit offensichtlicher Liebe zu Postpunk und Shoegaze. Harte Anschläge treffen auf durch den Äther wabernde Gitarren-Riffs, walzende Basslines und packendes Drumming. Faszinierend die Chords der Gitarre mit einem manchmal leicht nahöstlichen Touch, aber immer im Postpunk-Noiserock-Psychedelic-Modus. Darüber thronen die verrauchten Vocals von Sängerin Heike Rädeker, deren vorgetragene Texte so ehrlich sind, dass sie weh tun. Mit Hendrik Otremba (Messer) und John Moods (Fenster) konnte die Band tolle Gastbeiträge für das Album gewinnen. Eine der Platten des Jahres!

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26,85 €
Schimmel über Berlin - Eisenmund

Schimmel über Berlin

Eisenmund

12inchSA083
Static Age Musik
28.11.2025

Eisenmund, the debut by Berlin-based Schimmel über Berlin is a thing of pounding, brittle beauty that seeks to continue on from where angst-ridden, early-eighties Berlin left off. Angular, monophonic synths, guitars that slice through with wiry yet melodic urgency, basslines that pulse with a taut, driven precision and drums that meld everything together. Liv Billerbeck’s vocals come from the middle distance, drifting between detached and desperate, as if transmitted through a wintery cityscape.

Title track Eisenmund jangles with reedy synths floating over a carpet of bass and mournful vocals dripping with a sense of loss. This mood spills over into the other tracks, like post-punk jewel Schreck with its iridescently lovely guitars.

Eisenmund is sharp, atmospheric, and quietly thrilling - proof that the shadows of the eighties can still dance under today's flickering lights. The album, immaculately produced by T-Rex, captures that classic post-punk mood of urban decay, late-night introspection and stubborn sense of motion, which for someone like me, who was there back in the day, seems utterly familiar without ever sinking into mere nostalgia.

Fiona Sangster (Xmal Deutschland)
Die Band Schimmel über Berlin ist eines der vielen Klanggesichter der Liv Billerbeck, ein Gesicht, das man niemals sieht, das im Verborgenen sich umblickt und agiert und das trotzdem aber in einer seltenen Klarheit erscheint. Man sieht es beim Hören, schemenhaft. Ihr Schaffen ist befallen vom West-Berlin der 1980er Jahre (Xmal Deutschland, Malaria etc.).

Eine Rolle, gerade in der musikalischen Brillanz und Produktionsraffinesse, spielt britischer Post-Punk, der sich sehr klar auch im treibenden Spiel von T-Rex ​​​(Bass + Produktion), Việt Phương Vũ (Gitarre) und Christian Ramisch (Schlagzeug – mit Phương übrigens bei der ebenfalls sehr guten Band NOJ) zeigt: The Sound, Killing Joke et. al.!

Es handelt sich bei dieser Musik um einen Sound mit retroesquem Anstrich, der spürbar eine vergangene Luft atmet, einer Nostalgie an eine ferne Zeit anheimfällt, die das Quartett ob ihres Alters nicht erlebt haben kann, und die vielmehr eine Sehnsucht bedeutet, in der Unerfüllbarkeit eine Melancholie mitbringt, eine Art treibende Traurigkeit spürbar macht. Das allein ist groß! Was weitergehend daran aber so interessant, besonders und wahnsinnig schön ist: Das klingt in Billerbecks Schaffen – und insbesondere hier, beim Schimmel über Berlin – nicht wie eine Kopie, ein Abklatsch, eine Reminiszenz oder das, was in der so called NNDW bald flächendeckend geschieht: das Anzapfen einer überholten Coolness. Denn etwas ist ganz gegenwärtig daran, in der Eigenständigkeit, macht einem eindringlich das Hier und Jetzt spürbar, auf unterschiedlichen Ebenen: Traurigkeit, ja, aber auch Bock, bis in die Morgenstunden auszugehen, schnellen Schrittes über rutschiges Kopfsteinpflaster zu traben. Musik dann wieder zum Verkrümeln in zugigen Altbauten, von Schreien über einen nebelbedeckten See im Umland Berlins.

Und eben kein Eskapismus, auch wenn die Musik zur Flucht taugte. Merkwürdig ist, dass in dieser Retroschleife dann etwas Märchenhaftes mitschwingt. Vielleicht liegt es auch in der authentischen 1980er-Jahre Produktion, in der immer wieder so ein Klimpern, ein Schellen durchkommt. Es mag aber auch an den Texten liegen, die etwas von Minnesang haben und in ihrer Klarheit, die aus der Kühle und den Kargheiten (der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft) entsteht, doch Wärme transportieren.

Wir hören darin heute, trotz all dem Bewusstsein für die Vergangenheit, den Sound einer seltenen Dichterin der Gegenwart. Das ist von einer Intensität, die einen bald absorbiert. Eisenmund etwa, das Titelstück, ist so ein Song, bei dem man sich hinsetzen oder gleich hinlegen muss. Da sind Dinge, die man nicht ändern kann. Wie geht das? Also: nach vorne, heftig, und dann aber so weich und traurig. Hätten Schimmel über Berlin die 1980er-Jahre dieser Stadt beschallt, sie wären hiermit, das mögen sie selbst vielleicht gar nicht hören, die Helden dieser Zeit gewesen. Eisenmund ist das tollste Album, das mir seit Jahren begegnet ist – und die bisherige Klimax dessen, was aus der Allee der Kosmonauten hervorgeht.

Und wenn man das alles so hört, aufmerksam hört, wird einem, obwohl das alles so ein einziger, riesiger Hit ist, völlig klar: Hier geht es nicht darum, irgendwo damit zu landen, irgendwo mitzumischen, erfolgreich zu sein oder in aller Munde. Hier geht es darum, einfach nur genau das zu machen, was es ist! Alles andere ist egal.

Der Klagegesang wird mich immer umwehen.

– Hendrik Otremba

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22,65 €
Modus Pitch - Re:Polyism

»Re:Polyism« is a track-by-track reinterpretation of Friedrich »Fritz« Brückner’s 2022 debut solo album as Modus Pitch, »Polyism,« through artists affiliated with Altin Village & Mine and/or former collaborators of the prolific Leipzig-based musician and producer. Each track from »Polyism« has been remixed or reworked by different artists such as Modeselektor, Angel Bat Dawid, Maya Shenfield or Mouse on Mars member and HJirok producer Andi Toma, but the album—mastered by Tim Roth a.k.a. Sin Maldita and released as a strictly limited vinyl LP with reimagined artwork by Carmen Orschinski—follows the original record’s tracklist. This makes »Re:Polyism« a veritable musical prism, refracting the creativity inherent to Brückner’s genre-transcending original works through other people’s artistic lenses to create an even more colourful end result.

First off are the Gebrüder Teichmann with their take on opener »Drive,« carefully adding more depth and uncanny sounds to the jazzy, drum-focused piece. Unsurprisingly, Modeselektor go a lot further with their remix »Rainbow,« turning the two-minute track into a dubstep-adjacent banger with infectious synth work that is twice as long and comes with a mind-melting breakdown. With their take on »Hilltop Jacuzzi,« Peaking Lights turn the blissful original into a piece that calls to mind experiments at the intersection of dub, ambient, and industrial music in the mid-1990s. Cloud Management radically transform the eerie »Compound Eye Dialogue« into a rhythmically charged mid-tempo post-krautrock epic, while the Seekers International’s »Jelly Roll Dub« of »Gelée Royale« uses the original’s lush textures to turn up the intensity even further.

On the flipside, Andi Thoma gives the intricate synth pop/breakcore fusion of »Suspender« a similarly dubwise treatment before venturing into gqom territory, pulling it out of the leftfield and straight onto the dancefloor—peak-time use only. Maya Shenfeld then brings her trademark modular synth work to »Outer Veil,« accentuating the focus on Hendrik Otremba’s uncanny spoken word performance even further. This sets the mood perfectly for vocal experimentalist Agnese Menguzzato working her singular magic. Under her hands and with her voice, the multi-layered ambient soundscapes of »Lava Fans« become even larger-than-life-like than before. When Angel Bat Dawid takes the menacing drones of »Iridescent Path« as a template for a trap-inspired beat over which she lets loose on the clarinet, that serves as both the ultimate counterpoint and perfect coda to »Re:Polyism.«

These nine reinterpretations of the highly diverse source material underline Brückner’s singular approach to music-making while also emphasising their makers’ idiosyncratic talents. This makes »Re:Polyism« more than simply a remix album—it’s a polylogue between visionary minds.

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21,43 €
ANDRE JEGODKA - KOMMST DU MIT IN DEN ALLTAG? (LEBENSWELTEN VON MUSIKER*

Bekannte Musiker:innen erzählen von den Umständen, in denen man im deutschsprachigen Raum Musik macht. "Never get old" und "Sex, drugs and rock"n"roll". Das sind die Mythen. Und die Koordinaten, zwischen denen sich der Popkosmos aufspannt. Aber wie sieht das eigentlich im wahren Leben aus? Hinter allen Bühnen und Kulissen: Wie wirkt sich das Alter auf eine Musiker:innenkarriere aus? Kann ein Frank Spilker dem Alter gelassener entgegengehen als eine Christiane Rösinger? Wird es, wenn man älter wird, auch schwieriger, mit Musik Geld zu verdienen? Lohnt sich das überhaupt finanziell, Musiker:in zu sein in Deutschland? Oder sind das eh alles reiche Erb:innen? Über Besuche beim Jobcenter und jünger retouchierte Bandfotos liest man selten in Musiker:innen-Interviews. Alles, was den Mythos zum Wackeln bringen würde, wird lieber nicht angefasst. Schließlich verkauft man nicht nur Musik, sondern auch einen Traum. Oder? "Kommst du mit in den Alltag" bricht mit allen Tabus und bringt in 18 Gesprächen Künstler:innen unterschiedlichen Geschlechts und Backgrounds zusammen, um sie einmal über all das reden zu lassen, was sonst ungesagt bleibt: Wie reagieren eigentlich Freunde und Familie auf den Musiker:innen-Job? Kann man überhaupt Kinder haben, wenn man beruflich kreativ ist? Und wie hält man als Künstler:in Freundschaften zu festangestellten Eight-to-Fivern? Tut man sich etwa gut daran, jemanden zu ehelichen, damit man sich auch "wenn es mal nicht so läuft" noch den Zahnarzt leisten kann? Gespräche u. a. mit Albertine Sarges, Peter Hein (Fehlfarben), Sophie Löw (Culk), Masha Qrella, Carsten Friedrichs (Superpunk), Christin Nichols, Christiane Rösinger, Hendrik Otremba, Michael Girke (Jetzt!), Frank Spilker (Die Sterne), Katharina Kollmann (Nichtseattle), Jan Müller (Tocotronic), Jana Sotzko, Jonas Poppe (Oum Shatt), Julie Miess, Tobias Bamborschke , Bernadette La Hengst, Max Gruber (Drangsal), Paul Buschnegg (Pauls Jets), Paul Pötsch (Trümmer), Pedro Crescenti (International Music), Rick McPhail (Tocotronic) ...

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15,34€
SMILE - PRICE OF PROGRESS LP

Smile

PRICE OF PROGRESS LP

12inchSILUHC2111
SILUH RECORDS
07.06.2024

Nachpressung/Neuauflage des ausverkauften SMILE-Debuts vom letzten Jahr! Neue Vinylfarbe ist Solid Yellow, als Extra oben drauf gibt es ein 20seitiges, von Sängerin Rubee Feagan gestlatetes SMILE-Zine! SMILE zeigen mit ihrem hervorragenden Debut PRICE OF PROGRESS leichtfüßig auf, dass Post Punk im Jahre 2023 noch immer erfrischend klingen kann. Sie nehmen ihre Referenzen nicht als Dogma, bleiben experimentell, eigensinnig. Erzählerisch, eingängig, rough und anschmiegsam verschmelzen dabei die feinsinnigen, poetischen Beobachtungen von Sängerin Rubee True Fegan (USA) mit dem versierten Sound einer Band, die von Produzent Olaf Opal genau dahin gebracht wurde, wo sie hingehört: an den Startblock innovativer, kluger und sinnlicher Gitarrenmusik. In PRICE OF PROGRESS manifestiert sich das Zusammenspiel aus musikalischem Sturm und Drang und der Reife einer reflektierten Erzählperspektive. Was hier entstanden ist, klingt nun, 2023, in seiner jugendlichen Frische durchaus nach einem Debut - gleichzeitig aber nach dem Werk einer erfahrenen, über lange Zeit gewachsenen Band. Nur deutsch klingt es nicht, was sicher im Wesen von Sängerin Rubees True Fegans Heimat Albuquerque (New Mexico) begründet liegt, gleichsam aber in der Vielseitigkeit, die sich SMILE erlauben - und ihrer einhergehenden Virtuosität an den Instrumenten. SMILE versuchen sich dabei - einem Post-Punk britischer Machart folgend - durchaus in homogener Geradlinigkeit (Herrengedeck), lassen Kühle zu (Machine Dreaming) und folgen einem düsteren Ernst (Säge). Diese Facetten aber vermengen sich mit einer heiteren Experimentierfreude (Stalemate, Produce, Hungry Ghosts), mit Humor (Doohickey), mit verträumter Beschwingtheit (Commuter) und Genresprengender Pop-Af finität (Protection). So zeigt sich dieses stilsichere Album in einer Vielseitigkeit, die heute selten zu finden ist - und klingt trotzdem wie aus einem Guss. Die aus der Hüfte geschüttelte Dramaturgie ist dabei Paradebeispiel für die Innovation einer der spannendsten neuen Gitarrenbands, die nun auf dem Indielabel Siluh (Wien) eine Heimat zwischen Köln, Bonn und Albuquerque gefunden hat. Wahnsinn! (Hendrik Otremba/Messer).

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22,06 €
SMILE - PRICE OF PROGRESS LP

Smile

PRICE OF PROGRESS LP

12inchSILUHLP111
SILUH RECORDS
13.10.2023

GER SMILE zeigen mit ihrem hervorragenden Debut PRICE OF PROGRESS leichtfüßig auf, dass Post Punk im Jahre 2023 noch immer erfrischend klingen kann. Sie nehmen ihre Referenzen nicht als Dogma, bleiben experimentell, eigensinnig. Erzählerisch, eingängig, rough und anschmiegsam verschmelzen dabei die feinsinnigen, poetischen Beobachtungen von Sängerin Rubee True Fegan (USA) mit dem versierten Sound einer Band, die von Produzent Olaf Opal genau dahin gebracht wurde, wo sie hingehört: an den Startblock innovativer, kluger und sinnlicher Gitarrenmusik. In PRICE OF PROGRESS manifestiert sich das Zusammenspiel aus musikalischem Sturm und Drang und der Reife einer reflektierten Erzählperspektive. Was hier entstanden ist, klingt nun, 2023, in seiner jugendlichen Frische durchaus nach einem Debut - gleichzeitig aber nach dem Werk einer erfahrenen, über lange Zeit gewachsenen Band. Nur deutsch klingt es nicht, was sicher im Wesen von Sängerin Rubees True Fegans Heimat Albuquerque (New Mexico) begründet liegt, gleichsam aber in der Vielseitigkeit, die sich SMILE erlauben - und ihrer einhergehenden Virtuosität an den Instrumenten. SMILE versuchen sich dabei - einem Post-Punk britischer Machart folgend - durchaus in homogener Geradlinigkeit (Herrengedeck), lassen Kühle zu (Machine Dreaming) und folgen einem düsteren Ernst (Säge). Diese Facetten aber vermengen sich mit einer heiteren Experimentierfreude (Stalemate, Produce, Hungry Ghosts), mit Humor (Doohickey), mit verträumter Beschwingtheit (Commuter) und Genresprengender Pop-Af finität (Protection). So zeigt sich dieses stilsichere Album in einer Vielseitigkeit, die heute selten zu finden ist - und klingt trotzdem wie aus einem Guss. Auch die ersten drei Singles zeigen gut das Panorama, das SMILE mit ihrem Debut aufmachen: Dog In The Manger erinnert zunächst an Talk Talks Happiness Is Easy, wechselt aber nach dem Drum-Intro schnell die Spur. Der Opener der Platte stellt Rubee als Sängerin vor, die, trotz einer gewissen Gelassenheit in der Performance, von Wut und Traurigkeit getrieben ist. Der Text ist eine politische Reflexion, ausgelöst vom gekippten Abtreibungsrecht in den USA, das sich mit einer alten griechischen Fabel verbindet. So startet das Album mit einem Rätsel und offenbart, das Musik noch immer eine Waffe sein kann - aus Sound, Herz und Verstand. In Doohickey, einem der beschwingtesten Songs der Platte, kramt Rubee in ihrer Erinnerung, besucht ihre verstorbene Großmutter, eine unfreundliche alte Frau, die in ihrem Haus hortete, was sie fand. So entsteht eine Kurzgeschichte über die weirdest person alive und zeigt SMILE als Band, in der Text und Musik nicht konkurrieren, sondern stets Symbiose feiern. Zackig und temporeich wie das erzählte Leben kommen auch Gitarren und Rhythmussektion daher, finden zu einer soghaften Dynamik, ohne mit billigen Sing-alongs zu arbeiten. Protection, die dritte Single, ist wohl das eigensinnigste Stück der Platte, erzeugt, gesanglich pendelnd zwischen Blood Orange und Bands wie Siouxsie & The Banshees oder Bow Wow Wow, eine breite und intensive Palette, bringt einen The Fall-artigen Witz ein und wird zwischen den vermittelten Gefühlen zur Achterbahnfahrt. Das Stück schrieb Gitarrist Lars Fritzsche, mit dem Ziel, einen klassischen Hit zu schaffen (gelungen, wenn auch nicht klassisch!) - und schuf in der Offenheit des Songs dabei eine perfekte Fläche, die nun gleich mehrere Stimmen der Band versammelt. Im Zentrum: Rubee, die hier einen Text performt, der zwischen Traum und Cut-up ihren poetischen Glanz scheinen lässt. Die aus der Hüfte geschüttelte Dramaturgie ist dabei Paradebeispiel für die Innovation einer der spannendsten neuen Gitarrenbands, die nun auf dem Indielabel Siluh (Wien) eine Heimat zwischen Köln, Bonn und Albuquerque gefunden hat. Wahnsinn! (Hendrik Otremba)

ENG SMILE IS A POST-PUNK BAND WITH A SINGER, WHO PREFERS NOT TO SING. INSTEAD, SHE INTONES HER POETIC STORIES SPIKED WITH PERSONAL REFLECTIONS. With their excellent debut PRICE OF PROGRESS, SMILE light-footedly show that post punk can still sound refreshing in 2023. They don't take their references as dogma, remain experimental, stubborn. Narrative, catchy, rough and cuddly, the subtle, poetic observations of singer Rubee True Fegan (USA) merge with the accomplished sound of a band that producer Olaf Opal has put exactly where it belongs: on the starting block of innovative, clever and sensual guitar music. In PRICE OF PROGRESS, the interplay of musical Sturm und Drang and the maturity of a reflective narrative perspective manifests itself. Ltd pink vinyl LP!

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20,80 €
SMILE - PRICE OF PROGRESS LP

Smile

PRICE OF PROGRESS LP

12inchSILUHC111
SILUH RECORDS
13.10.2023

GER SMILE zeigen mit ihrem hervorragenden Debut PRICE OF PROGRESS leichtfüßig auf, dass Post Punk im Jahre 2023 noch immer erfrischend klingen kann. Sie nehmen ihre Referenzen nicht als Dogma, bleiben experimentell, eigensinnig. Erzählerisch, eingängig, rough und anschmiegsam verschmelzen dabei die feinsinnigen, poetischen Beobachtungen von Sängerin Rubee True Fegan (USA) mit dem versierten Sound einer Band, die von Produzent Olaf Opal genau dahin gebracht wurde, wo sie hingehört: an den Startblock innovativer, kluger und sinnlicher Gitarrenmusik. In PRICE OF PROGRESS manifestiert sich das Zusammenspiel aus musikalischem Sturm und Drang und der Reife einer reflektierten Erzählperspektive. Was hier entstanden ist, klingt nun, 2023, in seiner jugendlichen Frische durchaus nach einem Debut - gleichzeitig aber nach dem Werk einer erfahrenen, über lange Zeit gewachsenen Band. Nur deutsch klingt es nicht, was sicher im Wesen von Sängerin Rubees True Fegans Heimat Albuquerque (New Mexico) begründet liegt, gleichsam aber in der Vielseitigkeit, die sich SMILE erlauben - und ihrer einhergehenden Virtuosität an den Instrumenten. SMILE versuchen sich dabei - einem Post-Punk britischer Machart folgend - durchaus in homogener Geradlinigkeit (Herrengedeck), lassen Kühle zu (Machine Dreaming) und folgen einem düsteren Ernst (Säge). Diese Facetten aber vermengen sich mit einer heiteren Experimentierfreude (Stalemate, Produce, Hungry Ghosts), mit Humor (Doohickey), mit verträumter Beschwingtheit (Commuter) und Genresprengender Pop-Af finität (Protection). So zeigt sich dieses stilsichere Album in einer Vielseitigkeit, die heute selten zu finden ist - und klingt trotzdem wie aus einem Guss. Auch die ersten drei Singles zeigen gut das Panorama, das SMILE mit ihrem Debut aufmachen: Dog In The Manger erinnert zunächst an Talk Talks Happiness Is Easy, wechselt aber nach dem Drum-Intro schnell die Spur. Der Opener der Platte stellt Rubee als Sängerin vor, die, trotz einer gewissen Gelassenheit in der Performance, von Wut und Traurigkeit getrieben ist. Der Text ist eine politische Reflexion, ausgelöst vom gekippten Abtreibungsrecht in den USA, das sich mit einer alten griechischen Fabel verbindet. So startet das Album mit einem Rätsel und offenbart, das Musik noch immer eine Waffe sein kann - aus Sound, Herz und Verstand. In Doohickey, einem der beschwingtesten Songs der Platte, kramt Rubee in ihrer Erinnerung, besucht ihre verstorbene Großmutter, eine unfreundliche alte Frau, die in ihrem Haus hortete, was sie fand. So entsteht eine Kurzgeschichte über die weirdest person alive und zeigt SMILE als Band, in der Text und Musik nicht konkurrieren, sondern stets Symbiose feiern. Zackig und temporeich wie das erzählte Leben kommen auch Gitarren und Rhythmussektion daher, finden zu einer soghaften Dynamik, ohne mit billigen Sing-alongs zu arbeiten. Protection, die dritte Single, ist wohl das eigensinnigste Stück der Platte, erzeugt, gesanglich pendelnd zwischen Blood Orange und Bands wie Siouxsie & The Banshees oder Bow Wow Wow, eine breite und intensive Palette, bringt einen The Fall-artigen Witz ein und wird zwischen den vermittelten Gefühlen zur Achterbahnfahrt. Das Stück schrieb Gitarrist Lars Fritzsche, mit dem Ziel, einen klassischen Hit zu schaffen (gelungen, wenn auch nicht klassisch!) - und schuf in der Offenheit des Songs dabei eine perfekte Fläche, die nun gleich mehrere Stimmen der Band versammelt. Im Zentrum: Rubee, die hier einen Text performt, der zwischen Traum und Cut-up ihren poetischen Glanz scheinen lässt. Die aus der Hüfte geschüttelte Dramaturgie ist dabei Paradebeispiel für die Innovation einer der spannendsten neuen Gitarrenbands, die nun auf dem Indielabel Siluh (Wien) eine Heimat zwischen Köln, Bonn und Albuquerque gefunden hat. Wahnsinn! (Hendrik Otremba)

ENG SMILE IS A POST-PUNK BAND WITH A SINGER, WHO PREFERS NOT TO SING. INSTEAD, SHE INTONES HER POETIC STORIES SPIKED WITH PERSONAL REFLECTIONS. With their excellent debut PRICE OF PROGRESS, SMILE light-footedly show that post punk can still sound refreshing in 2023. They don't take their references as dogma, remain experimental, stubborn. Narrative, catchy, rough and cuddly, the subtle, poetic observations of singer Rubee True Fegan (USA) merge with the accomplished sound of a band that producer Olaf Opal has put exactly where it belongs: on the starting block of innovative, clever and sensual guitar music. In PRICE OF PROGRESS, the interplay of musical Sturm und Drang and the maturity of a reflective narrative perspective manifests itself. Ltd pink vinyl LP!

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22,06 €
STATION 17 - OUI BITTE

Station 17

OUI BITTE

12inchBB4301
Bureau B
15.09.2023

Eigentlich wollten Station 17 nach einer Phase der Distanz nur mal wieder beim Musizieren gemeinsam in einem Raum stehen. Sie fuhren raus aus Hamburg, auf eine abgelegene Anlage im schleswigholsteinischen Hügelland der Hohen Geest, und spielten neue Songskizzen - den ganzen Tag und bis spät in die Nacht hinein. Das Ergebnis wollten sie im Anschluss auf einem Konzert in der Hamburger Fabrik live spielen. Dass zu den Resultaten dann gleich auch ein ganzes Album zählen würde, hatte keiner aus der Band erwartet. Doch die Musik sagte es ihnen mal wieder selbst: das, was hier in der Strahlkraft des Moments entstanden war, ließ sich nicht reproduzieren. Ein Glücksmoment für das Bandkollektiv. "Oui Bitte", Station 17-Album No. 11, war entstanden. Ganz unverhofft, zwischen Pool und Forellenteich... So zeigt sich hier wieder mal und dabei par excellence: Die Musik von Station 17 ist vor allen Dingen so gut, weil es eine so große Freude bereitet, sie anzuhören. Woran liegt das? Nun, zunächst einmal bietet sie ganz unterschiedliche Zugänge! So kann man sich wahlweise auf das intuitive Referenzspiel einlassen, das hier betrieben wird, kann dabei den nachgezeichneten Genrelinien folgen (also: mit Wissen hören), kann sich aber auch an den poetischen Erzählungen orientieren, die in wenigen Worten einen weiten Nachklang eröffnen. Oder man lässt sich ganz einfach vom treibenden, elegischen Rhythmusspiel mitnehmen; liegend, tanzend, wie es gerade kommt. Alles scheint möglich in der Grenzenlosigkeit dieser Musik. Die sieben Stücke nämlich spülen diese offenherzigen Einladungen in einen fließenden, ästhetischen Strom, bündeln sie zu einem Genuss, der die eigene Disposition vergessen lässt. (Hendrik Otremba)

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26,26 €
Modus Pitch - Polyism

Leipzig-based musician, engineer, and producer Friedrich Brückner has, despite his youthfulness, been a decisive figure in the Leipzig music scene for literal decades, being involved, in one way or another, in many, if not most notable releases coming out of the city. Having received a classical musical education, Brückner most recently figured as part of the German-American band White Wine, playing the bassoon and bass, but has also, as either musician, producer or sound designer, toured internationally with the likes of Yoko Ono, Get Well Soon, Modeselektor, or Dear Reader.

For a few years now, Brückner has been working on his solo debut, which now comes in the form of his remarkable »Polyism«, out on Altin Village & Mine. On it, Brückner puts his considerable musical chops to use, in the service of a rollercoaster of an album that truly eschews categorization, being, as its title suggests, a work of being multiform. While the sound takes wide ranging cues from jazz, new age, dub, electronics to post punk, Brückner’s compositions never feel accidental in the slightest. Instead they share a distinctive sense of dramaturgy, a pronounced attention to sonic texture, and a sense of purpose both within the individual pieces as well as in the context of the album as a whole. The result is an LP that is astonishingly coherent, considering the multitude of means it employs.

On »Polyism«, Brückner also enlists a veritable all-star cast of guest performances, ranging from his parents Isabell and Bernd Brückner, both professional musicians, on saxophone, clarinet, and flute, Martin Wenk (Calexico) on trumpet, to Hendrik Otremba (Messer) and Brückner’s four-year-old daughter Rosa both on vocals, to name but a few. Each lend their own notes to »Polyism«, a work of what it means to live, that is, to be many. Truly exceptional stuff!

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expected to be published on 25.11.2022

20,13 €
Modus Pitch - Polyism

Modus Pitch

Polyism

12inchAVM074LPX
Altin Village & Mine
25.11.2022

Blue Vinyl

Leipzig-based musician, engineer, and producer Friedrich Brückner has, despite his youthfulness, been a decisive figure in the Leipzig music scene for literal decades, being involved, in one way or another, in many, if not most notable releases coming out of the city. Having received a classical musical education, Brückner most recently figured as part of the German-American band White Wine, playing the bassoon and bass, but has also, as either musician, producer or sound designer, toured internationally with the likes of Yoko Ono, Get Well Soon, Modeselektor, or Dear Reader.

For a few years now, Brückner has been working on his solo debut, which now comes in the form of his remarkable »Polyism«, out on Altin Village & Mine. On it, Brückner puts his considerable musical chops to use, in the service of a rollercoaster of an album that truly eschews categorization, being, as its title suggests, a work of being multiform. While the sound takes wide ranging cues from jazz, new age, dub, electronics to post punk, Brückner’s compositions never feel accidental in the slightest. Instead they share a distinctive sense of dramaturgy, a pronounced attention to sonic texture, and a sense of purpose both within the individual pieces as well as in the context of the album as a whole. The result is an LP that is astonishingly coherent, considering the multitude of means it employs.

On »Polyism«, Brückner also enlists a veritable all-star cast of guest performances, ranging from his parents Isabell and Bernd Brückner, both professional musicians, on saxophone, clarinet, and flute, Martin Wenk (Calexico) on trumpet, to Hendrik Otremba (Messer) and Brückner’s four-year-old daughter Rosa both on vocals, to name but a few. Each lend their own notes to »Polyism«, a work of what it means to live, that is, to be many. Truly exceptional stuff!

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Vinyl