- A1: For Hope
- A2: Speak Freely
- A3: No Form
- A4: New Order
- A5: When We Collide
- B1: Practice Love
- B2: Multiply
- B3: Let Me Be Free
- B4: De-Armouring
- B5: A Glimpse Of Hope
- B6: Malika
PAPERCUP RECORDS News
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Keshavara tragen prächtige Schnurrbärte, verwegene Kopfbedeckungen und sprechen ein abenteuerliches Patois aus Englisch, Hindi, Deutsch und Gibberish. Auf ihrem neuen Album "III" kreieren die Kölner um den deutsch-indischen Musiker Keshav Purushotham Klänge, wie andere Leute Drinks mixen, nachdem sie schon drei genossen haben: Verwaschener Kraut-Pop und diasporische Dub-not-Dub-Exkursionen werden nach Augenmaß miteinander kombiniert und wild geschüttelt. Zuckersüß mäandernde Melodien, entlehnt einem fantastischen Niemandsland in der Grenzregion zwischen exotischen Library-Kompositionen und psychedelischen Soundtracks, verschmelzen mit den Grooves einer Rhythmusgruppe, die sich auch in den Tonstudios des funky Beirut der Mittsiebziger Zuhause gefühlt hätte. Das Ergebnis sind mit surrealistischem Zuckerrand gekrönte Cocktails mit der Wirkung einer halluzinogenen Götterspeise. Musik, die schillert und flirrt, wie eine Fata Morgana in der Wüste. Keshavara klingen in einem Moment, als hätte Ennio Morricone einen Bollywood-Film vertont, und im nächsten wie ein von Curt Boettcher produzierter Eden-Ahbez-Song, oder - nicht ganz so spinös aber nichts desto weniger fantastisch - als hätten Khruangbin und Sven Wunder endlich ein gemeinsames Album aufgenommen. In den glanzvollsten Momenten fügt sich das alles wie von magischer Hand zusammen und kulminiert dann in Songs wie "Spiegelmann" und "Tableau Vivant" - fantasmorgiastischen Partys voller transkultureller Clashes, die uns Hörer dazu einladen, sie in farbenprächtige Gruppenchoreografien zu überführen.
War das Debüt von Keshavara noch ein Solo- und der Nachfolger "Kabinett der Fantasie" im Kern ein Duo-Album, so sind Keshav Purushotham, Niklas Schneider, Benedikt Filleböck und Christopher Martin mit ihrem selbstproduzierten, schlicht "III" betitelten dritten Album endgültig zu einer vierköpfigen Band zusammengewachsen … und zwar um eine alte Farfisa-Orgel herum, die eines Tages als Geschenk im Proberaum gelandet ist: Ein, auf sämtlichen Songs mal mehr, mal weniger präsentes UFO aus einer Zeit der Slow-Jams, Live-Takes und des exzessiven Space-Echo-Einsatzes. Sein analoges Blubbern und sein wabernder Funk rollt dem warmen, organischen Bandsound den roten Teppich aus, und verpasst ihm einen zärtlichen Schubs Richtung 70er. Erfrischenderweise kommt er dort niemals so richtig an, sondern bleibt immer im Fluss. Denn das eigentliche Ziel der halldurchtränkten Korridore dieses Albums ist stets der Weg, genau genommen der kunstvoll gezimmerte Holzweg, der phantastische Irrpfad. "III" ist eine Reise, auf der Zeiten und Orte keine Fixpunkte sind, sondern austauschbare Koordinaten eines augenzwinkernden Vexierspiels. Da ist es nur folgerichtig über "Indische Götter im Sauerland" zu singen. Dass ungeachtet der Nostalgie, die alle neun Songs durchweht wie ein warmer Mittelmeerwind, niemals Sentimentalität aufkommt, ist nicht zuletzt diesem Humor geschuldet.
Die ätherischen Drones, sanft nuschelnden Akkorde und geisterhaft seufzenden Soundschwaden, die Keyboarder Benedikt Filleböck seiner altersschwachen Farfisa bevorzugt in den ruhigeren Momenten und den Instrumentalnummern des Albums entlockt, bilden einen stimmungsvollen Kontrast zu den beiden anderen Säulen des Keshavara-Sounds: Christopher Martins leichtfüßig hüpfenden Bass-Dreiecken und Keshavs sonnendurchfluteten Gitarren-Ornamenten. Im Zusammenspiel mit Niklas Schneiders crispen Drumbeats entsteht ein Fundament, mit dem die kaleidoskopischen Texturen und Melodien vollständig verschmelzen.
Das Ergebnis ist das bisher homogenste Album des Quartetts. Mit "III" erweisen sich Keshavara als gewiefte Soundalchemisten und Weltenwanderer, als eine softe Macht, deren Stärke sich aus ihrer enormen Musikalität, ihrer Fabulierlust und ihrem surrealistischen Witz speist.
- A1: Hello Miss Rebekka
- A2: Disneyland '97
- A3: Adjustment Disorder
- A4: Skit
- A5: Ru/Wme
- A6: Cat Lady
- A7: Another Cat Lady
- A8: Good Life Feat. Oscar #Worldpeace
- A9: Sunset
- A10: Layla Tov
- B1: Obsessing
- B2: Truth Is Queen & Kindness Is King
- B3: Karma's A Bitch
- B4: Flutes & Strawberries
- B5: Twirl Up
- B6: Knock Knock Feat. Ray Lozano
- B7: Home
Dass solch ein Album aus Deutschland kommt? Eine Utopie. 17 Songs in einer majestätischen Mischung aus rohen 2000s R'n'B und Hip-Hop-Vibes mit Neo Soul und einer futuristischen, zeitgenössischen Jazz-Ästhetik auf einem Album, das mühelos international Standards setzt. Ein Manifest der Hoffnung, des Widerstands, der Liebe und Dankbarkeit. Eine komplexe Soundwelt, eine umwerfend druckvolle Produktion und Vocals auf höchstem Niveau. Tiefes und relevantes Storytelling, besondere Texte und Themen, die mit hetero-normativen Erzählungen brechen, das Zelebrieren von femmes* und Mothers, der unbedingte Appell ans Zuhören und den Austausch - in der hiesigen
Musik immer noch zu selten. Die unmittelbaren Geschichten um diasporische Verdrängung und Trennung, Trauer und das Finden von Trost und der Kontrast durch den Mut, die Güte und Hoffnung, die dem Album innewohnt, machen "Good Life" zu einer außergewöhnlichen Erfahrung.
Der Assistent scheint am Ende. In der dubiosen Klinik unter Palmen kommt er umnebelt zu sich. Diagnose: Amnesie am Amazonas! Eine Kakteensaft-Kur soll helfen bei der Spurensuche im Sumpf der Erinnerung. Am Ende bleibt nur die Erkenntnis: "Nichts holt mich ab, so wie die Melancholie."
Wie bei seinem Debut wird der Assistent auch beim zweiten Teil seiner Odyssee von den Klängen der späten siebziger und frühen achtziger Jahre begleitet. Ein Sound wie auf einem Mixtape, das zu lange in der südamerikanischen Sonne auf der Heckablage eines verbeulten Citroën Visa lag. Sein Sofrito aus Library-Muzak, Dub-Rhytmen, japanischem Reggae und Yachtrock, gewürzt mit Latin und Bossanova, serviert er auf zartem Weißbrot-Soul. Die Texte sind bisweilen absurd, stets sehnsuchtsvoll und mindestens doppeldeutig. Hier und da wurde ein Easter Egg versteckt: Jörg Fauser, Raymond Chandler und Agatha Christie lassen grüßen. In bekannter Marlowe-Manier driftet der Erzähler verstrahlt durch die (Alp-)Traumwelten seiner acht Lieder. Ist es Tom Hessler selbst, der dort im Zerrspiegel der Cocktailbar erscheint, oder sein Alter Ego? Der Assistent kehrt zurück als relaxed-verzweifelter Fitzcarraldo, der versucht einen Urlaubsdampfer voller Grooves aus der Spree über einen Zauberberg im Regenwald zu hieven, und dabei in Welten jenseits von Raum und Zeit entschwindet. Dabei helfen Wolfgang Pérez (Golf), Magic Manfred (Stella and the Longos), Pedro Goncalves Crescenti (The Düsseldorf Düsterboys, International Music) u.v.a.
- A1: Signale
- A2: Domino
- A3: Das Objekt
- A4: Schwalben
- B1: Titelmelodie
- B2: Mann Ohne Vergangenheit
- B3: Das Süße Leben
Songs zur Entspannung. Zum Runterkommen. Auf eine sehr aufmunternde Art und Weise. Trotz der in der Musik verhandelten Melancholie. Der Assistent klingt dabei nach der Rhythmus-Maschine von Timmy Thomas (R.I.P.), Die Sterne auf Dub, The Durutti Column in „little fluffy clouds“, den Traumwelten von Anna Domino oder den bittersüßen Spannungsbögen eines Krzysztof Komeda zwischen Mystery, Crime und Amore. Dabei immer maximal entspannt. Und immer als Dienstleister guter Vibrationen. "Signale der Nachsicht" heißt das bei ihm. Lauter sanfte Titelmelodien für unser aller individuell fragile Leben. Ganz nebenbei hat er dem Buchstaben W eine Hymne für alle Ewigkeit geschrieben. Wie schön!
Das zweite Album der Kölner Band „Is There More Past Or More Future“ erklingt im Vakuum zwischen Retro und Zukunft, zwischen lebendigem 70er psychedelic und modernem Pop-Songwriting. Man verliert sich, um diese ganz eigene, melancholische Euphorie zu feiern. Der typische ACUA- Sound bedeutet spacige Gitarren, energetische Drums, torkelnde Synthesizer und singende Bass-Lines.
Mit einer Nonchalance, die fast unheimlich selbstverständlich daherkommt, bringt jeder Song auf A Modern Act die menschliche Natur auf den Punkt. Oder eher gesagt die Naturen, Plural, da jeder Song einer bestimmten "modernen" Person, Situation oder Beziehung gewidmet ist. Ultra-spezifisch und zugleich universell, das ist die Schönheit dieses Flickenteppichs aus unverhohlenen Beobachtungen.
Die ehrlichen und schnörkellosen Klavierballaden des ersten und letzten Songs legen sich wie eine zurückhaltende Klammer um die schrilleren Geschichten, die dazwischen erzählt werden. Das heitere und dunkle Long Blonde Hair weckt offensichtlich Erinnerungen an Stars mit wasserstoffblonden Haaren, die wir alle kennen und liebevoll verachten. Indoor Miners lässt uns genüsslich langsam in unseren eigenen Abstieg taumeln. Die verführerische Kombination aus Indie-Folk und Bombast, verpackt in sich wiederholenden Arrangements, lässt Hollywood Diamonds genau nach dem klingen, was es ist: Die scharfe Kritik eines Außenseiters an einer ausbeuterischen Industrie. Typisch für Collberg überlässt er es der eigenen Fantasie, die Leerstellen zu füllen, aber das Gerüst steht.
A Modern Act ist eine Sammlung autobiografischer Vignetten und Kurzgeschichten, die verspielt in persönlichen Befangenheiten schwelgen. In einem Anflug von kreativen Bewusstsein hat Collberg seine eigene kleine Gesellschaft erschaffen. Nicht immer schmeichelhaft widmet er sich dem, was glitzert, und dem, was düster ist. Anders als bei seinen früheren Werken standen diesmal alle Texte, bevor er die Musik komponierte. A Modern Act entstand im Januar 2021 und wurde in den folgenden Monaten zusammen mit Miccel Mohr (History of Sugar, Soho Rezanejad) in Kopenhagen, Dänemark aufgenommen und produziert, wobei Daily Tolliver (Molly Burch) an der Gitarre für den Titelsong "A Modern Act" mitwirkte.
On the album "Kabinett der Phantasie", Keshav Purushotham's second, and the first with his partner Niklas Schneider, you hear music to which you flex your limbs in slow motion, smoke a meerschaum pipe, drink heavily sweetened mocha and roll your eyes to the beat. An album for which the long overdue niche „Phantastische Musik" finally belongs, if only to avoid having to label the sound with appropriate but unwieldy labels such as “Exotic Spiritual Pop” or “Outernational Downbeat Psychedelia”.
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