Joep Beving, einer der bekanntesten und meistgestreamten Pianisten weltweit, veröffentlicht Liminal. Inspiriert von Guillaume Logés Buch Renaissance sauvage lädt das Album ein, das Verhältnis von Mensch
und Natur neu zu denken. Liminal erscheint am 20. März 2026.
Die von Logé entworfene Vision einer Welt, in der der Mensch die Natur als kreative Partnerin begreift,
faszinierte Beving so sehr, dass er 15 neue Stücke schrieb, die durchaus Teil einer Renaissance-Bewegung
des 21. Jahrhunderts werden könnten. »Mit dieser Musik wollte ich unseren kleinen, aber bedeutsamen
Platz im großen Ganzen erkunden«, erklärt er, »weg vom menschenzentrierten Denken, hin zu einer Weise
des Schaffens ›mit‹ der Natur, statt getrennt von ihr.«
Es entfaltet sich ein oszillierender Klangraum: »Wie ein fortdauernder Dialog zwischen Kontrolle und Intuition. Er erkundet jenen Zwischenzustand – die liminale Zone, in der Bedeutung erst entsteht.«
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In seiner Besprechung von Mark Turners letztem Quartettalbum für ECM, Return From The Stars (2022),
bezeichnete Peter Rüedi in der Weltwoche das Programm als „die denkbar schlankste, konzentrierteste
und inspirierteste improvisierte Kammermusik.“ Eine treffende Beschreibung für die kraftvollen Quartettausarbeitungen des Tenorsaxophonisten, die auf Patternmaster ihre bislang ausgereifteste und zugleich
durchschlagskräftigste Form erreicht zu haben scheinen.
Kompromisslose Improvisation ebenso wie kühle Kontrolle sind die antreibenden Motoren einer Gruppe,
die ihr gemeinsames musikalisches Verständnis über Jahre hinweg auf Tour und im Studio weiterentwickelt
hat. Turner und Jason Palmer entfalten Themen mit weitreichenden harmonischen Implikationen, getragen von Joe Martin am Kontrabass und Jonathan Pinson am Schlagzeug – Musikern, die sich mit den
Bläsern auf melodischer, harmonischer und rhythmischer Ebene mit großer Intensität verzahnen. Den sechs
Originalkompositionen Turners wohnt eine zeitlose Qualität inne, die den Geist der klassischen Bebop-Ära
aufgreift und zugleich in die Zukunft weist.
Patternmaster, 2024 in Südfrankreich aufgenommen, wurde von Manfred Eicher produziert.
- You're Free To Go
- Rust & Wire
- Waits For Me
- Like You Really Mean It
- Turning Away
- Exquisite Skeleton
- The Store
- Ready Or Not
- Point Of View
- Afarin
- Destroying You
- Enough
Der US-amerikanische Musiker Anjimile Chithambo (ann-JIM-uh-lee) hat sich in den vergangenen Jahren als eigenständige Stimme etabliert. In der Indie-Szene Bostons bekannt geworden, entwickelte er einen persönlichen, ehrlichen Stil, der Spiritualität, Identität und Nähe miteinander verbindet. Mit dem gefeierten Album "Giver Taker" (2020) setzte sich Anjimile mit Zugehörigkeit und Selbstverständnis auseinander. "The King" (2023), sein erstes Album auf 4AD, thematisierte Selbstbestimmung und seine Erfahrungen als schwarze Trans-Person in einer Zeit tiefgreifender persönlicher und gesellschaftlicher Veränderungen. Diese Themen führt Anjimile auf seinem neuen Album "You"re Free to Go" weiter. Im Mittelpunkt steht die Frage, was geschieht, wenn man Kontrolle loslässt und neue Formen von Bindung und Freiheit zulässt. Das Album verarbeitet Trennungen, neue Beziehungen, Verluste und Neuanfänge und beschreibt einen Weg zurück zu Vertrauen ins eigene Leben. Der Titel spiegelt eine offenere Sicht auf Beziehungen wider, geprägt durch Erfahrungen mit non-monogamen Modellen. Produziert von Brad Cook (Bon Iver, Waxahatchee) und unterstützt von Gästen wie Sam Beam (Iron & Wine), entfaltet sich "You"re Free to Go" organisch und intim. Musikalisch verbindet Anjimile Folk mit Alternative-Pop-Einflüssen der späten 1990er-Jahre. Auch stimmlich zeigt er sich weiterentwickelt - eine bewusste Veränderung, die der emotionalen Tiefe des Albums zusätzliche Kraft verleiht.
- A1: Call Of The Swift
- A2: Fantasy
- A3: Nocturnal Vision
- A4: The Pain Keeper
- A5: The City Works Like This
- A6: In The Open
- A7: My Life's Solid
- A8: You're Pulling At The Same Strings
- A9: Paler Streams
- A10: A Dark Score
Splatter Vinyl, limitiert auf 800 Exemplare. Das Schweizer Quartett Lone Assembly präsentiert mit "Knots & Chains" ein Debütalbum voller in Schmerz, Entfremdung und Trauer getränkter Hymnen, die dennoch Hoffnung, Stärke und Mut entfalten. Im dunklen Goth-Gewand gehüllt, ist das Album eine Wave/Synth-Pop-Erkundung von Kontrolle in all ihren Facetten: sei es durch andere, uns selbst oder die Umstände und Orte, die uns prägen. Bereits mit ihrer EP "That Never Happened" (2024), einer Hommage an eine verlorene geliebte Person, reifte die Band zu weit mehr als einem musikalischen Projekt. Lone Assembly wurden zu einem Raum der Heilung, der Nähe und der Notwendigkeit. Diese existenzielle Dringlichkeit, die die Band zusammenschweisst, durchzieht auch das Debütalbum - noch intensiver und deutlicher als zuvor. "Knots & Chains" ist ein Spiel mit chiaroscuro und wirft Licht auf Songs, die aus tiefer Dunkelheit hervorgehen. Jede Komposition untersucht eine Form von Kontrolle: die Macht anderer, wie in "You're Pulling at the Same Strings", wo der Protagonist das Unheil im Gegenüber zu begreifen versucht, das in diesem schlummert; die Herrschaft über das eigene Ich, eindrucksvoll dargestellt in "The Pain Keeper" und "My Life's Solid"; die Macht von Orten, die über uns bestimmen, etwa in "The City Works Like This", wo die Stadt zum atmenden Organismus mutiert - absorbierend, verzerrend, abstossend. Trotz der düsteren Themen blitzen immer wieder Hoffnungsmomente auf, am stärksten im unbändigen "In the Open". "Das Album formt sich zum Zyklus zwischen Erstickung und Aufatmen, wandert von erdrückender Enge zu befreiender Weite", so Sänger Raphaël Bressler.
- Frenzy
- Lotosesser
- Brute Force
- Sublime
- And The Clocks Were Striking
Am 20. Februar 2026 erscheint GLENs viertes Studioalbum - ein fünf Tracks umfassendes, instrumentales Statement aus noisegetriebener Energie und eklektischer, frei formulierter Experimentierlust. Benannt nach dem ersten Satz aus George Orwells 1984, entfaltet sich das Album als hypnotische Kraft strukturierter Chaoszustände: viszeral, im besten Sinne verstörend und mit absoluter Überzeugung vorgetragen.Das grenzüberschreitende Quartett aus Berlin - bekannt für seine intensive Verbindung aus Art Rock, Post-Rock und freier Improvisation - erweitert seine klassische Besetzung aus zwei Gitarren (Wilhelm Stegmeier, Eleni Ampelakiotou), Bass (Roland Feinäugle) und Schlagzeug (Achim Faerber) um Gastmusiker*innen und ein erweitertes Instrumentarium, das von Clavinet bis Synthesizer reicht. So entstehen immersive, dichte und langsam brennende Klangarchitekturen.Geprägt von Wiederholung, Spannung und ständiger Transformation bewegen sich die transluzenten Soundlandschaften zwischen explosiver Energie, struktureller Präzision und freiem Fluss der Improvisation. Körperlich, atmosphärisch und kompromisslos oszilliert GLEN zwischen Minimalismus und Eruption. Roh und zugleich bewusst kontrolliert - ein gelenktes Chaos, angetrieben von Reibung, Wiederkehr und gradueller Metamorphose.
Vinyl[18,91 €]
„Wuthering Heights“ ist Charli xcx neues Album, welches sie für Emerald Fennells gleichnamigen neuen Film für Warner Bros. Pictures geschrieben. Der Film läuft unter dem deutschen Titel „Sturmhöhe“ am 12. Februar 2026 in unseren Kinos an, das Album erscheint einen Tag später bei Atlantic Records und kann ab sofort vorbestellt werden. Fennells Verfilmung erzählt eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Literatur in einer radikal eigenen, zeitgenössischen Interpretation: Margot Robbie spielt Cathy, Jacob Elordi verkörpert Heathcliff. Ihre verbotene Anziehung schlägt um in eine Beziehung, die sich zwischen Begehren, Abhängigkeit und Kontrollverlust immer weiter auflädt.Für die vielfach ausgezeichnete britische Schauspielerin, Filmemacherin und Drehbuchautorin Emerald Fennell ist „Wuthering Heights“ nach „Promising Young Woman“ und „Saltburn“ die dritte Regiearbeit. Charli sagt über die Zusammenarbeit: „Emerald hat mich letztes Jahr an Weihnachten angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, an einem Song für ihre Adaption zu arbeiten. Ich habe das Drehbuch gelesen und war sofort inspiriert. Finn Keane und ich begannen daraufhin nicht nur an einem, sondern an mehreren Songs zu arbeiten, die sich stimmig in die Welt einfügen, die Emerald erschafft. Nach meinem letzten Album war es befreiend, komplett in etwas Neues einzutauchen – in einen Gegenpol zu dem, womit ich mich zuvor so intensiv beschäftigt hatte. Wenn ich an Wuthering Heights denke, denke ich an Leidenschaft und Schmerz, an England, an die Moore, an Matsch und Kälte, an Entschlossenheit und Härte.“
Vinyl[30,88 €]
„Wuthering Heights“ ist Charli xcx neues Album, welches sie für Emerald Fennells gleichnamigen neuen Film für Warner Bros. Pictures geschrieben. Der Film läuft unter dem deutschen Titel „Sturmhöhe“ am 12. Februar 2026 in unseren Kinos an, das Album erscheint einen Tag später bei Atlantic Records und kann ab sofort vorbestellt werden. Fennells Verfilmung erzählt eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Literatur in einer radikal eigenen, zeitgenössischen Interpretation: Margot Robbie spielt Cathy, Jacob Elordi verkörpert Heathcliff. Ihre verbotene Anziehung schlägt um in eine Beziehung, die sich zwischen Begehren, Abhängigkeit und Kontrollverlust immer weiter auflädt.Für die vielfach ausgezeichnete britische Schauspielerin, Filmemacherin und Drehbuchautorin Emerald Fennell ist „Wuthering Heights“ nach „Promising Young Woman“ und „Saltburn“ die dritte Regiearbeit. Charli sagt über die Zusammenarbeit: „Emerald hat mich letztes Jahr an Weihnachten angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, an einem Song für ihre Adaption zu arbeiten. Ich habe das Drehbuch gelesen und war sofort inspiriert. Finn Keane und ich begannen daraufhin nicht nur an einem, sondern an mehreren Songs zu arbeiten, die sich stimmig in die Welt einfügen, die Emerald erschafft. Nach meinem letzten Album war es befreiend, komplett in etwas Neues einzutauchen – in einen Gegenpol zu dem, womit ich mich zuvor so intensiv beschäftigt hatte. Wenn ich an Wuthering Heights denke, denke ich an Leidenschaft und Schmerz, an England, an die Moore, an Matsch und Kälte, an Entschlossenheit und Härte.“
- Spandrel?
- Pitch Black
- Oil/Too Much
- Closer To Midnight
- Body/Prison
- Lies?
- Eyes/Not Enough
- The Lungs Of A Burning Body
- Xyz/Labyrinth
- Black Hole
In der Evolutionsbiologie beschreibt der Begriff ,Spandrel" die Merkmale eines Organismus, die nicht fürs Überleben wichtig sind und keinen offensichtlichen Zweck haben. Das Wort kommt aus der Architektur und bezeichnet die dreieckigen Räume in den Ecken eines Bogens: kleine ästhetische Elemente, die für Symmetrie sorgen und Grenzen markieren. Die Musikerin und Sängerin Evita Manji stellt auf ihrem Debütalbum eine undurchsichtige Frage und fragt sich angesichts eines großen Verlusts, welche Teile von uns zum Durchhalten beitragen und welche vielleicht nur Deko sind. Ihre Tracks, die aus den Dämpfen zeitgenössischer Clubmusik, Barock-Pop und experimentellem Sounddesign zusammengesetzt sind, sind für Manji eine Möglichkeit, ihre Beziehung zur Welt im Allgemeinen und zu sich selbst im Besonderen zu untersuchen, Kontrollsysteme zu zerlegen und die Vernetzung hervorzuheben. Manji ist seit einigen Jahren eine ätherische Präsenz in der Szene und arbeitet als Soundkünstler und Kreativdirektor mit zahlreichen Künstlern zusammen. Letztes Jahr starteten sie ihre eigene Plattform myxoxym, wo sie zwei Singles aus ,Spandrel?" veröffentlichten und eine ambitionierte Fundraiser-Compilation mit Rainy Miller, Palmistry, Cecile Believe und anderen zusammenstellten, um Geld für den griechischen Tierschutzfonds ANIMA zu sammeln. Manji trat weltweit auf Festivals wie Unsound, Lunchmeat und Rhizom auf, spielte in Clubs in Berlin und London und wurde ausgewählt, die Plattform Shape+ im Jahr 2022 zu vertreten. Diese Erfahrungen fließen in ,Spandrel?" ein und helfen ihnen, ein komplexes künstlerisches Gewebe zu weben, das weit unter die Oberfläche des Daseins blickt und versucht, das Unheil des globalen Klimawandels mit Themen wie Selbstverwirklichung, Liebe und körperlicher Autonomie in Einklang zu bringen. Das Album beginnt mit dem Titeltrack, einer einleitenden Zusammenfassung, die die Zuhörer auf das vorbereitet, was sie gleich hören werden. Manjis Gesang schwingt mit einem eingestöpselten Gefühl kybernetischer Melancholie und filtert die Flut von Rhythmen und harmonischen Themen der Welt zu geschmeidigem, clubtauglichem Pop, der von ihrer fortschrittlichen Klangwelt getragen wird. Von dort aus werden wir in die Traurigkeit des atmosphärischen Klagelieds ,Pitch Black" hineingezogen, einer Meditation über den Tod, die tiefe Bässe unter Schichten von choraler Glückseligkeit versinken lässt und an die Kirche und die Tanzfläche erinnert, ohne die Kraft der beiden gegensätzlichen Elemente zu opfern. Ihre Dunkelheit wird in ,Oil Too Much" von innen nach außen gedrängt, einem Kommentar zur Ölindustrie aus der Perspektive des Tierreichs, der gleichzeitig als neonfarbener Ausdruck der zeitgenössischen Depression dient. Aber in ,Body/Prison" klingt Manji am offensten, spricht ehrlich über die dunkelsten Momente ihres Lebens und gesteht ihre tiefsten Gefühle über sengende, von Trance inspirierte Synthesizer und groteske Percussion. ,Spandrel?" ist ein Album, das Zeit braucht, um sich zu entfalten, und Manjis Themen hallen durch eine Geschichte wider, die älter ist als die Popmusik. Es ist tragisch, romantisch und poetisch und weigert sich entschieden, sich von den drängendsten Themen unserer Zeit abzuwenden.
RUHR is a project born between Verona and Berlin, mixing rough analog synth sounds inspired by the beginning of the minimal noise experimental wave in the 70's and the need of violent dance moves coming from the repetitive structures of early EBM. Minimal aestethic, High Contrasts and screamed dadaistic/political lyrics portrait a vision of sensual industrial soundscape and the need of social riot.
- 1: You Could Perhaps
- 2: Dream Life
- 3: Antarctica
- 4 20: Days Of Summer
- 5: Alpha Centauri
- 6: Shoe Shaped Cloud
- 7: Neon Lights
- 8: Gold Mine
- 9: Some Days (Feat. Fenne Kuppens)
- 10: Oh, My Father
Die italienische Singer-Songwriterin Marta Del Grandi veröffentlicht Ende Januar 2026 ihr neues Album Dream Life bei Fire Records, ihre erste neue Musik seit dem raffinierten, hingebungsvollen Pop ihres Albums Selva aus dem Jahr 2023. Del Grandi kehrt mit einem Album zurück, das in einem Feld der Träume spielt, einer multidimensionalen Panoramaaufnahme, unterbrochen von gelassener Desillusionierung, die musikalische Grenzen überschreitet, während persönliche Hoffnungen und Sehnsüchte gegen die Weite der Sterne und darüber hinaus geworfen werden. Das Album beginnt mit ,Antarctica", einem Song, der sich mit dem ethischen Dilemma der Welt auseinandersetzt und uns mit einem Riff, das an Talking Heads in ihrer Blütezeit erinnert und mit abstrakten Phrasierungen à la Laurie Anderson durchsetzt ist, aus unserer Komfortzone reißt. ,Neon Lights" unterstreicht diese Stimmung, geht jedoch auf einer persönlicheren Ebene darauf ein. Die verzerrten Gitarren und der wandernde Bass bieten einen härteren Einblick in rebellische Selbstfindung, eingebettet in einen symphonischen Klangteppich. Weiter in ,Dream Life" ist ,Alpha Centauri" ein eindringliches, introspektives Stück Pop-Magie, das Martas wunderschöne Stimme in Nostalgie für die Teenagerzeit schwelgen lässt und ihr inneres Kind wiederentdeckt, während eine entfernte Tuba eine Gegenmelodie trägt. Der Titeltrack untersucht den Quantensprung zwischen Realität und unseren Träumen und Ambitionen und bildet einen Kontrapunkt zu ,Shoe Shaped Cloud" und seiner grüblerischen Untersuchung einer gescheiterten Beziehung, die von einer schmerzerfüllten Stimme vorangetrieben wird, die an Radiohead in ihrer zerbrechlichsten Phase erinnert. Das Album spiegelt das wachsende Bewusstsein wider, dass wir die Zukunft oder das Ergebnis unserer Pläne nicht vollständig kontrollieren können. Dieser rote Faden zieht sich durch das gesamte Album, eine Reise, die poetisch, ironisch und tief in der Gegenwart verwurzelt ist. ,Mein vorheriges Album Selva hatte einen poetischen und bukolischen Charakter - in meinem Kopf kann ich mir jeden Song als Ölgemälde vorstellen - Dream Life hat einen zeitgemäßeren Ansatz, mit Texten, die politische und soziale Themen berühren, einer expliziteren persönlichen Erzählweise und einem klareren Pop-Sound. Es ist eher wie ein Fotobuch, klarer und detaillierter." - Marta Del Grandi Limitiertes, goldfarbenes Vinyl, bedruckte Innenhülle, mit DLC oder Digi-Sleeve CD.
Was also geschieht, wenn Paris und Havanna aufeinandertreffen? Die beiden Künstler tauchen tief in die kubanische Tradition ein und spielen zugleich mit klassischen Formen. Dabei rufen sie eine Epoche in Erinnerung, die Roberto nur allzu gut kennt – die des frühen 20. Jahrhunderts, als sich spanische klassische Musik und kubanische Rhythmen vermischten und das entstehen ließen, was später Danzón und Danzonete genannt wurde. Fonseca und Segal fügen dem eine Prise Improvisation hinzu – und damit Moderne.
Man sucht diese Musik nicht, und man hört sie auch nicht, um sie zu analysieren – sie kommt zu einem. Ihre Subtilität überrascht, weil sie in Bildern spricht. Das melodische Wechselspiel kitzelt die Wahrnehmung, zieht einen in die Außenwelt und umhüllt einen, während es zugleich im Inneren weiterlebt. Es ist eine Welt aus Echos und Erinnerungen, ein Wirbel aus Ideen und Gefühlen, die sich ständig erneuern und immer neue Bedeutungen finden.
In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz allgegenwärtig scheint – sowohl in der Musikindustrie als auch in unserem Alltag –, erinnert uns diese Musik daran, dass das Geheimnis nicht darin liegt, zu kontrollieren, hinzuzufügen oder die Schöpfung für sich zu beanspruchen, sondern vielmehr darin, zu dekonstruieren, wegzulassen und Raum für Klarheit zu schaffen. Das Geheimnis besteht darin, den kreativen Prozess zu seinem Wesenskern zurückzuführen – Nuit Parisienne à La Havane tut genau das. Es ist ein Album, das nicht um unsere Aufmerksamkeit bittet, keine Rezensionen erwartet und keine Analyse einfordert. Es will gefühlt werden – vielleicht sogar betrachtet – wie eine Abfolge von elf Kurzfilmen, die sich vor unseren Augen entfalten. Es liegt an uns, die Bilder in unserem Geist schweben zu lassen, sie aufzunehmen und schließlich wieder verschwinden zu lassen.
Diese fünftägige Improvisationssession führt uns durch höchst unterschiedliche Genres: von kubanischen Rhythmen verschiedener Epochen über französisches Chanson, klassische Musik, afrikanische Rhythmen bis hin zu östlichen Einflüssen. Sie stellt die Frage: Was wäre, wenn auch die Musik mit den großen Herausforderungen der modernen Welt konfrontiert würde?
- A1: Butterflies
- A2: Edges
- A3: In The Snow
- A4: Rip Time And Thought
- A5: Dreamer
- A6: Sleepwalker’s Pendulum (Feat. Bea1991)
- B1: Someone
- B2: Mirrors (Feat. Yuné Pinku)
- B3: Tell Me (Feat. Blood Orange)
- B4: My Candle
- B5: Enemy
- B6: Ruins Of A Lost Memory
Sassy 009 ist das wandelbare Projekt der in Oslo ansässigen Produzentin, Songwriterin und Sängerin Sunniva Lindgård. Dreamer+ ist ein Album, das Lindgård seit Jahren in Gedanken mit sich trägt: ein konzeptgetriebenes Werk, zusammengesetzt aus fast vier Jahren Studioarbeit – und ein ambitionierter Versuch, die volle Kontrolle über ihre Kunst auszuüben.
Gelenkt von frisch verzerrten Vocals und Elementen aus Grunge, Shoegaze, 90er-Beatronica und schimmerndem Hyperpop ist das Album zugleich ein Protokoll der Selbstentdeckung und Selbstaufgabe, durchzogen von Gastbeiträgen von Blood Orange, BEA1991 und Yunè Pinku.
Dreamer+ ist im Kern ein fiktionales Werk, ein düsteres Märchen, in dem Träume und Emotionen durch eine Landschaft von Gestaltwandlerfiguren, dunklen Kräften und moralischen Verantwortungen verarbeitet werden. Auf eine Mission in eine verlassene Stadt geschickt, wird Lindgård zur eigenen Hauptfigur, hineingestoßen in eine „magische, aber verzerrte traumähnliche Welt“ nach einer fatalen Begegnung: „Ihre Liebe zu Jakov ist absurd eng mit seinem Sterben verwoben; kein Weg könnte sie davon fortführen."
- A1: Call It Confidence
- A2: Indigo
- A3: Not To Anybody
- B1: I Feel Embarrassed
- B2: Bus Crush
- B3: All Over Again
Mit Framing Reality veröffentlichen The Livelines aus Osnabrück ihre neue EP - ein musikalisches Coming-of-Age-Tagebuch zwischen Selbstzweifel, Selbstbehauptung und dem Versuch, Kontrolle in einer sich ständig verändernden Welt zu finden. Die sechs Songs zeigen eine junge Band, die ihre Realität selbst in die Hand nimmt: ehrlich, direkt und mit einem Sound, der Pop-Melancholie mit tanzbarer Rock-Energie verbindet.
Nach über 60 Shows, zahlreichen Festivalauftritten, Supporttouren für Acts wie KAFFKIEZ, DAMONA und Hi! Spencer sowie ausverkauften Headline-Shows machen The Livelines klar, dass sie gekommen sind, um gehört zu werden. Framing Reality steht für den Versuch, das eigene Leben zu rahmen - zu entscheiden, wie man gesehen wird, wie man sich selbst sieht und was man aus den Dingen macht, die man nicht ändern kann.
The RIOT DJ-BACKPACK XL is a high-end, extremely rugged-built backpack designed for the heavy-travelling Pro-DJ. It comfortably holds any digital gear from Kontrol S4 to battle-mixers such as Rane Sixty-Two or Pioneer DJM-S9 along with a laptop and accessories. Constructed entirely from hardwearing PVC Tarpaulin, its outer shell and all zippers are fully waterproof which ensures your gear is protected even in the worst weather. The featured “Zip-Around-Expansion-System” means the main compartment’s capacity can be doubled, turning the RIOT DJ-Backpack into the ultimate versatile packing monster.
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Pioneer DDJ-SB3
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Pioneer DDJ-RB
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Pioneer DJM-S9
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Rane Sixty-Two
Rane Sixty-Eigth
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Vestax VCI-380
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Soft-fleece lining
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Rubber corner protectors and rubber feet
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The “Zip-Around-Expansion-System” doubles the main compartment’s capacity
Main compartment can be packed and unloaded in the “DJ-booth-friendly” stand-up position or in the fully opened and unfolded position to gain easy access
Separate and fully padded laptop-compartment up to 17”
Two large front pockets with internal mesh pouches provide perfect organization of small accessories
Padded back panel with airflow system, ergonomic backpack straps and chest straps
Top and side carrying handles
Detachable trolley sling
Hand luggage compatible
+ SPECS
+ Outer dimensions: 56 x 37 x 23 cm
+ Inner dimensions: 51 x 32 x 8 cm
+ Weight: 3,0 kg
R2 2-CHANNEL ROTARY DJ MIXER
Introducing the Headliner R2, a 2-channel rotary DJ mixer that
is perfect for DJ’s looking for precise control and a warm sound,
without breaking the bank. The R2 is packed with features, like an
analog filter and 3-band isolator EQs on each channel, and uses
only high-quality components, including genuine ALPS potentiometers.
Featuring two stereo channels with selectable Line and Phono
RCA inputs, each channel on the Headliner R2 comes equipped
with gain control with a peak LED, a 3-band isolator EQ, a headphone cue selector, a large channel volume control knob, and a
filter activation switch.
The Master channel boasts an analog filter, headphone monitoring,
and output control section. The analog filter features selectable
High Pass / Low Pass Filter modes with Frequency and Resonance
controls, giving you precise control over your sound. Independent
Master and Booth outputs with volume controls, both with balanced
XLR and unbalanced RCA connectors, give you the flexibility to
connect to any sound system.
The Headliner R2 features genuine ALPS potentiometers, and a
sturdy metal enclosure with stained wood side panels for a classic
look that will complement any DJ setup. The modular internal
construction, coupled with the external power supply connected
via locking Mini XLR ensure superior audio performance.
The Headliner R2 is a reliable, high-quality mixer that will give
your DJ performances that classic vibe. Whether you’re spinning
house, techno, or classic funk/soul/disco jams, this fun little mixer
is the perfect addition to your setup.
• Two stereo channels with selectable Line and Phono RCA inputs
• Each channel features Gain control with Peak LED, 3-Band Isolator EQ, Headphones Cue selector with LED, channel
volume control and filter activation switch with LED
• Master channel features analog filter, headphone monitoring and output control section
• Analog filter features selectable High Pass / Low Pass Filter modes with Frequency and Resonance controls
• Genuine ALPS potentiometers
• Headphone Cue control section features volume control, mix control (Cue/Master), and split monitor switch
• High current headphone amplifier with dual 1/4” and 1/8” jacks
• Independent Master and Booth outputs with volume controls, balanced XLR outputs and unbalanced RCA outputs
• Additional Record output with unbalanced RCA jacks
• Dual LED level meters for the Master output
• Microphone input with level control on front panel
• Sturdy metal enclosure with stained wood side panels
• Modular internal construction for superior audio performance
• External split rail power supply connected via locking Mini XLR connector and push-button power switch
• Measurements: 320 x 219 x 106 mm
• Weight: 2.8 kg
Microphone Input
Nominal Input Level: -50dBu
Frequency Response: 20Hz – 20kHz (+/- 0.1dB)
THD + N: 100dB
Crosstalk: 100dB
Übersprechen: < -65dB
THD + N: < 0,05%
Kopfhörerausgang
Maximaler Ausgangspegel: 70mA/Kanal in 150Ω
Minimale Lastimpedanz: 32 Ohm/Kanal
Stromversorgung
Typ: Extern mit verriegelbarem Mini-XLR-Stecker
Eingangsspannung: 100-240v ~ 50/60Hz
Ausgangsspannung: +/-15V; 500mA
Spannungsbereich: 32 Ohm/Kanal
- A1: Shame
- A2: Broken Promises
- A3: What Do You See In Me?
- A4: Face It 5. The First Time Feat. Trevor Borg
- B1: The Love You Took Away
- B2: Waves
- B3: Ishimura
- B4: Two Minds In One
Villain of the Story sind zurück... Mit „Convergence: Two Minds In One“ präsentiert die Band ihr bislang persönlichstes, künstlerischtes und kompromisslosestes Werk. Das Album erscheint am 26. September und markiert ein neues, kraftvolles Kapitel: Eine Wiederauferstehung voll emotionaler Tiefe, gesanglicher Entwicklung und einer Geschichte, die den Breakdowns an Intensität nichts nachlässt. Die Platte steht sinnbildlich an einem Wendepunkt; zwischen Licht und Dunkelheit, Heilung und Zerstörung. Mit dem Einstieg des neuen Sängers Cody Crook meldet sich Villain of the Story eindrucksvoll zurück und liefert ein Album ab, das messerscharfen Metalcore, mitreißende Melodien und schonungslos ehrliches Storytelling vereint, auf eine Art, wie es nur wenige Bands wagen. Klanglich geht die Band dabei so weit wie nie zuvor, jeder Song ist emotional aufgeladen und bis ins Detail durchdacht. Doch „Convergence“ ist mehr als nur ein Album. Es ist eine Geschichte über Schmerz, Liebe, Verlust und den inneren Kampf. Erzählt wird das Leben eines Mannes, der von seinen Traumata und einem dämonischen Wesen – sei es real oder sinnbildlich – verfolgt wird, das sich von seinem Leid nährt. Eine Geschichte über Erlösung, die zur Tragödie wird: Liebe hat ihn einst gerettet, doch der Verlust droht alles zu zerstören. Im finalen Titeltrack „Two Minds In One“ kulminiert das Drama mit der alles entscheidenden Frage: Wer hat am Ende die Kontrolle? „Das übergeordnete Thema des Albums ist, dass nicht jede Geschichte ein Happy End hat. Am Ende haben wir die Wahl: Werden wir zu den schlimmsten Versionen unserer selbst, wenn alles zerfällt, oder nehmen wir den Schmerz an und versuchen, neu anzufangen?“ –Villain of the Story Egal ob du Villain of the Story von Anfang an verfolgst oder gerade erst entdeckst, „Convergence: Two Minds In One“ beweist, dass diese Band Veränderungen nicht nur überlebt, sondern daran wächst.
- Hell Bent For Sæther
- The Walls Of Crystal Keep
- Unicorn
- Sternenfels Space Gate
- Everywhere I Rest My Head The Ground Is Shifting
- The Magic Balloon
Clear Vinyl. Mit ihrem Debüt The Empty Space Between A Seamount And Shock Headed Julia hinterließen The Black Cat's Eye 2023 ein bemerkenswertes Echo in der Szene - ein energetisches und atmosphärisches Werk, das Psychedelic- und Postrock-Elemente auf einzigartige Weise vereinte und schnell vergriffen war. Nun, zweieinhalb Jahre später, präsentiert das Frankfurter Quintett sein neues Album Decrypting Dreams Of Weird Animals And Strange Objects. Auch diesmal lotet die Band die Grenzbereiche zwischen Psychedelic-, Kraut- und Post-Rock aus. Die Musik oszilliert zwischen hypnotischem Drive, verträumten Gitarrenflächen und dynamischen Spannungsbögen. Das Album umfasst sechs Songs, deren Spannweite von fünf- bis zehnminütigen Klangreisen reicht. Neu ist, dass diesmal zwei Bandmitglieder Kompositionen beisteuerten: Neben Gitarrist und Bandgründer Christian Blaser stammt die Hälfte des Materials von Bassist Jens Cappel. Sein kraftvoller, direkter Stil ergänzt Blasers atmosphärischen Ansatz ideal. Blaser: ,Auf dem Debütalbum stammten alle Stücke von mir. Als Gründer der Band lag mein Fokus zunächst darauf, eine musikalische Vision und Richtung vorzugeben. Jens war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so in die kreativen Prozesse eingebunden, obwohl er ein außerordentlich talentierter und umtriebiger Musiker ist. Er veröffentlicht regelmäßig großartige neue Musik auf den Bandcamp-Seiten seiner eigenen Projekte, zum Beispiel The Black Black Paint. Als es dann an das Schreiben neuer Songs für das zweite Album ging, brachte Jens einige wirklich tolle Demos mit ein." Stilistisch verbindet das Album, wie schon der Vorgänger, klassische 70er-Einflüsse mit zeitgenössischer Rockmusik - man hört Anklänge an Can, Motorpsycho, Neu!, Indie- und Stonerrock, aber auch an David Gilmours Gitarrenästhetik. Die Musik ist instrumental, einzig im finalen Stück ,The Magic Balloon" übernimmt Jens Cappel den Gesang. Ähnlich rätselhaft wie bei der ersten Platte klingt der Albumtitel: Decrypting Dreams Of Weird Animals And Strange Objects. Blaser erklärt: ,Der Titel ist inspiriert von einem faszinierenden Aspekt der US-amerikanischen TV-Serie Westworld. Dort werden humanoiden Robotern Gefühle und Träume einprogrammiert. Doch weil diese Androiden dadurch immer menschlicher werden, geraten sie außer Kontrolle - die Programmierer suchen daraufhin den Fehler in den von ihnen geschriebenen Quellcodes, analysieren die künstlichen Gefühle, Gedanken und Träume mithilfe ihrer Computerprogramme. Übertragen auf unsere Realität ist der Titel durchaus ironisch gemeint. Unsere moderne Technik vermittelt den Eindruck, wir könnten jeden Bereich unseres Lebens vollständig steuern. Selbstoptimierung und die Kapitalisierung des eigenen Ichs werden zum obersten Prinzip. Eine trügerische Illusion, denn wir sind nur winzige Teile eines größeren, für uns unergründlichen Ganzen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Was kann Kunst zu unserer Wahrnehmung der Welt beitragen? Welche Bedeutung hat es, sich mit musikalischen Mitteln auszudrücken? Durch Technik, Mathematik, Physik und reine Vernunft kommen wir dem Wunder des Lebens und dem Sinn unserer Existenz nicht wirklich näher. Was uns bleibt, ist das Ritual, die Beschwörung, die Ekstase. Musik, Tanz, Malerei, Geschichten - sie offenbaren für kurze Momente den wahren Kern des Lebens, richten unser Verhältnis dazu neu aus und verbinden uns mit dem Universum." Aufgenommen hat die Band wieder im Tonstudio Bieber in Offenbach am Main. Oli Rüger, Studiobetreiber und selbst Musiker, hat langjährige Erfahrung mit dem Aufnehmen von Gitarrenbands. Innerhalb von drei Tagen spielte die Band die Basic Tracks live ein, anschließend ergänzten sie diese durch Overdubs. Rüger war auch als Co-Produzent beteiligt. Cappel: ,Oli hat das richtige Händchen für die perfekte Balance zwischen rohen, heftigen und filigranen Sounds, ohne gleichzeitig den Blick für das große Ganze zu verlieren." Das Werk wurde final von Krautrock-Legende Eroc gemastert - eine passende Wahl für eine Band, die sich nicht nur als Erben der 70er sieht, sondern diese Tradition aktiv in die Gegenwart weiterdenkt. Das monochrome Cover-Artwork unterstreicht eindrucksvoll die dunkle Atmosphäre der Musik. Es verdeutlicht den konzeptionellen Ansatz der Band, Musik nicht nur als Klang, sondern als Raum, Konzept und visionäre Erzählform zu begreifen. Das Titelbild - eine scheinbar endlose Spirale, Symbol für DNA-Strukturen und Ewigkeit - wurde vom italienischen Grafiker Daniele Stochino entworfen. Die Innenseite des Gatefolds verbindet dieses Motiv mit einer Illustration des in Berlin lebenden Grafikers und Musikers Max Emil Hurlebaus. Durch farbige Akzente eröffnet sie kontrastreich neue Perspektiven.
“Oh damn I got fired suddenly, replaced by a hydraulic pump with life long guarantee”.
The undefinable Kaboom Karavan returns to the dusty Belgian roads with a total Fiasko! - or a full blown disaster if you will (seen from a minimalist perspective), although one that might be the antidote to the sterilised and scattered world that increasingly surrounds us. Fiasko! represents a musical chaos that feels both ecstatic, fun, as well as deeply melancholic. Like an overwhelming moment where the world seems to touch you on all senses. This is music for a new underground of black tie workers raising up to the dullness of societal norms by connecting to their inner child. It’s protest music towards the new normal, where the rules are thrown out of the window and unpredictable sense of joy prevails. Shortly said, Fiasko! Is contemporary exotica made by a madman with too much time on his hands.
As usual, Kaboom Karavan releases contains a conglomerate of strange, mostly home made instrumentation, which will be too long to list here. To shorten it down… Bram Bosteels himself, the captain of the ship, plays all kinds of acoustic instruments, guitars, electronics and uses his voice. Additionally we have Bart Maris on trumpet, tuba and trombone. Stefaan Smagghe plays violin and sarangi. Lastly we have Raphael de Cock on such typical instruments as igir, jadagan and uillean pipes. All that remains to be said is: Bring your neighbour, let yourself loose and have some fun. Listen to Fiasko!
- The Plaintiff
- Dance With Me
- See What You Don't See
- Into The Dark
- I'll Be Gone
- The Boat
- Neverland
- Water Wrestler
- Fucked Up!
- A Thousand Wine And A Beer
Hinter dem Album steht Kilian Bungert, der sich mit seinem Alter Ego "stoic mind" einen Raum geschaffen hat, in dem sich Stärke und Verletzlichkeit nicht gegenseitig ausschließen. Die Songs auf seinem beeindruckenden Debüt "to know what i"m scared of" sind ein Blick nach innen - reduziert, ehrlich, suchend. Hier gibt es kein Pathos und keine Statements. Es gibt nur die leise, emotionale Einladung Teil einer Reise zu werden, die bereits vor drei Jahren begonnen hat und die mit Stücken wie der Single "see what you don"t see" oder dem ergreifenden "the boat" einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Indie, Folk, Country und kontemporärem Pop. Aber mehr noch als der Stil ist es die Haltung, die hier Relevanz schafft: Musik, die nichts beweisen will, aber viel zeigt. Von der Suche nach Klarheit. Von Selbstzweifeln, die zu Verbündeten werden. Von Momenten, in denen Kontrolle auf Intuition trifft. Und von dem Mut, loszulassen - ohne zu wissen, was danach kommt.
Bereits im Jahr des Erscheinens schrieb Richard Lehnert im Stereophile, dass Tord Gustavsen „mit seinem
ersten Album als Bandleader ein Instant-Klassiker gelungen“ sei. Lehnert bezeichnete Gustavsen zudem als
„Meister pianistischer Kontrolle und Zurückhaltung“ – Eigenschaften, die der norwegische Pianist schon
damals in höchster Vollendung beherrschte und seither in wechselnden ECM-Kontexten konsequent weiterentwickelt hat. Alle Qualitäten, die Gustavsen eine so unverwechselbare – und rückblickend auch prägende
– kompositorische Stimme verleihen, waren bei der Erstveröffentlichung von Changing Places im Jahr 2003
bereits vollständig präsent: Musik, die singt, zugleich zart und kraftvoll. Gustavsen schreibt Klänge, die
wie künftige Standards wirken: lyrische, unmittelbar einprägsame Stücke, von anziehender Frische, zugleich
von raffnierter Beschäftigung mit der melodischen Linie geprägt. Von Beginn an ließ sich Gustavsen von
Gospel und Chorälen inspirieren und verband diese Traditionen organisch, während das Trio innerhalb der
Strukturen frei improvisierte. Nun erscheint das Album erstmals als Teil der Luminessence-Serie auf Vinyl
– auf zwei LPs im Tip-On-Gatefold-Cover.
Cate Le Bons siebtes Album 'Michelangelo Dying', dessen Entstehung von purer Emotion geleitet wurde, hat das Album, das sie zu machen glaubte, verdrängt. Als Produkt eines alles verzehrenden Herzschmerzes überwanden ihre Gefühle ihren Widerwillen, ein Album über die Liebe zu schreiben, und wurden in diesem Prozess zu einer Art Exorzismus. Herausgekommen ist ein wunderbar schillernder Versuch, eine Wunde zu fotografieren, bevor sie sich schließt - und dabei auch in ihr zu stochern.
Musikalisch gibt es eine Fortsetzung und Erweiterung eines Sounds - eine Maschine mit Herz -, der auf ihren letzten beiden Platten 'Reward' (2019) und 'Pompeii' (2022) Gestalt angenommen hat, da Le Bon zunehmend selbst die Kontrolle über das Spielen und Produzieren übernommen hat. Wenn Gitarren und Saxophone durch Pedale gepresst und Perkussion und Stimmen durch Filter gejagt werden, entsteht ein schillernder, grüner und seidiger Sound, in dem die künstlerischen Eigenheiten von David Bowie, Nico, John McGeoch und Laurie Anderson aufblitzen und wieder verschwinden.
Was übrig bleibt, ist eine sich ständig verändernde, kontinuierliche Einheit, eine Art Songzyklus. Jede Iteration reflektiert die letzte und entwickelt sie weiter. „Jede ist eine Scherbe desselben zerbrochenen Spiegels“: Sie verschiebt sich, glitzert, verbirgt und enthüllt, je nachdem, wie sie im Licht gedreht wird. Letztendlich gibt es, so Cate, „keine Enthüllungen. Keine Schlussfolgerungen. Es gibt keinen Grund. Es gibt nur Wiederholungen und Chaos. Ich habe mir schließlich erlaubt, einen offenen Geist zu haben, um es ohne Widerstand zu erleben, ohne nach einer Offenbarung oder Ordnung zu suchen.“
'Michelangelo Dying' ist eine Übung in der Viszeralität des Lebens, der Liebe und der Menschlichkeit, sowohl für den Hörer als auch für die Künstlerin selbst, und es weiß, was es heißt Halt zu geben, gehalten zu werden aber auch sich ganz und gar allein zu fühlen. „Die Figuren sind austauschbar“, schließt Cate, „aber am Ende bin ich es, der sich selbst begegnet.“
- LP: (Vollfarbige Hülle, 140g schwarzes Vinyl, bedruckte Innenhülle und Download-Karte)
Cate Le Bons siebtes Album 'Michelangelo Dying', dessen Entstehung von purer Emotion geleitet wurde, hat das Album, das sie zu machen glaubte, verdrängt. Als Produkt eines alles verzehrenden Herzschmerzes überwanden ihre Gefühle ihren Widerwillen, ein Album über die Liebe zu schreiben, und wurden in diesem Prozess zu einer Art Exorzismus. Herausgekommen ist ein wunderbar schillernder Versuch, eine Wunde zu fotografieren, bevor sie sich schließt - und dabei auch in ihr zu stochern.
Musikalisch gibt es eine Fortsetzung und Erweiterung eines Sounds - eine Maschine mit Herz -, der auf ihren letzten beiden Platten 'Reward' (2019) und 'Pompeii' (2022) Gestalt angenommen hat, da Le Bon zunehmend selbst die Kontrolle über das Spielen und Produzieren übernommen hat. Wenn Gitarren und Saxophone durch Pedale gepresst und Perkussion und Stimmen durch Filter gejagt werden, entsteht ein schillernder, grüner und seidiger Sound, in dem die künstlerischen Eigenheiten von David Bowie, Nico, John McGeoch und Laurie Anderson aufblitzen und wieder verschwinden.
Was übrig bleibt, ist eine sich ständig verändernde, kontinuierliche Einheit, eine Art Songzyklus. Jede Iteration reflektiert die letzte und entwickelt sie weiter. „Jede ist eine Scherbe desselben zerbrochenen Spiegels“: Sie verschiebt sich, glitzert, verbirgt und enthüllt, je nachdem, wie sie im Licht gedreht wird. Letztendlich gibt es, so Cate, „keine Enthüllungen. Keine Schlussfolgerungen. Es gibt keinen Grund. Es gibt nur Wiederholungen und Chaos. Ich habe mir schließlich erlaubt, einen offenen Geist zu haben, um es ohne Widerstand zu erleben, ohne nach einer Offenbarung oder Ordnung zu suchen.“
'Michelangelo Dying' ist eine Übung in der Viszeralität des Lebens, der Liebe und der Menschlichkeit, sowohl für den Hörer als auch für die Künstlerin selbst, und es weiß, was es heißt Halt zu geben, gehalten zu werden aber auch sich ganz und gar allein zu fühlen. „Die Figuren sind austauschbar“, schließt Cate, „aber am Ende bin ich es, der sich selbst begegnet.“
- LP: (Vollfarbige Hülle, 140g schwarzes Vinyl, bedruckte Innenhülle und Download-Karte)
- A1: A New World Rising 1:20
- A2: Innovation 3:17
- A3: Against The Machine 4:11
- A4: Freedom 3:11
- A5: We'll Find A Way 3:49
- A6: Cross The Line 4:04
- A7: Next Generation 3:38
- B1: Fire In Your Eyes 3:28
- B2: Leave Behind 4:12
- B3: Paradigm Change 3:28
- B4: Fear Out Of Time 5:17
- B5: Behind The Shield Of Misery 3:50
- B6: Straight To Hell '25
FOR FANS OF: Helloween, Gamma Ray, Primal Fear, Grave Digger, Running Wild, Blind Guardian, Hammerfall
Beginnen wir diese kleine Abhandlung mit einer selbstbewussten These: In der langen erfolgreichen Karriere der deutschen Band Rage hat es
vermutlich noch kein Album gegeben, dass in einem so hohen Maße die positive Stimmung unter den beteiligten Musikern, ihre Spielfreude, die
Kreativität und den Optimismus widerspiegelt wie ‚A New World Rising‘. Knapp zwei Jahre nach dem eher dystopischen Vorgänger ‚Afterlifelines‘
feuern Peavy Wagner (Gesang, Bass), Jean Bormann (Gitarre) und Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos (Schlagzeug) diesmal ein positives, ultra-heavy
Thrash Metal-Feuerwerk ab, das den typischen Rage-Sound mit modernen Elementen kombiniert und in seiner Gesamtheit das bis dato
abwechslungsreichste Werk der Band darstellt. „Nicht nur für uns, sondern für alle Menschen gilt: Wir müssen rauskommen aus dem destruktiven
Mindset, das derzeit überall zu finden ist. Viele denken, die Welt geht unter, alles wird schlechtgeredet, und manches davon ist sogar gezielt
gesteuert, denn mit Angst kann man Menschen besser kontrollieren. Deswegen lautet unsere Botschaft: Denkt für euch selbst! Und glaubt nicht alles,
was man euch erzählen will!“ erklärt Bandgründer Peavy Wagner den Grundtenor von ‚A New World Rising‘.
- Why Don't You Eat Carrots?
- Meadow Meal
- Miss Fortune
WHITE VINYL[24,79 €]
Mit Faust erschien 1971 eines der kompromisslosesten Debütalben der Musikgeschichte - ein Werk, das bis heute als Grundstein des Krautrock gilt. Jetzt wird dieses legendäre Album von Bureau B neu aufgelegt - roh, radikal und visionär wie eh und je. Was als Suche nach einer deutschen Antwort auf die Beatles begann, wurde zu einem anarchischen Klangexperiment: In einem umgebauten Schulhaus in Wümme lebte und arbeitete die Band wie in einer Kommune - mit selbstgebautem Studio, völliger kreativer Freiheit und einem Hang zum Kontrollverlust. Das Ergebnis: ein Album, das mit Tape-Loops, Improvisation, Dada-Collagen und Noise-Elementen die Rockmusik dekonstruiert und neu zusammensetzt. Tracks wie "Why Don"t You Eat Carrots" oder "Miss Fortune" sind keine Songs im klassischen Sinn, sondern klanggewordene Manifeste - roh, verspielt, politisch, poetisch. Faust ist ein Meilenstein für Fans von Avantgarde, Post-Rock, Industrial und experimenteller Elektronik - und ein faszinierendes Zeitdokument aus einer Ära des musikalischen Aufbruchs.
Mit Faust erschien 1971 eines der kompromisslosesten Debütalben der Musikgeschichte - ein Werk, das bis heute als Grundstein des Krautrock gilt. Jetzt wird dieses legendäre Album von Bureau B neu aufgelegt - roh, radikal und visionär wie eh und je. Was als Suche nach einer deutschen Antwort auf die Beatles begann, wurde zu einem anarchischen Klangexperiment: In einem umgebauten Schulhaus in Wümme lebte und arbeitete die Band wie in einer Kommune - mit selbstgebautem Studio, völliger kreativer Freiheit und einem Hang zum Kontrollverlust. Das Ergebnis: ein Album, das mit Tape-Loops, Improvisation, Dada-Collagen und Noise-Elementen die Rockmusik dekonstruiert und neu zusammensetzt. Tracks wie "Why Don"t You Eat Carrots" oder "Miss Fortune" sind keine Songs im klassischen Sinn, sondern klanggewordene Manifeste - roh, verspielt, politisch, poetisch. Faust ist ein Meilenstein für Fans von Avantgarde, Post-Rock, Industrial und experimenteller Elektronik - und ein faszinierendes Zeitdokument aus einer Ära des musikalischen Aufbruchs. Erstmals als weiße limitierte Vinyl-Edition
- A1: Plans Change
- A2: Different Phases
- A3: Future Memories (Feat. Larry June)
- A4: Outta Bounds
- A5: Seeing Double
- A6: Nothing To See Here
- A7: Define Success
- A8: Stay Alive (Feat. Blu)
- B1: Nothing's Perfect
- B2: Favorite Injury (Feat. Domo Genesis)
- B3: Top Seeded
- B4: Greatest Motivation (Feat. Theravada)
- B5: Rain Every Season (Feat. The Alchemist)
- B6: Laughing Last
- B7: Dutch Angle
Cassette[20,59 €]
Im Eröffnungstrack von Unlearning Vol. 2, seinem fünften Soloalbum, bricht Evidence zunächst mit Mustern. "Set the autopilot, cruising speed", sagt er - eine Zeile, die an seinen charakteristischen entspannten Flow erinnert. Aber anstatt zu cruisen, wählt der aus Venice stammende Musiker die Störung. "That's a setup for a punch to land with 'true indeed'," fährt er fort und gibt den Ton für ein Album vor, bei dem es weniger um Bequemlichkeit und mehr um Transformation geht. Der Titel des Tracks "Plans Change" könnte nicht passender gewählt sein. Seit seinem Auftauchen mit Dilated Peoples hat Evidence immer eine kühle, mühelose Kontrolle ausgestrahlt. Aber "Unlearning Vol. 2" lehnt wie sein Vorgänger aus dem Jahr 2021 jedes Abgleiten in den Status eines Vermächtnisses ab. Es ist nicht nur ein stilistischer Schwenk, sondern eine tiefere, introspektivere Reise, die in technischer Meisterschaft wurzelt, aber von Instinkt und Neugier angetrieben wird. Anstatt vergangene Erfolge zu recyceln, erkundet Evidence raueres, emotionales Terrain und kreiert einen Sound, der sowohl geerdet als auch experimentell ist. Die Produktion zieht Tracks wie Sebb Bashs erschütterndes "Seeing Double", C-Lances nostalgisches "Top Seeded" und Evidence' eigenes unheimliches "Greatest Motivation" in einen hypnotischen Bann. Dennoch bleibt seine Stimme der Anker, der den Dunst mit Präzision und Tiefe durchschneidet. Tracks wie "Nothing's Perfect" zeigen seine lyrische Beweglichkeit, während "Laughing Last" Stoizismus und Verletzlichkeit in Reflexionen über Familie und Verlust verbindet. Die Kollaborateure stammen aus verschiedenen Epochen - The Alchemist, DJ Babu, Blu, Domo Genesis, Larry June, Conductor Williams und viele mehr -, doch das Projekt wird von einem gemeinsamen Ethos getragen: sich neu zu erfinden, einen neuen Kontext zu schaffen und Schmerz durch Kreativität einem Zweck zuzuführen.
- A1: Girl Violence
- A2: Jaime
- A3: Origin
- A4: I Feel Pretty
- A5: Cry Cry Cry
- A6: Get Your Heart Broken
- A7: Girls
- B1: Covers
- B2: Say What You Will
- B3: Rip Kp
- B4: Alone Again
- B5: Slow Down And Shut Up
- B6: Serena
Ltd. Orange Vinyl[26,68 €]
'Girl Violence' ist das dritte Album der New Yorker Künstlerin King Princess (Mikaela Straus) und ihr bisher persönlichstes und unverblümtestes Werk. Sie schrieb das Album, nachdem sie eine langjährige Beziehung, einen Major-Label-Deal und eine Stadt, die ihr den Funken nahm, hinter sich gelassen hatte. Es fängt das Chaos, die Klarheit und die Katharsis eines Neuanfangs ein.
In kühnen Pop-Hymnen und intimen Bekenntnissen erforscht Straus die nuancierte, chaotische und magnetische Dynamik der Liebe zu Frauen. Das Ergebnis ist eine Platte, die emotional wild, klanglich furchtlos und zutiefst selbstbewusst ist.
Seit ihrem Durchbruch mit der Platin-zertifizierten Hymne '1950', die über eine Milliarde Streams verzeichnen konnte, hat sich King Princess einen einzigartigen Platz im modernen Pop geschaffen. Mit 'Girl Violence' wendet sie das Blatt, übernimmt die volle kreative Kontrolle und liefert ihre bisher eindrucksvollste und kompromissloseste Vision.
- Laintext
- Never Fazed
- Sunbeam Dream
- Reticon
- Time Shakes
- Flyin' Nowhere
- Delirium
- Hide The Sky
- Golden Pin
- Oubliette
- All This Noise
Die Psych-Rocker aus Cincinnati kehren mit ihrem vierten Album zurück und drehen die texturierten Synthesizer und spacigen Melodien voll auf, um ihr bisher shoegaze-lastigstes Album zu schaffen. Das zentrale Nervensystem von In The Pines befindet sich in The Lodge - einem alten Freimaurertempel, der als Mehrzweckraum gegenüber von Cincinnati in Dayton, Kentucky, umfunktioniert wurde. Die Band bewohnt eine Ecke des Kellers in diesem weitläufigen Labyrinth, wo sie Foleytronics betreibt - einen kleinen Laden für Vintage-Profi-Audio-Reparaturen und einer der wenigen Läden weltweit, der Vintage-Digitaleffekte reparieren kann. Ein natürliches Nebenprodukt dieses Ladens ist das Studio in Bandmitglied Peter Foleys Keller, ein Raum voller verschiedener Vintage-Effekte, Bandmaschinen und Synthesizer, in dem sie Sunbeam Dream vollständig aufgenommen und produziert haben. Alle Aufnahmegeräte, die für ,Sunbeam Dream" verwendet wurden, wurden vor dem sicheren Tod gerettet, repariert und von der Band selbst wieder funktionsfähig gemacht, die sich der Grenzen dieser Geräte bewusst war (und diese gerne ausnutzen wollte). Ähnlich wie beim Konzept von Oulipo in der Poesie und Mathematik entstehen Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten aus einem klaren Verständnis und ständiger Überprüfung der Grenzen. Der Aufnahmeprozess ermöglichte es In the Pines zum ersten Mal, sich mit den kleinsten Details zu beschäftigen - ganze Tage wurden damit verbracht, den richtigen Akustikgitarrensound zu finden, nur um schließlich auf ein Stück Klebeband zu kommen, das über die Saiten geklebt wurde; Stunden, die in anderen Studios als Luxus gelten würden, wurden damit verbracht, verschiedene Beckenkombinationen für einen Refrain oder eine Bridge auszuprobieren. Genau wie bei ihrer Reparaturwerkstatt schuf die Band einen Aufnahmeraum, in dem Hyperfokus und Liebe zum Detail nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht sind. Das Ergebnis dieser obsessiven Kontrolle ist das bislang ausgereifteste Werk von In The Pines. Sunbeam Dream hebt den Shoegaze-beeinflussten Psych-Rock der Band auf ein neues Niveau. Mit einer stärkeren Betonung der Synthesizer, die sich von einem strukturellen Element zu einem Hauptcharakter im Sound der Band entwickeln (dank eines wiederbelebten Mellotrons von 1971), reiht sich die Band in die Tradition großartiger und kraftvoller Alben wie ,A Northern Soul" von The Verve oder dem selbstbetitelten Album von The Charlatans (UK), bei denen die Produktion der beiden Bands ihrer kreativen Vision zu entsprechen schien. Mit ,Sunbeam Dream" fühlt sich alles heller und klarer an, während es gleichzeitig auf wunderbare Weise in einem Zwielichtschleier schwebt, der jedes Element umgibt.
'Girl Violence' ist das dritte Album der New Yorker Künstlerin King Princess (Mikaela Straus) und ihr bisher persönlichstes und unverblümtestes Werk. Sie schrieb das Album, nachdem sie eine langjährige Beziehung, einen Major-Label-Deal und eine Stadt, die ihr den Funken nahm, hinter sich gelassen hatte. Es fängt das Chaos, die Klarheit und die Katharsis eines Neuanfangs ein.
In kühnen Pop-Hymnen und intimen Bekenntnissen erforscht Straus die nuancierte, chaotische und magnetische Dynamik der Liebe zu Frauen. Das Ergebnis ist eine Platte, die emotional wild, klanglich furchtlos und zutiefst selbstbewusst ist.
Seit ihrem Durchbruch mit der Platin-zertifizierten Hymne '1950', die über eine Milliarde Streams verzeichnen konnte, hat sich King Princess einen einzigartigen Platz im modernen Pop geschaffen. Mit 'Girl Violence' wendet sie das Blatt, übernimmt die volle kreative Kontrolle und liefert ihre bisher eindrucksvollste und kompromissloseste Vision.
Live One ist der legendäre Mitschnitt des mit Spannung erwarteten Auftritts von COIL im April 2000 in der Londoner Royal Festival Hall (im Rahmen des ,Cornucopea"-Minifestivals von Julian Cope). Während es in den frühen 1980er Jahren bereits erfolglose Versuche von Live-Shows gegeben hatte, gilt dieses Konzert allgemein als das wahre COIL-Live-Debüt. In der Besetzung John Balance, Peter ,Sleazy" Christopherson, Thighpaulsandra und Ossian Brown betraten COIL die RFH-Bühne in ihren eigens entworfenen, flauschigen, polaren Teletubby-Anzügen und spielten ein äußerst hypnotisches Set, das ein wenig an ihr bahnbrechendes Album ,Time Machines" erinnerte, aber auch Variationen und Spannungen enthielt, die bei diesem dröhnenden Meisterwerk weitgehend fehlten. Balances Gesang bei "Queens of the Circulating Library" ist immer noch eine sehr kontrollierte, aber effektive Angelegenheit und unterscheidet sich deutlich von seinen späteren manischen Ausbrüchen. Sowohl die Show selbst als auch die lange vergriffene und jetzt sehr gesuchte CD-Veröffentlichung von 2003 wurden extrem gut aufgenommen und wurden zum Eckpfeiler einer schnellen Folge von COIL-Touren in den dazwischen liegenden vier kurzen Jahren bis zu Balances frühem Tod. Diese allererste Doppel-Vinyl-Version dieses fantastischen historischen Dokuments der COIL-Erfahrung wurde vollständig von dem überlebenden Mitglied Thighpaulsandra betreut und ist jetzt auf dem Retractor-Label erhältlich, präsentiert in klassischem Schwarz mit einer aufwendigen Gatefold-Hülle und gepresst auf 180g Vinyl. Auch als Einzel-CD wieder erhältlich.
- Plans Change
- Different Phases
- Future Memories (Feat. Larry June)
- Outta Bounds
- Seeing Double
- Nothing To See Here
- Define Success
- Stay Alive (Feat. Blu)
- Nothing's Perfect
- Favorite Injury (Feat. Domo Genesis)
- Top Seeded
- Greatest Motivation (Feat. Theravada)
- Rain Every Season (Feat. The Alchemist)
- Laughing Last
- Dutch Angle
Black Vinyl[26,01 €]
Im Eröffnungstrack von Unlearning Vol. 2, seinem fünften Soloalbum, bricht Evidence zunächst mit Mustern. "Set the autopilot, cruising speed", sagt er - eine Zeile, die an seinen charakteristischen entspannten Flow erinnert. Aber anstatt zu cruisen, wählt der aus Venice stammende Musiker die Störung. "That's a setup for a punch to land with 'true indeed'," fährt er fort und gibt den Ton für ein Album vor, bei dem es weniger um Bequemlichkeit und mehr um Transformation geht. Der Titel des Tracks "Plans Change" könnte nicht passender gewählt sein. Seit seinem Auftauchen mit Dilated Peoples hat Evidence immer eine kühle, mühelose Kontrolle ausgestrahlt. Aber "Unlearning Vol. 2" lehnt wie sein Vorgänger aus dem Jahr 2021 jedes Abgleiten in den Status eines Vermächtnisses ab. Es ist nicht nur ein stilistischer Schwenk, sondern eine tiefere, introspektivere Reise, die in technischer Meisterschaft wurzelt, aber von Instinkt und Neugier angetrieben wird. Anstatt vergangene Erfolge zu recyceln, erkundet Evidence raueres, emotionales Terrain und kreiert einen Sound, der sowohl geerdet als auch experimentell ist. Die Produktion zieht Tracks wie Sebb Bashs erschütterndes "Seeing Double", C-Lances nostalgisches "Top Seeded" und Evidence' eigenes unheimliches "Greatest Motivation" in einen hypnotischen Bann. Dennoch bleibt seine Stimme der Anker, der den Dunst mit Präzision und Tiefe durchschneidet. Tracks wie "Nothing's Perfect" zeigen seine lyrische Beweglichkeit, während "Laughing Last" Stoizismus und Verletzlichkeit in Reflexionen über Familie und Verlust verbindet. Die Kollaborateure stammen aus verschiedenen Epochen - The Alchemist, DJ Babu, Blu, Domo Genesis, Larry June, Conductor Williams und viele mehr -, doch das Projekt wird von einem gemeinsamen Ethos getragen: sich neu zu erfinden, einen neuen Kontext zu schaffen und Schmerz durch Kreativität einem Zweck zuzuführen.
- Boomer Tumor
- Stone Man
- I'm Not White
- Everyone Or No One
- Watching Madness
- Homunculus
- Never Call Again
- Riding Days
- Look
- Capslock Tribesmen
- Strain Of Words
- A Better Grave
- Sex Food
- The Other Side
- Grayscale Dancers Unite
- Let There Be Silence
- Old Wreckage
- Doesn't Feel Like Home
- Bore Me To Death
Seit 2021 tauschten sich Musiker/-innen aus Kassel, Hamburg und Berlin über Songideen, Demoaufnahmen und Skizzen aus. Aus dem losen Austausch entwickelte sich über 4 Jahre hinweg ein kollaborativer Arbeitsprozess, unabhängig von Labels und kommerziellen Strukturen. Das Ergebnis: ,Have Mind - Will Travel" von THE SUBDIVISIONS bietet 19 englischsprachige Songs - laut, direkt, ohne Umwege. Die Texte bewegen sich zwischen Gesellschaftskritik, persönlichen Einblicken und zynischem Humor. Inhaltlich geprägt ist das Album vor allem vom Wuppertaler Punk-Aktivist Karl Nagel (APPD, Chaostage, Autor, Sänger), dessen lyrische Handschrift sich durch alle Stücke zieht. The Subdivisions besteht aus den vier sehr unterschiedlichen Musiker/-innen: Karl Nagel - Gesang (ex-Militant Mothers, Morbid Outburst, Kein Hass Da), Katharina Neuner - Bass (Lost Lyrics), Stoffel - Gitarre (Yacöpsae, Razors), Christian Bass - Schlagzeug (Heaven Shall Burn, Negativ Null) Trotz der unterschiedlichen Hintergründe entsteht ein gemeinsamer Sound - roh, aber kontrolliert, laut, aber fokussiert. Keine glatte Produktion, sondern eine bewusste Entscheidung für Ecken und Kanten. ,Have Mind - Will Travel" ist kein Konzeptalbum. Es bietet 19 Songs, die ein Spektrum zwischen Widerstand und Rückzug, Aufbruch und Erschöpfung abdecken und deren Texte bewusste Kontraste setzen und zur Auseinandersetzung herausfordern.
- A1: She Reigns Down
- A2: Shadow Dance
- A3: Blackberries
- A4: Hourglass
- B1: Siren Song
- B2: Everlasting
- B3: Holy Road
- B4: Octavia
Limitierte Reissue des jüngsten Coid Cave-Albums aus 2024 auf schwarzem 180g Glitzervinyl: "Passion Depression" ist ein düster-leuchtendes Werk voller romantischem Synthie-Pop und poetischer Intensität. Geschrieben, aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert von Wesley Eisold und Amy Lee, verbinden die acht Songs kraftvolle Elektronik mit melodiegetriebenen Hymnen, die Sehnsucht, Entschlossenheit und Hingabe ausstrahlen. Vom spannungsgeladenen, flackernden Rhythmus von "Shadow Dance" bis zum treibenden, hymnischen "Hourglass" bewegt sich das Album zwischen starkem Minimalismus und überwältigender Emotion – und spannt den Bogen von Einsamkeit zu Hingabe. Hallgetränkte Vocals schweben mit ruhiger Intensität und bewusster Kontrolle über gleichmäßigen Synthklängen. Mit den Singles "She Reigns Down", "Shadow Dance", "Blackberries" und "Hourglass".
- Everybody Drives
- Toilet Paper
- No Whiskey
- Ditch Me
- Förträng
- Cold Sea
- Obituary
- Bells Ring
- Not A Dancer
Nachdem sie auf dem SXSW, New Colossus und Spot Festival für Furore gesorgt haben, veröffentlicht das Berliner Indie-Pop-Trio Matching Outfits ihr erstes Album bei Bar/None Records in Zusammenarbeit mit Dreams of Field Recordings erscheint. Auf "Ditch Me" erzählt die schwedische Frontfrau Linnea Mårtensson mit einer Mischung aus trockenem Humor und roher Verletzlichkeit von dem Jahr nach einer Trennung. Vom Schock, der Trauer und der Wut bis hin zur grimmigen Akzeptanz, wieder in den Dating-Pool zu springen, bleibt kein Gefühl unausgelebt, kein Detail unkommentiert. Die Bandmitglieder Rachel Glassberg und Leah Corper passen sich dem Wirbelwind der Emotionen auf Schritt und Tritt an und wechseln blitzschnell von mäandernden Melodien zu kontrolliertem Chaos, während die reduzierte Produktion von Chad Matheny (Emperor X) die Texte in den Mittelpunkt stellt. Was passiert in diesem Jahr? Die Zeit vergeht, die Vogelkirsche blüht, Geburtstage kommen und gehen und die Alltäglichkeit des Lebens geht weiter - nur mit einem riesigen Loch in der Mitte, das niemand sonst zu bemerken scheint. Richtet man den mikroskopischen Fokus auf diese Leere, malt sie in Pastellfarben, fügt einen Hauch von Velvet Underground und international akzentuierte dreistimmige Harmonien hinzu, dann erhält man so etwas wie "Ditch Me". Die Geschichte von Matching Outfits beginnt auf einem Bauernhof außerhalb von Mjöbäck, Schweden, wo Linnea - Saxophonistin einer Marschkapelle, Chorsängerin und autodidaktische Pianistin - die Musik von The Moldy Peaches und Belle and Sebastian entdeckte und begann, eigene Songs zu schreiben. Nachdem sie nach Berlin gezogen war, ging sie zu einer Open-Mic-Nacht und traf dort Rachel, eine amerikanische Kollegin, die sich bereit erklärte, Schlagzeug auf ihrem Song zu spielen, in dem es darum ging, in einer Karaoke-Bar abgewimmelt zu werden. Leah, eine Bassistin und geheimnisvolle Frau aus Großbritannien, vervollständigte das Trio und Matching Outfits war geboren. Nachdem sie ihr erstes Tape "Band Made Out Of Sand" auf dem Berliner Kassettenlabel Kitchen Leg veröffentlicht hatten, tourte die Band durch Deutschland und Skandinavien, wurde aber auch vom Kult-Radiosender WFMU aus New Jersey eingeladen, ein Syd-Barrett-Cover für eine Fundraising-Compilation aufzunehmen. Matching Outfits tragen keine passenden Outfits, außer wenn sie es tun.
- Sing, Goddess
- The Rex
- Lake Acid
- Achilles
- The New Judas
- Code Of Hammurabi
- Indian Driving
- Shawshank
- Ghrá Rúnda
- Kathmandu
Hedvig Mollestad Thomassen ist die Gitarrenheldin unserer Zeit. Ihr geschmolzener Gitarrensound stammt aus den gleichen Hochöfen wie der von HENDRIX, TONY IOMMI und JIMMY PAGE und wird zum Abkühlen in ein dampfendes Fass aus Free Jazz im Sinne von SONNY SHARROCK und FRED FRITH geworfen. Aus Tracks wie ,The Rex" und ,Lake Acid" spricht die riesengroße Riff-Wissenschaft von LED ZEPPELINs ,Kashmir" und ,Rock'N'Roll", doch angereichert mit einer Flexibilität und Intensität, die so typisch für die düsteren nördlichen Regionen ist, aus der sie und ihre Bandkollegen stammen. ,All Of Them Witches" folgt auf den 2011 Rune Grammofon Release ,Shoot!" und präsentiert das HEDVIG MOLLESTAD TRIO als Mitstreiter der neuen Welle von norwegischem Avant Rock bzw. Free Metal. Dieser letzte Batzen elektrifizierender Instrumentalstücke wurde live in der Inselumgebung des Ocean Sound Studios aufgenommen, einer hölzernen Scheune mit Grasdach am Rand des norwegischen Meers. Dort konnte das HEDVIG MOLLESTAD TRIO vor dem Frühstück im eiskalten Wasser schwimmen und mitten in der Aufnahme den Blick schweifen lassen. Es ist keine Überraschung, das solch weiten Ausblicke zu epischen Konzepten führen, so dass der erste Track ,Sing, Goddess" seinen Namen aus der ersten Zeile von Homers ,Ilias" erhält. Inspiriert vom weiten Himmel sind ,Shawshank" und ,Ghrá Rúnda" mehr nach innen gerichtet und baden im kontrollierten Feedback. Line-Up: Hedvig Mollestad Thomassen -Gitarre, Ellen Brekken - Bass, Ivar Loe Bjornstad - Schlagzeug
Whitechapel - A New Era of Corruption (2010)15 Jahre - das kraftvolle dritte Album der US-Deathcore-PioniereMit A New Era of Corruption veröffentlichte Whitechapel im Jahr 2010 ihr drittes Studioalbum - ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung der Band und ein fester Bestandteil der modernen Deathcore-Geschichte.Das Album markiert eine dunklere, intensivere Phase im Sound der Band. Technisch versierte Gitarrenarbeit, tiefgestimmte Riffs und eine durchgehend aggressive Atmosphäre prägen das Gesamtbild. Sänger Phil Bozeman überzeugt mit brutalem, aber kontrolliertem Gesang, der zwischen Growls und Screams kraftvoll variiert.Im Vergleich zu den Vorgängern geht A New Era of Corruption stärker in Richtung Groove und strukturierterem Songwriting, ohne an Härte zu verlieren. Mit Gastauftritten von Vincent Bennett (The Acacia Strain) und Chino Moreno (Deftones) wird das Klangspektrum zusätzlich erweitert.Ein Album für Fans kompromissloser Härte, das auch 15 Jahre nach Veröffentlichung nichts von seiner Durchschlagskraft eingebüßt hat.
- A1: Strange Little Consequence Carry The Blame
- B1: Be A Man Like I Loved You
Wenn drei visionäre Köpfe der elektronischen Musik aufeinandertreffen, entsteht ein Sound, der Grenzen sprengt. Demise Of Love ist das Projekt von Daniel Avery, James Greenwoods Ghost Culture und Working Men’s Club – eine Kollaboration, die aus gegenseitiger Wertschätzung und dem Streben nach neuen Klängen entstanden ist. Demise Of Love verbindet rohe Energie mit klanglicher Präzision. Das Ergebnis ist eine Fusion aus industriellen Klanglandschaften, pulsierendem Acid-House und melancholischen Melodien. Ihre Musik fordert heraus, fesselt und bleibt haften. Die EP, abgemischt von Alan Moulder, bringt das Beste der drei Musiker zusammen: Synthesizer, die den Raum aufbrechen, intensive Refrains und eine Soundästhetik, die sich nicht einordnen lässt. „Strange Little Consequence“ wechselt spielerisch zwischen Acid-Groove und monumental anmutendem Rock-Refrain. „Carry The Blame“ fängt die Weite des Detroit-Techno ein, „Be A Man“ verbindet Industrial-Punk mit düsterer Melancholie, und „Like I Loved You“ hebt mit hymnischem Gesang in elektronische Höhen ab. Auch inhaltlich geht die EP tief: Texte über Entfremdung, Kontrollverlust und die Suche nach Verbindung verleihen der Musik zusätzliche Schwere. Zeilen wie „Dead peasants excite you / Rewards of the plight fall / Into your hands“ aus „Strange Little
Consequence“ oder „Your ways are antiquated / And I’m bored now“ aus „Be A Man“ spiegeln das Unbehagen unserer Zeit wider. „Demise Of Love“ ist keine bloße Zusammenarbeit, sondern eine Verschmelzung dreier einzigartiger Klangwelten zu etwas völlig Eigenem. Hier trifft Innovation auf Emotion – kompromisslos, intensiv und von zeitloser Eleganz.
Deerhoof haben sich schon vor langer Zeit als eine der großartigsten Rockgruppen des Planeten etabliert - wer das für übertrieben hält, hat noch nicht genug Zeit damit verbracht, Deerhoof zu hören - das wahnsinnig erfinderische Quartett behandelt jedes seiner neuen Alben als eine Gelegenheit zur kreativen Wiedergeburt. Und doch sind sie irgendwie auch zutiefst zuverlässig, eine seltsame, aber wahre Beschreibung für eine Band, die so kreativ rastlos ist. Man weiß nie, wie ein neues Deerhoof-Album klingen wird, außer dass es immer nach Deerhoof klingen wird. Die Band wird durch solche Paradoxien definiert, wie "Noble and Godlike in Ruin" erneut bestätigt. Ihr neuestes Album ist entweder ein Porträt einer Welt, die in monströsen Hass, Entmenschlichung und Dollarzeichen abgleitet, oder ein eindringliches Selbstporträt der Band als Monster: ein intelligentes, sensibles, hybrides Wesen, das unermüdlich von Liebe singt, sich aber zunehmend von dieser Welt entfremdet. Die Musik ist fröhlich und ahnungsvoll, kybernetisch und zutiefst menschlich, alles zugleich. Streicher, die an avantgardistische Kammermusik und klassische Horrorfilm-Soundtracks erinnern, prallen auf Gitarren- und Basslinien. Das Schlagzeug ist manchmal gefiltert und klingt fast elektronisch, aber kein Computer könnte einen so funkigen und dynamischen Rhythmus erzeugen, bei dem jede winzige Variation von einem Snare-Schlag zum nächsten Welten der Möglichkeiten vermittelt. An der Spitze steht die unnachahmliche Altstimme von Satomi Matsuzaki. Eine Stimme der Einsamkeit, deren schlichte Ruhe seltsam außerhalb des Mahlstroms der Band zu stehen scheint, zu dem sie mit ihren zackig-präzisen Bassläufen selbst beiträgt. Als Einwanderin der ersten Generation in den USA hat sie nie versucht, ihren japanischen Akzent oder ihre Karaoke-esken Vortrag zu verbergen. Auf "Noble und Godlike in Ruin" wirkt dies abwechselnd als Ausdruck von Einsamkeit und als kühle Provokation gegenüber Systemen der Unterdrückung und Kontrolle. ,Kindness is all I needed from you", singt sie auf dem epischen Albumabschluss ,Immigrant Songs`. ,But you think we're in your house." Nicht lange danach explodiert der Song, sein eng gewickelter Art-Pop macht Platz für mehrere Minuten heulenden Lärm. Auch wenn das Thema düster sein mag - wie könnte es anders sein - tragen die Songs trotzigen Optimismus in ihrer Weigerung, sich den Konventionen oder überlieferten Weisheiten zu beugen. Da ist diese berühmte Zeile von Dylan Thomas über das Wüten gegen das Sterben des Lichts: "Noble and Godlike in Ruin" fühlt sich ein wenig so an. Die Welt mag untergehen, aber Deerhoof gehen schwungvoll unter.
Mit seinem ersten Full Length Album "Ruinenkampf" begibt sich Das Kinn auf einen musikalischen Parforceritt durch die Ruinen unserer Zeit. Mittels Kickbox Phonetik und Elektronik Armada führt es uns durch eindringliche Klanglandschaften irgendwo zwischen DAF, den Kosmischen Kurieren und Frankfurter Bahnhofsviertel. Beats auf Anschlag. Knochen klappern. Die Orgel leiert. Warme Synthlines, gespielt von kalten Händen. Ein Saxophon sinniert über das Danach. Hymnen für den Abriss. Musik zum feierlichen Untergang. Toben Piel geht gern auf Friedhöfe. Orte der Ruhe und Idylle. Abstand finden, Vergänglichkeit erahnen. Das Danach als konkreten Ort erkunden. Auch sein Debut-Album "Ruinenkampf" stammt aus diesem Mindset. Dort geht er in Distanz, um dann mit Anlauf auf den Punkt zu kommen. Nach Ruhe und Idylle klingt das nicht. Kassettenszene, 80er Jahre, Stakkatogesang, Synths zwischen DAF und den Kosmischen Kurieren. Ästhetik des Untergrunds. Reißende Melodieströme, Raffinesse, unentwegt pendelnd zwischen Hymne und Abriss. Dieser krasse, erhobene Kraftgesang. Acht Stücke Zuhören, ohne eine Sekunde des Abdriftens. Wie geht das? Wie erschafft man so etwas? Nun, der Mit-40er aus FFM, jung geblieben und hungrig, hat eben gut gelernt: Bei Antitainment (2005-2010), danach zusammen mit der großen Charlotte Simon bei les trucs, im Kontext seines Kassettenlabels MMODEMM, aber auch als Musiker für diverse Theaterbühnen. Zum ersten Mal hat er mit DAS KINN nun das Gefühl, Musik im Sinne einer Selbstbefreiung hervorgebracht zu haben. Vielleicht liegt das am Alter. Da, wo er zuvor oft verkopfte, die Kontrolle suchte, Dinge zerdachte, nicht aufhören konnte im Sinne eines Perfektionismus, hat er sich diesmal ein loses Konzept grundiert, um dieser Selbsterkenntnis entgegenzutreten: Schnelligkeit. Fokus. Abschluss, Absprung. Nicht in Abwertung seines bisherigen Werkes - sondern vielmehr im Sinne einer Geistesgegenwärtigkeit, diese Erfahrungen walten zu lassen, ohne sich ihrer bewusst zu sein. Es ist ihm äußerst gut gelungen!
Deerhoof haben sich schon vor langer Zeit als eine der großartigsten Rockgruppen des Planeten etabliert - wer das für übertrieben hält, hat noch nicht genug Zeit damit verbracht, Deerhoof zu hören - das wahnsinnig erfinderische Quartett behandelt jedes seiner neuen Alben als eine Gelegenheit zur kreativen Wiedergeburt. Und doch sind sie irgendwie auch zutiefst zuverlässig, eine seltsame, aber wahre Beschreibung für eine Band, die so kreativ rastlos ist. Man weiß nie, wie ein neues Deerhoof-Album klingen wird, außer dass es immer nach Deerhoof klingen wird. Die Band wird durch solche Paradoxien definiert, wie "Noble and Godlike in Ruin" erneut bestätigt. Ihr neuestes Album ist entweder ein Porträt einer Welt, die in monströsen Hass, Entmenschlichung und Dollarzeichen abgleitet, oder ein eindringliches Selbstporträt der Band als Monster: ein intelligentes, sensibles, hybrides Wesen, das unermüdlich von Liebe singt, sich aber zunehmend von dieser Welt entfremdet. Die Musik ist fröhlich und ahnungsvoll, kybernetisch und zutiefst menschlich, alles zugleich. Streicher, die an avantgardistische Kammermusik und klassische Horrorfilm-Soundtracks erinnern, prallen auf Gitarren- und Basslinien. Das Schlagzeug ist manchmal gefiltert und klingt fast elektronisch, aber kein Computer könnte einen so funkigen und dynamischen Rhythmus erzeugen, bei dem jede winzige Variation von einem Snare-Schlag zum nächsten Welten der Möglichkeiten vermittelt. An der Spitze steht die unnachahmliche Altstimme von Satomi Matsuzaki. Eine Stimme der Einsamkeit, deren schlichte Ruhe seltsam außerhalb des Mahlstroms der Band zu stehen scheint, zu dem sie mit ihren zackig-präzisen Bassläufen selbst beiträgt. Als Einwanderin der ersten Generation in den USA hat sie nie versucht, ihren japanischen Akzent oder ihre Karaoke-esken Vortrag zu verbergen. Auf "Noble und Godlike in Ruin" wirkt dies abwechselnd als Ausdruck von Einsamkeit und als kühle Provokation gegenüber Systemen der Unterdrückung und Kontrolle. ,Kindness is all I needed from you", singt sie auf dem epischen Albumabschluss ,Immigrant Songs`. ,But you think we're in your house." Nicht lange danach explodiert der Song, sein eng gewickelter Art-Pop macht Platz für mehrere Minuten heulenden Lärm. Auch wenn das Thema düster sein mag - wie könnte es anders sein - tragen die Songs trotzigen Optimismus in ihrer Weigerung, sich den Konventionen oder überlieferten Weisheiten zu beugen. Da ist diese berühmte Zeile von Dylan Thomas über das Wüten gegen das Sterben des Lichts: "Noble and Godlike in Ruin" fühlt sich ein wenig so an. Die Welt mag untergehen, aber Deerhoof gehen schwungvoll unter.








































