Die Schweizer One-Woman-Elektro-Punk-Sensation TARANJA WU ist sowas wie das Bindeglied zwischen Suicide, Ian Svenonius, Sedlmeir und Voodoo Rhythm"s Beat-Man - und doch ganz anders und ganz eigen. In der einen Hand die Gitarre, in der anderen ein gut geladenes Mass an Haltung, mit der sie ihren Tarif durchgibt. Ihre Abrechnung feiert sie mit punkig-scheppernden Gitarren, sägenden Synthesizern und unerbittlichem Gehämmer. Dazwischen ertönen Signale, als hätte jemand das Weltall angezapft und beschlossen, es tanzbar zu machen. Ihr zweites Album ALL MESSED UP ist ein Trip durch kontrollierte Abstürze, ein Album wie ein schöner Fehler: süß genug, um näherzukommen, scharf genug, um zu bleiben, serviert mit einem Lachen, das man nicht ganz einordnen kann. Ein Tanz in surrealen Bildern und ein Cocktail aus musikalischem Wahnsinn, der ebenso süchtig macht wie beunruhigend ist. Und das alles garniert "With a Dash of Trash". Klingt ungemütlich? Ist es auch, aber höllisch tanzbar.
Diese Aufnahme von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ aus dem Jahr 1969 mit der Academy of St Martin in
the Fields und Sir Neville Marriner – dem am häufigsten aufgenommenen Orchester-Dirigent-Duo der
Geschichte – ist nach wie vor so frisch und voller neuer Ideen wie bei ihrer Erstveröffentlichung.
Alan Lovedays wunderbar stilvolle Violinsoli und Simon Prestons einfallsreiche Continuo-Bearbeitung auf
Cembalo und Orgel machen diese Aufnahme zu einer der musikalisch befriedigendsten „Jahreszeiten“-
Einspielungen. Transparent, lebendig, tänzerisch.
Die Serie wurde von Rainer Maillard gemastert und von Sidney C. Meyer in den renommierten EmilBerliner-Studios unter Verwendung ihrer 100 % rein analogen Techniken (AAA) geschnitten. Es werden
ausschließlich analoge Quellen aus den originalen Stereo- und Quadrophonie-Masterbändern verwendet,
darunter auch kürzlich entdeckte analoge Master von frühen Digitalaufnahmen.
Diese in Deutschland bei der Schallplattenfabrik Pallas auf 180 g Virgin-Vinyl gepressten Deluxe-GatefoldVeröffentlichungen in limitierter Auflage enthalten: das Original-Artwork und Liner Notes; Archivfotos und
Faksimiles der Original-Aufnahmeblätter. Jede einzelne Veröffentlichung enthält individuelle Anmerkungen
von Dominic Fyfe, in denen die Geschichte der Aufnahme, der technische Hintergrund und der MasteringProzess detailliert beschrieben werden.
Der Mann hinter der Maske, Jonathan Bree, kehrt mit seinem sechsten Studioalbum "Don't Call It Love" zurück. "Don't Call It Love" kommt als Doppelalbum mit 17 Songs und ist ein erotisches Konzeptalbum, das sich mit Sexualität auseinandersetzt und Kollaborationen mit Frauen aus den Bereichen Musik, Film, Fotografie und Tanz enthält. "Don't Call It Love" klingt wie der düstere Soundtrack zu einer versteckten, mit Samt ausgekleideten Bar in einem schummrigen Keller - mal verspielt und verführerisch, mal beunruhigend und provokativ. Brees neue Songs setzen sich mit dem gesamten Spektrum der Sexualität und ihrer emotionalen Last auseinander - ein Album, das sich weigert, wegzuschauen, und sein Herz buchstäblich auf der Zunge trägt. Fans haben diesen neuen Sound bereits mit den düster-nostalgischen Klängen von New Order und Siouxsie & The Banshees verglichen, wobei Brees musikalische Entwicklung über die Jahrzehnte hinweg endlich ihr von den 80ern durchtränktes, melancholisches Ziel erreicht hat: ein melodramatisches Meisterwerk raffinierter Sleaze-Musik. Jonathans charakteristische Orchesterarrangements sind nach wie vor vorhanden und verbinden diesmal eine karge, düster angehauchte Noir-Ästhetik mit filmischer Instrumentierung und seinem grüblerischen Bariton. "Don't Call It Love ist zudem Jonathans bisher kollaborativstes Album, auf dem eine außergewöhnliche internationale Riege von Frauen einige der entscheidenden Momente des Albums mit ihren einzigartigen Stimmen bereichert. Die bei den Fans beliebte Princess Chelsea kehrt für drei beeindruckende Songs zurück ("Live To Dance", "Part Time Love", "Slow"); Neuseelands bestgehütetes Musikgeheimnis Rachel Clarke bewegt sich bei "Savour My Love" von intimer Zurückhaltung zu schwindelerregender Intensität; die französische Fotografin und Künstlerin Eloïse Labarbe-Lafon liefert auf "Chameleon" eine charaktervolle Gesangsdarbietung, die an die Tradition von Jane Birkin anknüpft; während die französische Musikerin und Schauspielerin Adah Dylan auf dem Titeltrack zu hören ist und den Leadgesang mit direkter, schnörkelloser Klarheit trägt: "don't call it love_ when we fuck." Für einen Künstler, der bereits sechs Alben veröffentlicht hat, gibt es hier eine Reihe von Premieren - sein erstes Doppelalbum, sein gitarrenlastigstes Album, sein kollaborativstes und sein bisher kompromisslosestes konzeptionelles Werk. Es wird nicht jedem gefallen, und es ist klar, dass Bree kein Interesse daran hat, es abzuschwächen. Wie er es ausdrückt: "Als ich meiner Mutter davon erzählte, schlug ich ihr vor, dieses Album vielleicht lieber auszulassen."
Als wir zuletzt von Marci (alias Marta Cikojevic von der Soft-Rock-Band TOPS aus Montreal) hörten, tanzte sie auf ihrem 2022 erschienenen Album ,Marci" den Schmerz weg. Vier Jahre später kehrt Cikojevic mit ,Mask Lady and Late Night Girl" zurück - einem Album voller Hymnen für Partygirls für die Zeit, wenn die Party vorbei ist, vorgetragen mit Liebe und Mitgefühl für die guten Zeiten und die schönen Erinnerungen. Erneut in Zusammenarbeit mit ihrem TOPS-Bandkollegen David Carriere entstanden, enthält ,Mask Lady" Elemente, die sowohl von den chaotischen Pop-Girls der Y2K-Ära wie Uffie und Kesha als auch von Cikojevics Liebe zu Powerballaden-Sängern der 80er wie White Snake und Def Leppard inspiriert sind, zusammen mit den Vintage-Synthesizern, die ,Marci" eine warm-futuristische Ästhetik verliehen. Glam-Metal-Einflüsse treten bei ,Chaotic Princess" in den Vordergrund, geschrieben und produziert mit Mike Silver (CFCF), einem über-die-Spitzen-gehenden, gitarrenlastigen Knaller über eine verrückte Nacht, in der Cikojevic einen Polizisten anfleht, sie nicht ins Gefängnis zu bringen - Eddie Van Halen auf dem Beifahrersitz, Britney am Steuer.
Der finnische Sänger Bobby Oroza veröffentlicht sein Debütalbum This Love bei Big Crown Records. Das Label aus New York City ist bereits Heimat von Bands wie Lee Fields & The Expressions, The Shacks und El Michels Affair. Bobby ist in Helsinki geboren und in einer Musiker- und Künstlerfamilie aufgewachsen. Zu Bobbys Glück hatten seine Eltern eine große Plattensammlung mit frühem Jazz, Blues, Motown-Hits, Gospelchören und Doo-Wop-Gruppen wie The Drifters und The Clovers, aber auch Alben aus Brasilien und Afrika, Folksongs aus Nord- und Südamerika von Bobbys Mutter und Salsa-Musik aus New York. All diese Einflüsse sind heute in Bobbys Musik hör- und spürbar. Auf Kuba studierte er monatelang intensiv Schlagzeug und Gesang. Mit Cold Diamond & Mink, der Hausband von Timmion Records, bestehend aus Bandleader Jukka Sarapää, Sami Kantelinen und Gitarrist/Komponist Seppo Salmi, bildet er ein brillantes Quartett, mit dem er seine Vision in Musik umsetzt. CD&M liefern mit ihren LoFi-Instrumentals die perfekte Untermalung für Bobbys verrauchte Tenorstimme, die Herzen brechen und schmelzen lässt. Der bereits 2016 als 7" Single veröffentlichte Titelsong "This Love" ist längst zum Hit in Lowrider-Kreisen geworden und wurde auf "Hat Trick" von Odd Future Rapper Earl Sweatshirt gesamplet. Der Song ist mit seinen harten Drums, den wilden Riffs, dem vergrabenen Bass und Bobbys verhaltenem, aber intensivem Gesang ein Muss für Soul-Sammler und hat sich als 7? mehr als 3.000 Mal verkauft. Der Song "Your Love Is Too Cold" ist ein Stomper, der Soul-Grooves früher Motown-Stücke mit Gitarrenriffs aus einem Funk-Soundtrack von James Brown mischt und schon jetzt weltweit auf allen Soul-Partys schwer angesagt ist. Bobby hat einiges für die Tänzer im Publikum in petto: Stücke wie "Lonely Girl" und "Falling in Love" sind Verneigungen vor dem Northern Soul, "Keep On Believing" liefert Jazz-Funk wie aus den Siebzigern. Aber "This Love" wendet sich vor allem an die Balladenliebhaber, die voller Sehnsucht in die Nacht schauen. Mit Songs wie "Alone Again", "Down On My Knees" und "Deja Vu" beschwört er eine intensive, leicht abgründige Sinnlichkeit. Eine einzigartige Spielart von Soul, made in Finland.
Big Crown Records ist stolz darauf, "Perak", das Debütalbum von Thee Marloes, zu präsentieren. Wenn man Thee Marloes zum ersten Mal hört, mag einem ihr spezieller Soul-Sound vertraut vorkommen. Da sind die wuchtigen Trommeln, eine sanfte Gitarre und eine schöne Stimme, die über unerwiderte Liebe und die Komplikationen in Herzensangelegenheiten singt. Aber dann ist da etwas unbestreitbar anderes an Thee Marloes und ihrer Musik, etwas Neues und Unverwechselbares. Die meisten, die mit Soulmusik vertraut sind, haben wahrscheinlich noch nie etwas aus Surabaya, Indonesien, gehört - dem Ort, den Thee Marloes ihre Heimat nennen. Thee Marloes, das sind Natassya Sianturi (Gesang und Keyboard), Tommy Satwick (Schlagzeug) und Sinatrya ("Raka") Dharaka (Gitarre und Produktion). Ihr Sound hat die universelle Anziehungskraft von Soul, Jazz und Pop, aber mit einem ganz eigenen Ansatz, der auf ihre lokale Kultur und ihren globalen Einfluss zurückzuführen ist. Die erste Auskopplung von "Perak" ist "Midnight Hotline", die heiße A-Seite ihrer Debüt-7" auf Big Crown. Eine druckvolle Dancefloor-Nummer mit einem ansteckenden Refrain, vibrierendem Piano und jazzigen Gitarrenlicks. Die B-Seite "Beri Cinta Waktu" ist auch auf dem Album und hat alles, was eine beliebte Soul-Ballade ausmacht, aber der Text ist auf Indonesisch. Unabhängig von der Sprachbarriere ist das Gefühl in ihrer Musik spürbar, was dazu beiträgt, dass ihre Songs nachvollziehbar sind und ans Herz gehen. "I Know" ist ein Mid-Tempo-Song, der davon handelt, wie man den Schleier der Lügen von einer Liebesaffäre, die auf Falschheit beruht, wegzieht. "Not Today" gehört zu den groovigsten Wohlfühlsongs, die man an einem Sonntagmorgen spielen kann. Natassya erinnert uns daran, uns selbst Raum zu geben, ganz gleich, was das Leben uns vor die Füße wirft. "Mungkin Saja" zieht das Tempo mit einem weiteren Dancefloor-Smoker wieder an, während Thee Marloes mit "True Love" in die gefühlvolle Seite des Jazz eintauchen, mit einer Beat-Ballade, die eine Tarantino-Tanzszene untermalen könnte. "Over" beginnt mit einem schweren Drum-Break und entwickelt sich zu einem epischen Arrangement, das in Schichten wunderschöner Melodien getränkt ist und das Chaos einer Liebesaffäre, die abrupt endet, perfekt einfängt. "Perak" ist eine Reise aus dem Herzen Surabayas in den Geist des Soul-Sounds. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, wo keiner war, und es zu tun, weil man es liebt. Man spürt den Spaß, den Thee Marloes haben, ihre Musik zu machen, vom Songwriting und Aufnehmen bis hin zu den Auftritten vor Publikum. "Wir wollen das, was wir leben, mit anderen teilen", sagt Natassya. Egal, welche Sprache man spricht oder aus welcher Kultur man kommt, die Musik und die Energie von Thee Marloes sind so charmant, dass wir sie alle noch jahrelang in der Nähe des Plattenspielers haben werden.
Am 28.08.2026 veröffentlichen IL CIVETTO ihr neues Album „Träume aus Lava“ – ein kraftvolles Plädoyer
dafür, wieder an die eigenen Träume zu glauben und Veränderung zu wagen.
Zwischen Hoffnung und Zweifel, Melancholie und Aufbruch verbindet das Berliner Fusion-Pop-Quintett
tanzbare Sounds mit gesellschaftlicher Haltung. Inspiriert von Sehnsucht, Fernweh und der besonderen
Energie Marokkos entstand ein Album über die Kraft von Visionen – Träume, die nicht naiv sind, sondern
etwas in Bewegung setzen und sich wie ein Lavastrom unaufhaltsam ihren Weg bahnen.
Nach vier Alben und Auftritten auf Festivals wie Deichbrand, SWR3 New Pop und Montreux Jazz Festival
präsentieren IL CIVETTO mit „Träume aus Lava“ ihr bislang nachdenklichstes, kämpferischstes und zugleich hoffnungsvollstes Werk.
„Träume aus Lava“ erscheint als CD im Digisleeve sowie als limitierte rot-schwarze Vinyl im Gatefold.
Am 15. Februar 2026 feierte Posaunist und Sänger Nils Landgren seinen 70. Geburtstag – wie es sich für einen der erfolgreichsten europäischen Musiker seines Fachs gehört mit einem oppulenten Orchesteralbum »Love of My Life« und einer Tour durch die großen Konzerthäuser.
ACT-Gründer, Förderer und Freund Siggi Loch machte Nils Landgren ein besonderes Geschenk: Einen Abend in der von ihm kuratierten Reihe »Jazz at Berlin Philharmonic« im großen Saal der Berliner Philharmonie. Im ersten Teil des Konzertes spielten Mitglieder der ACT Family für »Mr. Red Horn«.
Nach der Pause betrat Nils Landgren unter großem Jubel selbst die Bühne – mit einem exklusiven Programm, dass seinem großen Idol und Weggefährten Joe Sample gewidmet war. Mit dabei: Michael Wollny, Lars Danielsson, Wolfgang Haffner, China Moses und Mitglieder der Berliner Philharmoniker mit Arrangements von Magnus Lindgren.
Es wurde eine Soul-Jazz-Party im Klassiktempel, bei der am Ende der ganze Saal tanzte – jetzt nachzuhören auf »Jazz at Berlin Philharmonic – Nils Landgren 70«
Mit Sowas von Egal Vol. 3 setzt das Hamburger DJ-Kollektiv Damaged Goods seine gefeierte Compilation-Reihe auf Bureau B fort - und richtet den Fokus erneut auf die subversiven Untergrundszenen im deutschsprachigen Raum der frühen 1980er Jahre. Abseits der kommerziellen NDW entstand eine kreative Parallelwelt: Bands zwischen Post-Punk, New Wave, Synth-Pop und Avantgarde veröffentlichten ihre Musik in kleinsten Auflagen oder im DIY-Kontext - roh, kantig und radikal eigenständig. Die hier versammelten Tracks spiegeln eine Zeit zwischen Aufbruch und Unsicherheit wider, geprägt von "No Future"-Attitüde, politischem Druck und künstlerischer Freiheit. Tanzbar, direkt und oft überraschend eingängig: Sowas von Egal Vol. 3 macht vergessene Schätze wieder hörbar - und holt sie zurück auf den Dancefloor.
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Barfuß in Scherben ist ein raues, direktes Zeitdokument der frühen deutschsprachigen Punkbewegung - begleitet vom gleichnamigen Songcomic des Ventil Verlags. Mit 14 Tracks aus den Jahren 1979 bis 1986 zeichnet die Compilation jene Phase nach, in der Punk in Deutschland seine eigene Sprache fand: zwischen No-Future-Attitüde, politischem Protest und DIY-Aufbruch. Bands wie Fehlfarben, Slime, Hans-A-Plast oder S.Y.P.H. zeigen, wie vielseitig und radikal diese Bewegung klang - von kantigem Post-Punk bis zu wütendem Hardcore. Entstanden in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen, steht diese Sammlung für eine Szene, die sich unabhängig organisierte und künstlerisch neue Räume schuf. Ein kompromissloser Blick zurück auf die Jahre, "als die Welt noch unterging".
Barfuß in Scherben ist ein raues, direktes Zeitdokument der frühen deutschsprachigen Punkbewegung - begleitet vom gleichnamigen Songcomic des Ventil Verlags. Mit 14 Tracks aus den Jahren 1979 bis 1986 zeichnet die Compilation jene Phase nach, in der Punk in Deutschland seine eigene Sprache fand: zwischen No-Future-Attitüde, politischem Protest und DIY-Aufbruch. Bands wie Fehlfarben, Slime, Hans-A-Plast oder S.Y.P.H. zeigen, wie vielseitig und radikal diese Bewegung klang - von kantigem Post-Punk bis zu wütendem Hardcore. Entstanden in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen, steht diese Sammlung für eine Szene, die sich unabhängig organisierte und künstlerisch neue Räume schuf. Ein kompromissloser Blick zurück auf die Jahre, "als die Welt noch unterging".
Die Instrumentalgruppe von Guiding Light hatte bereits ihre ersten Songs fertig, als sie Elise Cook als Sängerin ansprachen - und die hatte wie durch ein Wunder schon fertige Texte parat. Dieser Moment des Schicksals führte zu ihrer ersten EP, elf Minuten und fünfzig Sekunden voller Raserei, die ihren Post-Punk-Sound für kulturell Neugierige definierten. Heute entstehen Cooks Melodien im selben Raum wie das präzise Klimpern von John Morales' Gitarre, der bissige Bass von Rachel Kirk und die hämmernde Intensität von Charles Powell am Schlagzeug. Das Ergebnis ist ,Fear On My Own Time", ein neues Album einer Band, die weiß, was sie kann, und immer besser wird. Man merkt kaum, dass die Aufnahmen in zwei Sessions im Abstand von sechs Monaten entstanden sind, denn man spürt die Dringlichkeit in der Arbeit. So wie Wut zum Handeln antreibt, wird Energie zur Reaktion. Die Erzählung von ,Fear On My Own Time" gewinnt an Umfang, während Reflexionen über eine Trennung zu Erkenntnissen über zwischenmenschliche Verbindungen führen. Selbstkritik speist sich aus Ego, Verwirrung und unverblümter Ehrlichkeit, doch die Wurzel dieser Probleme liegt in einem viel größeren Thema. Die letzten beiden Songs gipfeln in einem Aufruf gegen den Faschismus und zeigen, wie uns - nachdem wir niedergeschlagen wurden - unsere Unfähigkeit, verletzlich zu sein, auseinander treibt. Man muss nicht die für Guiding Light übliche deutsche Sprache sprechen, um das zu verstehen - tatsächlich enthält das Album ihre ersten ins Englische übersetzten Songtexte: ,In the cage - only together we find the key." Wenn wir alle zu Guiding Light tanzen würden, wäre die Welt ein besserer Ort. - Sydney Salk
Mit „What Are The Odds“ veröffentlicht Jorja Smith ihr drittes Studioalbum. Gemeinsam mit ihrem
langjährigen Produzenten P2J verbindet sie ihren unverwechselbaren Soul-Sound mit Einflüssen aus UK
Garage, Grime, 2-Step, Soulful House und Afro House und präsentiert ihr bislang tanzbarstes Werk.
Die zwölf Songs erzählen von Freundschaft, Liebe, Verlust, persönlichem Wachstum und Selbstfindung.
Titel wie „For Life“, „Pretend“ und „Young Heart“ zeigen Jorja Smiths ehrliches Songwriting, während
der Titelsong „What Are The Odds“ ihre persönliche Entwicklung und das Erwachsenwerden in der Öffentlichkeit reflektiert.
Das Album enthält die Singles „What’s Done Is Done“ und „Alive“ featuring Wizkid sowie den Song
„This City“ mit einem neu aufgenommenen Gastbeitrag von Devlin. Entstanden unabhängig und ohne
kreativen Druck, zeigt „What Are The Odds“ Jorja Smith auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Entwicklung
– selbstbewusst, offen und musikalisch vielseitig.
In ein paar Jahren kann viel passieren. Für Jarred Beeler von DJ Plead bedeutet das, ein ganz neues Album aufzunehmen, es dann wegzuwerfen und schließlich etwas völlig Anderes zu veröffentlichen. ,Please" wurde zusammengestellt aus einem Ordner mit 120 Demos und Skizzen, die zwischen 2023 und 2025 entstanden sind, und präsentiert die unverwechselbare musikalische Palette des libanesisch-australischen Produzenten, die Techno, House und Dub aus dem Club mit den Dabke-, Mijwiz- und Shaabi-Klängen eines levantinischen Tanzkreises verbindet. ,Please" folgt auf ,Relentless Trills" aus dem Jahr 2020. Veröffentlicht als Teil von Boomkats ,Documenting Sound"-Reihe war diese Veröffentlichung eine Offenbarung, die über die hochintensiven Hard-Drum-Kracher hinausging, die über Livity Sound, Nervous Horizon und sein eigenes Label Sumac erschienen waren, hin zu einem eher ambienten Ausbruch seiner markanten Percussion und gewundenen Maqam-Melodien. ,Please" ist ein noch intimeres Werk, dessen Cover eine Nahaufnahme von Beeler zeigt , der in der einen Hand eine Tasse Kaffee hält, in der anderen seine Habseligkeiten. Handy, Schlüssel, Tabletten, Tiger Balm. Es ist eine zutiefst persönliche Darstellung des Alltags, die die gemächliche emotionale Resonanz der Trackliste des Albums widerspiegelt. Ein melancholischer Ambient folgt auf das verzierte Dahintuckern von ,Seven Eight, Too Late", das von Downtempo-Atmosphären heimgesucht wird. Das sanft groovende Klavier, die Gitarre und der Bass des Abschlussstücks ,Traffic" verschmelzen mit dem organischen Nachhall und Verklingen von Raum und Zeit. ,Ich fühle mich nicht ganz wohl dabei, diese Tracks zu veröffentlichen. Ich fühle mich verletzlich", sagt Beeler, der Smalltown Supersound-Labelchef Joakim Haugland als entscheidend für die Verwirklichung von ,Please" würdigt. ,Ich bezweifle, dass diese Demos jemals von jemandem gehört worden wären, wenn er sie nicht aus dem Ordner geholt hätte." Aber haben wir nicht Glück, dass er es getan hat? Die schwülen Keyboard-Improvisationen des Albums bei Höhepunkten wie ,Right On Time", ,Pa700" und ,Open Era" sind eingebettet in eine Mischung aus schwankenden Found Sounds und mikrotonalen Läufen. ,Bei einigen Songs spiele ich auch einfach nur Keyboard über einem Loop, den ich erstellt habe. Da gibt es nicht viel Produktion oder Glanz, hinter dem man sich verstecken könnte", erklärt Beeler. ,Gerade diese Tracks wirken ziemlich roh." Diese behutsamen Schritte außerhalb von Beelers ästhetischer Komfortzone aus Kontrolle und Funktion hin zu ungefilterter Offenheit erzeugen eine spannende Spannung. ,Please" nähert sich gekonnt jenem schwer fassbaren Punkt zwischen Distanziertheit und Sentimentalität, wo das Alltägliche, das Spezifische und das leicht Absurde auf das Tief empfundene und aufrichtig Bewegende treffen.
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Mit Grumpy Pieces kehrt der Düsseldorfer Musiker Harmonious Thelonious alias Stefan Schwander mit einem Werk zurück, das seine langjährige Klangästhetik präzise destilliert und zugleich spürbar aufreibt. Wieder verbinden sich Pan-Afrikanische und Nahöstliche Rhythmuskonzepte, minimalistische Wiederholungsstrukturen und reduzierter Elektronik-Einsatz zu einem hypnotischen Sound - diesmal jedoch rauer, trockener und offener für Brüche als zuvor. Die acht Stücke wirken wie unter Spannung gesetzt: Melodien schaben über kantige Bassfundamente, scharfe Snare-Schläge durchschneiden das Gefüge, und trotz des klaren Groove-Fokus ist ständig ein nervöses Knistern präsent. Grumpy Pieces reflektiert eine Gegenwart voller politischer und gesellschaftlicher Reibung - ohne explizite Kommentare, aber mit einer Musik, die Reibung selbst zum Gestaltungsmittel macht. Während die A-Seite vergleichsweise direkt beginnt, öffnet sich die B-Seite zunehmend dem kontrollierten Zerfall, bis der finale Track "Dissolving" den Titel programmatisch umsetzt. Entstanden ist das Album in Schwanders Düsseldorfer Studio - intuitiv, unmittelbar, ohne große Bildschirm-Arrangements, eng verwoben mit seiner live-erprobten, tranceartigen Arbeitsweise. Grumpy Pieces ist kein Bruch, sondern eine Zuspitzung: ein kraftvoll verdichtetes, körperliches und zugleich unruhiges Album, das die charakteristische Handschrift von Harmonious Thelonious schärft. Tanzmusik mit Widerstand - und Biss.
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"26/70 - Die Songs von STOPPOK" ist weit mehr als ein klassisches Tribute-Album. Zum 70. Geburtstag der Ruhrpott-Ikone versammelt diese Compilation 18 Interpretationen, die den Kern von STOPPOKs Songwriting freilegen: Haltung, Humor, Menschlichkeit und eine unverwechselbare erzählerische Kraft. Statt ehrfürchtiger Nachahmung entstehen neue Lesarten - persönlich, mutig und stilistisch vielfältig. Künstler:innen aus mehreren Generationen geben den Songs ihre eigene Stimme und holen sie gleichzeitig ins Heute. Ob folkig reduziert, rockig aufgeladen, popaffin oder weltmusikalisch gefärbt - die Kompositionen erweisen sich als erstaunlich zeitlos. Produziert von Sebel entsteht ein Album, das STOPPOKs enorme Wirkung als Songautor sichtbar macht: Seine Lieder funktionieren unabhängig vom Original, bleiben im Ohr, im Kopf und im Herzen. "26/70" ist eine Würdigung ohne Verklärung - und ein Beweis dafür, dass große Songs kein Verfallsdatum kennen.