Boris und Uniform mögen wie ein seltsames Gespann gewirkt haben, als sie sich 2019 für eine US-Tournee zusammentaten. Sicher, beide Bands nutzen die Kraft großer, explosiver Riffs, aber Boris' Rock-Heldentum, lysergische Ausbreitung und monolithischer Sludge beschwören eine andere Energie herauf als Uniforms mechanisierte Bombardements und rasende Angriffe. Als Boris jedoch Uniform einlud, als Teil ihrer Zugabe eine neu gestaltete Version ihres Klassikers „Akuma no Uta“ zu spielen, war die Chemie zwischen den Künstlern offensichtlich. Die Idee eines gemeinsamen Albums kam auf, und die Bands verbrachten das nächste Jahr damit, Songideen und Aufnahmen in ihren Heimstudios auszutauschen, bis Boris und Uniform ein Album hatten, das die furchtlose Erforschung und ungezügelte Kraft ihrer Live-Auftritte einfing. Sacred Bones Records ist stolz darauf, das gemeinsame Album Bright New Disease von Boris & Uniform zu präsentieren.
Bright New Disease beginnt mit der ersten Single „You're the Beginning“, einem wilden Thrash-Banger aus dem Boris-Lager. Von dort aus setzt das Album seinen unerbittlichen Angriff mit „Weaponized Grief“ fort, einem fiebrigen Mashup aus japanischem D-Beat und Boredoms' absichtlich unpassenden Klangtexturen. Es gibt keinen Moment, um die Trümmer zu sichten, bevor die Bands mit „No“ beginnen, einer bewussten Anspielung auf die japanische Hardcore-Hommage von Boris' 2020er Album NO. Entspannung kommt schließlich mit der eisigen Verstärkeranbetung von „The Look is a Flame", einem Song aus Boris' Feder, der Licht und Erlösung statt Düsternis und Grausamkeit beschwören soll. Verstärkt durch die kosmische Synthesizerarbeit von Randall Dunn und den ächzenden Bass von Steve Moore behält der Song das bedrohliche Timbre des Albums bei und deutet gleichzeitig die Möglichkeit der Erlösung an. Die Klangpalette des Albums wird in der zweiten Hälfte von Bright New Disease noch breiter, wie z. B. beim herausragenden Stück „Narcotic Shadow“. Mit Berdans modularen Synthesizer-Arpeggios, Boris' von Dark Wave/New Romantic inspiriertem Gesang und Greenbergs verzerrten Studiomanipulationen bietet der Song einen schäbigen und schwermütigen Kontrapunkt zu der ungezügelten Wut der ersten Hälfte des Albums. In ähnlicher Weise ist „A Man From the Earth“ weniger auf Katharsis als vielmehr auf eine düstere, tiefrote Interpretation von David Bowies Glam-Jahren fixiert. Aber diese Abweichungen dienen nur dazu, den Albumabschluss und die zweite Single „Not Surprised“ noch düsterer, qualvoller und erschütternder zu machen.
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Eine neue, spannende Band mit Nicholas DiSalvo (Elder, Delving) und Michael Risberg (Elder) sowie Ingwer Boysen und Ben Lubin. Ihr Debüt ist ein mühelos vielseitiges Album mit leicht psychedelischer Instrumentalmusik, die vor dem Hintergrund von Post-Corona entstanden ist.
Die Gruppe rekrutierte den in Berlin lebenden englischen Gitarristen Lubin und verbrachte eine Woche lang mit intensiven Songwriting im Keller einer alten Brauerei. Indem sie ihre unterschiedlichen musikalischen Interessen teilten und häufig die Instrumente wechselten, entstand schnell eine Reihe von Songs, die eine kollektive Liebe zur psychedelischen Musik der 60er und 70er Jahre, zu Krautrock, Jazz oder zu 20-minütigen Motorik-Beats zum Ausdruck brachten. Die Band machte sich auf ins Big Snuff Studio und innerhalb weniger Tage war 'Assemblage' geboren. Das Album ist Ausdruck völliger kreativer Freiheit von vier Künstlern, die Musik außerhalb der Projekte erforschen, für die sie bekannt sind. Der Beginn einer Zusammenarbeit mit Zukunft, denn die ersten Live-Termine von Weite sind bereits für dieses Jahr geplant.
MEANTIME das neue Album des kanadischen Songwriters Grant Davidson aka Slow Leaves, handelt vom Warten auf etwas Bedeutsames im Leben und davon, wie all die alltäglichen Dinge, die während des Wartens passieren, das eigentlich Bedeutsame ausmachen. Wenn man blinzelt, verpasst man es; wenn man zu viel nachdenkt, verpasst man es. Wenn man Glück hat, gibt es in der Zwischenzeit die Liebe und den Tod und nicht viel weniger. Das Album ist durchzogen von einer eleganten Erdigkeit, Meantime ist eine Sammlung von Folksongs, die mit paisleyfarbenen 1960er- und 70er-Jahre-Tönen verziert sind. Während die Musik eine Retro-Sensibilität aufweist, wird diese durch eine Unmittelbarkeit in den Texten ausgeglichen, die ihn fest in der heutigen Zeit verankert. Slow Leaves ist ein in sich geschlossenes Soloprojekt, bei dem Davidson jeden Aspekt der Musik und ihrer Präsentation kuratiert, einschließlich der Rolle des Multiinstrumentalisten, Produzenten, Coverdesigners, Fotografen und Videofilmers. Er betrachtet die Gesamtheit dieser verschiedenen Aspekte als wesentliche Teile eines größeren Projekts der Selbsterkenntnis durch künstlerische Methoden. Sein Folk- und Psych-Rock-Stil erinnert an ältere Songwriter wie Mickey Newbury, Nick Drake, Roky Erickson, Gene Clark und Neil Young. Aber sie leben auch in der Welt der modernen Klassiker wie Andy Shauf, Bonny "Prince" Billy, Bedouine, Big Thief und Bill Callahan. Seine seidige Stimme wurde schon mit Roy Orbison oder Bryan Ferry verglichen.
Georg Friedrich Händels Suiten für Tasteninstrument sind den meisten Konzertpianisten fremd. SeongJin Cho möchte mit seinem Album neues Licht auf diese gefühlvollen Werke der Barockmusik werfen.
Aufgenommen für Deutsche Grammophon hat er seine drei Favoriten von Händels Suiten, HWV 427, 430
und 433. Nachdem sich der Pianist jahrelang mit Musik aus späteren Epochen beschäftigt hatte, gelangten
Händels Tastenwerke in seinen Fokus, nicht zuletzt durch ihren Reichtum an musikalischen Einfällen und
melodischer Erfindung. „Für mich kommt Händels Musik von Herzen, die Menschen können ihr leicht
folgen“, sagt Cho. Er verzichtet möglichst auf das rechte Pedal in seiner Interpretation, modifiziert jedoch
einige der dynamischen Markierungen, um das Potenzial des modernen Flügels auszuschöpfen. Aber auch
der Einfluss Händels auf spätere Komponisten interessierte Cho, somit entschied er sich, auch Brahms’
schöpferische Antwort auf Händels Musik einzuspielen: Brahms hat seine virtuosen Händel-Variationen
innerhalb weniger Wochen zu Papier gebracht. Für Cho sind diese „die besten Variationen, die je geschrieben
wurden“. Das Album schließt mit zwei einzelnen Sätzen von Händel: Die Sarabande in B-Dur und das
Menuett in g-Moll – das Letztere in einer magischen Bearbeitung von Wilhelm Kempff. Cho wird mit dem
Repertoire seines Albums auf Tournee gehen - sie beginnt am 5. Februar 2023 in Hannover und führt weiter
nach Düsseldorf, Hamburg, Dortmund, London, Mailand, Berlin und Wien.
Ein zentrales Album für die heutige Zeit: hell, frei, unnachgiebig, optimistisch. Brain Worms ist das bisher vollste und makelloseste Album von RVG. Auf "Brain Worms" wird deutlich, dass die Band in bester Form ist. Der Album-Opener 'Common Ground' gibt den Ton an für das, was kommen wird; ein glänzendes, mitreißendes, schlagkräftiges Album mit allen geliebten RVG-Merkmalen. Vagers Stimme ist ungefiltert und souverän wie immer, wenn sie ihre cleveren, nicht ganz ironischen Texte vorträgt. Hier fühlen sich diese Texte jedoch viel weniger resigniert und sehnsüchtig an, sondern viel mehr trotzig und fröhlich. Tambourine" ist der einzige Covid-Song, den Vager schrieb, als sie "versuchte, keine Covid-Songs zu schreiben", und es ist ein schmerzhaft ehrliches Porträt der Trauer inmitten der Isolation. Brain Worms" erzählt die nur allzu bekannte Geschichte eines Menschen, der in den Kaninchenbau des Internets fällt und Trost in Verschwörungen findet. Nothing Really Changes" ist ein Keyboarder-lastiges New-Wave-Ding, während das abschließende "Tropic of Cancer" mit Vagers selbstbewusstem neuen Manifest glänzt: Ich weiß, wie ich bin, und ich weiß, wie ich werde. Wenn du denkst, ich bin seltsam, hast du noch nichts gesehen. Bloxham, Nolte und Wallace erwecken Vagers Songwriting mit Bravour zum Leben. Aufgenommen in den Londoner Snap Studios mit James Trevascus (Nick Cave & Warren Ellis, PJ Harvey), strotzen alle zehn Tracks vor üppigen Klängen, klaren Absichten und der Magie einer Akustikgitarre, die einst Kate Bush gehörte und die ihr von Tears for Fears geschenkt wurde (die, so die Legende, "Everybody Wants to Rule the World" darauf geschrieben hat). Die vier Bandmitglieder - Leadsänger und Gitarrist Vager, Gitarrist Reuben Bloxham, Schlagzeuger Marc Nolte und Bassist Isabele Wallace - sind so selbstbewusst wie noch nie bei RVG. Sie haben ihre Einflüsse hinter sich gelassen, sich selbst vorangetrieben und neue Dinge ausprobiert. Und sie haben ein Album gemacht, das sie nach allem, was sie sagen, als ihr bestes bezeichnen können. Brain Worms" fühlt sich an wie die Antithese zu dem, was eine Post-Pandemic-Platte leicht sein könnte. Für eine Band, die bereits Musik über das Zurückgezogensein schrieb, "wir waren deprimiert und gingen auf unseren ersten beiden Alben nicht nach draußen", gab die erzwungene Isolation und die Zeit zum Nachdenken Vager Raum, über alles zu schreiben, was sie wollte. Und es stellte sich heraus, dass sie bereit war, über Akzeptanz zu schreiben. "Wenn wir nur ein weiteres Album machen könnten, wäre es dieses", sagt Vager. Rolling Stone: "Eine Visitenkarte für Außenseiter... dynamischer und vitaler Post-Punk" The Guardian: "Eine der vitalsten Bands der australischen Szene von heute.
Red Vinyl
180 g, Side D etched, matte UV Poster, Trifold Jacket, red foil debossed "D"&"M", Poster
"Memento Mori" stellt Depeche Modes insgesamt 15. Studioalbum dar, während Gahan und Gore nach dem tragischen Tod von Bandmitgründer Andrew "Fletch" Fletcher im Jahr 2022 den ersten Longplayer in zweiköpfiger Besetzung vorlegen. Produziert von James Ford mit Unterstützung von Marta Salogni reifte "Memento Mori" während der Frühphase der weltweiten Covid-Pandemie heran; eine Periode, die auch einen thematischen Einfluss auf die Songs hatte. Die 12 Albumtracks schlagen die Brücke zwischen einer Vielzahl von Stimmungen und musikalischen Texturen - angefangen beim bedrohlichen Opener bis zur Auflösung am Schluss spannt sich das Gefühlsspektrum von Paranoia und Besessenheit bis hin zu psychischer Befreiung und Freude sowie zahllosen emotionalen Zwischentönen. Mit der Single "Ghosts Again" geht der Albumveröffentlichung von "Memento Mori" ein eindrucksvoller Vorbote voraus. Der Song stellt schon jetzt nicht weniger als einen lupenreinen Depeche Mode-Klassiker dar: Dave Gahans bilderstarke Lyrics wie "wasted feelings, broken meanings... a place to hide the tears we cry" verbinden sich über einem erhebenden, optimistischen Groove mit einer hypnotischen Gitarrenfigur von Martin Gore. "Für mich fängt `Ghosts Again` das perfekte Gleichgewicht zwischen Melancholie und Freude ein", so Gahan. "Es kommt nicht allzu oft vor, dass wir einen Song aufnehmen, den ich mir nicht nur immer und immer wieder anhören kann - ich freue mich auch riesig, ihn mit der Welt teilen zu dürfen", ergänzt Gore.
- A1: Revelations 2:34
- A2: Diamonds And Rust 5:19
- A3: Morning Star 7:34
- B1: Dust In The Wind 4:33
- B2: Hidden Secrets 6:05
- B3: Gone With The Wind 8:56
- C1: She's A Lady 4:04
- C2: Room With A View 4:12
- C3: Fly With Me 5:42
- C4: As Blind As A Fool Can Be 6:1
- D1: I Put A Spell On You 4:24
- D2: Beyond The Light 7:45
- D3: Quarantined 1 7:03
FÜR FANS VON: Whitesnake, Deep Purple, Rainbow, Scorpions, MSG, Gillan, Dio, Heaven & Hell
Balladen spielen in der Geschichte der Rockmusik eine ganz besondere Rolle. Einerseits dokumentieren sie die emotionale Seite des Genres und
zeigen, dass hinter (fast) jeder harten Rockerbrust ein weiches Herz schlägt. Zudem werden ruhigere Nummern auch in weniger Rock-affinen
Radiosendern gespielt – und von den Hörern für ihren gefühlsbetonten Tiefgang geliebt. Und drittens: Balladen sind in einer zunehmend hektischer
werdenden Welt oftmals kurze Momente des Innehaltens, des sich Besinnens auf die wesentlichen Dinge des Lebens. Kein Wunder also, dass die
Balladen-Compilations der Axel Rudi Pell Band ein absolutes Erfolgsmodell sind. Allein von ‚The Ballads I‘ (1993) bis ‚The Ballads V‘ (2017) sind weit
mehr als 250.000 Exemplare über den Ladentisch gegangen. Unter den aktuellen Top-10 der über Spotify meist gestreamten Pell-Songs befinden sich
allein neun (!) Balladen! Die Beweislast ist also erdrückend, wenn Fans des Bochumer Gitarristen und Songschreibers regelmäßig auf eine Fortsetzung
dieser Veröffentlichungsreihe drängen. Mit Erfolg: Am 21. April 2023 erscheint ‚The Ballads VI‘ als CD, Doppel-Vinyl-LP und digitaler Download, wie
gewohnt über Steamhammer/SPV und wie nicht anders zu erwarten mit kleinen Überraschungen. ‚The Ballads VI‘ ist somit nicht nur die neueste
Ausgabe der beliebten ARP-‚The Ballads‘-Serie, sondern auch der direkte Nachfolger des Studioalbums ‚Lost XXIII‘, das sich im April 2022 auf Platz 2
der deutschen Verkaufs-Charts platzieren konnte.
180 g, Side D etched, matte UV Poster, Trifold Jacket, red foil debossed "D"&"M", Poster
"Memento Mori" stellt Depeche Modes insgesamt 15. Studioalbum dar, während Gahan und Gore nach dem tragischen Tod von Bandmitgründer Andrew "Fletch" Fletcher im Jahr 2022 den ersten Longplayer in zweiköpfiger Besetzung vorlegen. Produziert von James Ford mit Unterstützung von Marta Salogni reifte "Memento Mori" während der Frühphase der weltweiten Covid-Pandemie heran; eine Periode, die auch einen thematischen Einfluss auf die Songs hatte. Die 12 Albumtracks schlagen die Brücke zwischen einer Vielzahl von Stimmungen und musikalischen Texturen - angefangen beim bedrohlichen Opener bis zur Auflösung am Schluss spannt sich das Gefühlsspektrum von Paranoia und Besessenheit bis hin zu psychischer Befreiung und Freude sowie zahllosen emotionalen Zwischentönen. Mit der Single "Ghosts Again" geht der Albumveröffentlichung von "Memento Mori" ein eindrucksvoller Vorbote voraus. Der Song stellt schon jetzt nicht weniger als einen lupenreinen Depeche Mode-Klassiker dar: Dave Gahans bilderstarke Lyrics wie "wasted feelings, broken meanings... a place to hide the tears we cry" verbinden sich über einem erhebenden, optimistischen Groove mit einer hypnotischen Gitarrenfigur von Martin Gore. "Für mich fängt `Ghosts Again` das perfekte Gleichgewicht zwischen Melancholie und Freude ein", so Gahan. "Es kommt nicht allzu oft vor, dass wir einen Song aufnehmen, den ich mir nicht nur immer und immer wieder anhören kann - ich freue mich auch riesig, ihn mit der Welt teilen zu dürfen", ergänzt Gore.
Wie alle drei vorherigen Alben der Band beruht auch dieses auf der konzeptionellen, ideellen und künstlerischen Verbindung zwischen der Musik von FESTLAND und der bildenden Kunst des Malers, Zeichners und Texters Fabian Weinecke, der im Jahr 2012 verstorben ist. Das Trio (DDFM, Thomas Geier, Yoshino) vertont die lyrischen Texte Weineckes in eigenen Kompositionen und nutzt seine Bilder und Zeichnungen zur Covergestaltung. Er ist somit als assoziiertes, viertes Mitglied der Band zu verstehen. "Hippies" wird als Doppelalbum (12"/Vinyl) erscheinen. Es wurde im Parka Sound Studio in Berlin Kreuzberg eingespielt und dort von Berend Intelmann (Paula, Jens Friebe) abgemischt. Norman Nitzsche (Whitest Boy Alive) besorgte das Mastering. Dem Album werden zwei Booklets mit Malerei und Zeichnungen aus den verschiedenen Schaffensphasen Fabian Weineckes beigelegt. Seit dessen Tod an den Folgen einer lebenslangen Mukoviszidose im Jahr 2012 spielen FESTLAND in reduzierter und elektroakustischer Instrumentierung. Zum musikalischen Kern gehört das repetitive und zahnradartig ineinandergreifende Spiel von Geige, Kontrabass und Schlagwerk. Im Zusammenhang mit den witzig-skurrilen, traurigen und poetischen Texten im mehr stimmigen zarten Gesang des Trios ist somit ein ganz eigensinniger musikalischer Kosmos entstanden. Die musikalische Referenz dafür bildet weniger ein klassisches als vielmehr ein popmusikalisches Repertoire, das in der elektronischen Musik von House, Techno und Dub zu verorten ist. Der Journalist Jens Uthoff schrieb in der taz über das dritte Album treffend, es klänge so, als "habe man Kraftwerk die Synthesizer weggenommen". Der Radiomoderator und DJ Klaus Fiehe (1 Live Fiehe, ByteFM) sprach von "Math-Folk".FESTLAND knüpfen konzeptuell nicht nur an elektronische Musik oder Krautrock der 1970er sondern auch an eine Phase avantgardistischer Popmusik und Malerei der 1980er Jahre an (etwa "Neue Wilde"), in denen Künstler*innen in beiden Welten von Musik und bildender Kunst gleichermaßen zu Hause gewesen sind.
Carlos Cipas neues Album in radikaler "Leisigkeit"
Erstaunlicherweise gibt es in unserer lärmenden Welt -
nicht nur in der deutschen Sprache - keinen Begriff für
das Gegenteil von "Lautheit". In Carlos Cipas fünftem
Album Ourselves, as we are geht es aber genau darum:
Der Pianist zelebriert auf seinem Instrument eine
"bewusste Innenschau", wie er es selbst nennt, "ein
Heranzoomen an das Objekt der Betrachtung, in diesem
Fall an sich selbst". Und dafür stellte er sich die Aufgabe:
so leise zu spielen wie möglich - eine radikale
"Leisigkeit"!
Das Ergebnis ist nichts weniger als die Entdeckung einer
neuen Klavierklangwelt. Carlos Cipa macht Leises hörbar,
Saitenklänge, Nebengeräusche seines Instruments, die
ohne technische Verstärkung kaum wahrzunehmen wären.
Orange Vinyl[24,16 €]
Wer liebt Belle and Sebastian nicht? Springt dein Herz auch jedes Mal, wenn du ihre Musik hörst? Hast du dich auch zum ersten Mal in Belle and Sebastian verliebt, als du "If You"re Feeling Sinister" auf Repeat gehört hast und hat dieser Song danach auch dein Leben verändert? Wenn du Belle and Sebastian liebst, war "A Bit of Previous" von 2022 ein kleines Geschenk für dich. Belle and Sebastian haben uns bereits eine Fülle von Klassikern geschenkt, so dass man angesichts des Outputs des letzten halben Jahrzehnts, verstreut über EPs, Soundtracks und ein Live-Album (das gleichzeitig eine Greatest Hits-Sammlung war), annehmen könnte, es sei nichts mehr im Tank und es sei an der Zeit, den Tourbus für ein paar Album-Jubiläumsshows anzuwerfen. Aber das wäre ein Irrtum. Wie sich herausstellte, verbrachte die Band die trostlosesten Zeiten der Pandemie miteinander, nutzte die Situation und die Einsamkeit für neue Musik. Sie verwandelten diese Energie in Freude und in einen Herzschmerz, der jeden Moment durchschimmert. Als Zentrum diente ein Raum, der früher eigentlich für den Versandhandel bestimmt war und nun die neue Kreativzelle der Band ist. Aufgenommen in denselben Sessions wie der Vorgänger "A Bit of Previous", fühlt sich das neue Album "Late Developers" nicht wie eine Sammlung von weniger guten Songs an, die nicht gut genug waren, um auf das auf das erste Album zu kommen. Vielmehr ist es ein Beweis für die ungezügelte Kreativität, die die Band während der Aufnahmen entfachte und die das letzte Album nun ergänzt. Während man in einer Album-Info gerne versucht Musik mit markigen Worten zu beschreiben, entzieht sich "Late Developers" den Genres und schwebt zwischen den Welten. Belle and Sebastian hatten schon immer ein Händchen dafür, Musik und Texte so zu kombinieren, dass sie die chaotische Welt der menschlichen Empfindungen perfekt einfangen - ein Soundtrack des Lebens. Und es gibt eine gewisse Leichtigkeit auf "Late Developers", die einen daran erinnert, dass man hier den Experten in Sachen Gefühlswelten zuhört. Stuart Murdoch ist einfach ein meisterhafter Beobachter und Geschichtenerzähler. Es ist bemerkenswert, dass eine Band mit einer derart langen Karriere Musik machen kann, die sich nicht nur unmittelbar anfühlt, sondern auch zwei aufeinanderfolgende Alben, die klingen, als wären Belle and Sebastian auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. "Late Developers" ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass Belle and Sebastian stets auf der Suche nach der perfekten Melodie sind, um uns immer wieder aufs Neue zu verzaubern und um klarzumachen, warum wir uns damals auf den ersten Blick in diese Band verliebt haben.
Black Vinyl[24,16 €]
Strictly Limited Orange Vinyl
Wer liebt Belle and Sebastian nicht? Springt dein Herz auch jedes Mal, wenn du ihre Musik hörst? Hast du dich auch zum ersten Mal in Belle and Sebastian verliebt, als du "If You"re Feeling Sinister" auf Repeat gehört hast und hat dieser Song danach auch dein Leben verändert? Wenn du Belle and Sebastian liebst, war "A Bit of Previous" von 2022 ein kleines Geschenk für dich. Belle and Sebastian haben uns bereits eine Fülle von Klassikern geschenkt, so dass man angesichts des Outputs des letzten halben Jahrzehnts, verstreut über EPs, Soundtracks und ein Live-Album (das gleichzeitig eine Greatest Hits-Sammlung war), annehmen könnte, es sei nichts mehr im Tank und es sei an der Zeit, den Tourbus für ein paar Album-Jubiläumsshows anzuwerfen. Aber das wäre ein Irrtum. Wie sich herausstellte, verbrachte die Band die trostlosesten Zeiten der Pandemie miteinander, nutzte die Situation und die Einsamkeit für neue Musik. Sie verwandelten diese Energie in Freude und in einen Herzschmerz, der jeden Moment durchschimmert. Als Zentrum diente ein Raum, der früher eigentlich für den Versandhandel bestimmt war und nun die neue Kreativzelle der Band ist. Aufgenommen in denselben Sessions wie der Vorgänger "A Bit of Previous", fühlt sich das neue Album "Late Developers" nicht wie eine Sammlung von weniger guten Songs an, die nicht gut genug waren, um auf das auf das erste Album zu kommen. Vielmehr ist es ein Beweis für die ungezügelte Kreativität, die die Band während der Aufnahmen entfachte und die das letzte Album nun ergänzt. Während man in einer Album-Info gerne versucht Musik mit markigen Worten zu beschreiben, entzieht sich "Late Developers" den Genres und schwebt zwischen den Welten. Belle and Sebastian hatten schon immer ein Händchen dafür, Musik und Texte so zu kombinieren, dass sie die chaotische Welt der menschlichen Empfindungen perfekt einfangen - ein Soundtrack des Lebens. Und es gibt eine gewisse Leichtigkeit auf "Late Developers", die einen daran erinnert, dass man hier den Experten in Sachen Gefühlswelten zuhört. Stuart Murdoch ist einfach ein meisterhafter Beobachter und Geschichtenerzähler. Es ist bemerkenswert, dass eine Band mit einer derart langen Karriere Musik machen kann, die sich nicht nur unmittelbar anfühlt, sondern auch zwei aufeinanderfolgende Alben, die klingen, als wären Belle and Sebastian auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. "Late Developers" ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass Belle and Sebastian stets auf der Suche nach der perfekten Melodie sind, um uns immer wieder aufs Neue zu verzaubern und um klarzumachen, warum wir uns damals auf den ersten Blick in diese Band verliebt haben.
Mit dreißig Jahren aktiven, schändlichen Dienstes unter ihren Gürteln sind NECROPHOBIC unbestrittene Legenden des Death- und Black-Metal-Undergrounds. Die 1989 von Schlagzeuger Joakim Sterner gegründete Band aus Stockholm vertrat von Anfang an eine einzigartige und furchtlose Vision und bestätigte ihr Können 1993 mit dem mittlerweile legendären Debütalbum The Nocturnal Silence. Indem sie den selbstbewussten Dilettantismus und die primitiven Klänge, die viele ihrer Kollegen schätzten, hinter sich ließen, schufen NECROPHOBIC eine kühne und lebendige eigene Identität und zauberten eine dicht melodische, aber unendlich verruchte Version von makabrem Extrem-Metal hervor, die seitdem von unzähligen weniger bekannten Bands nachgeahmt wurde. Mit 'Womb of Lilithu' veröffentlichen NECROPHOBIC ihr siebtes Album, das ursprünglich 2013 veröffentlicht wurde, neu. Die schwedischen Black-Death-Metal-Legenden legen dieses Album als letzte von insgesamt neun Wiederveröffentlichungen neu auf. Neben der ursprünglichen Albumversion aus dem Jahr 2013 enthält diese Wiederveröffentlichung zwei Live-Tracks als Bonus auf der D-Seite, die bisher noch nie veröffentlicht wurden. NECROPHOBIC zeigen sich auf 'Womb of Lilithu' von verschiedenen musikalischen Seiten und führen den Hörer durch ein tiefschwarzes Beschwörungsritual, begleitet von einer ausgewogenen Mischung aus Rohheit & Transparenz auch in Bezug auf die Produktion. 'Womb of Lilithu' ist wieder einmal ein wunderbares Werk schwarzer Death-Metal-Klangkunst aus Schweden. Wie schon die früheren Wiederveröffentlichungen 'Hrimthursum', 'Death To All' und 'Satanic Blasphemies' in diesem Jahr, wurde auch 'Womb Of Lilithu' von Dan Swanö im Unisound Studio remastered. Das Album wird erhältlich sein als Ltd. CD Jewelcase im Slipcase, Gatefold 180g Doppel-LP in schwarz mit 2-seitigem Einleger und einem doppelseitigen Poster im A2-Format sowie als Digitales Album.
Wie ein Schneesturm unter einer Glaskugel Im Herbst 2003 erschien bei dem amerikanischen Indie-Label File 13 Records Martin Revs mittlerweile sechstes Soloalbum. Nachdem Rev bereits 2002 zusammen mit seinem musikalischen Partner Alan Vega und ihrem gemeinsamen Projekt Suicide mit dem Album "American Supreme" neue Wege beschritten hatte, setze sich diese Neuausrichtung auch in seinen Soloarbeiten fort. Klang das 2000er Werk "Strangeworld" noch wie ein aus der Zeit herausgelöstes, abstraktes Komposite aller musikalischen Einflusswelten Martin Revs, scheinen auf dem drei Jahre später veröffentlichten Album "To Live" auch kontemporäre Einflüsse hörbar zu werden. So kommen hier erstmals Gitarren-Samples zum Einsatz. "Der Sound von "To Live" war eigentlich einer, den ich schon seit ein paar Jahren live auf der Bühne benutzte. Die Inspiration kam nicht aus den 2000er Jahren, sondern wahrscheinlich aus einer viel früheren Zeit, obwohl ich nicht genau sagen könnte, woher. Es hängt auch mit der Rhythmus-Technologie zusammen, die ich verwendet habe." erinnert sich Rev. Die Anmutung dieses Sequence-gesteuerten und für die späten 1990er Jahre so typischen Industrial-Rocks scheint - zumindest für ein Rev-Album - ungewohnt und so fielen die Kritiken beim Erscheinen der Platte 2003 zunächst sehr gemischt aus. Wie bereits Anfang der 1970er Jahre als Suicide für ihren neuartigen Sound gleichermaßen gehasst und gefeiert wurden, polarisierte Rev mit seiner Musik auch 30 Jahre später noch immer. Doch auch wenn jene Tracks auf "To Live" weniger von Synthesizer-Drones und minimalistischen Keyboardfiguren geprägt sind als die vorherigen Platten, so sind dennoch alle Stücke des Albums getrieben von jener eigentümliche Formsprache, die Martin Revs Sound so prägnant und unverkennbar macht. Verhallte, sich überlagernden RhythmusSchleifen durchzogen von Revs sporadisch einsetzendem, zärtlich wie bedrohlichem Sprechgesang wachsen zu einem heftigen Schneesturm unter einer Glaskugel an, in dem verchromtes Glitzer und goldenes Konfetti wie wild durcheinander gewirbelt werden. Besonders beeindruckend ist dies auf dem Track "Gutter Rock" gelungen, das wie ein übersteuertes, hypnotisch betörendes Stück Lounge-Exotika anmutet. Und es ist speziell dieser Sound der Gegenpole zwischen harten Drummachine- und Gitarrensalven und dem Ungreifbaren von Revs Stimme, in dem mitunter auch jene Stimmung und Verunsicherung zu Beginn des neuen Jahrtausends zu hören ist, die insbesondere in eine Stadt wie Revs Heimat New York beherrschte, die erst zwei Jahre zuvor von den Ereignissen des 11. Septembers 2001 erschüttert wurde. So ist "To Live" ein widerspruchsvolles und schwer zu verdauendes Werk, das als vor allem als Kind seiner Zeit und Transition innerhalb Martins Revs Gesamtwerk einen ganz besonderen Platz einnimmt.
m Jahr 2022 sind I'LL BE DAMNED wieder am Start. Bewaffnet mit einem konstanten Fluss an Inspiration aus einer verrückt gewordenen Welt,
st die dänische Band angepisst von Politik, Religion, den Medien und der Gesellschaft im Allgemeinen. Das neue Album Culture" ist besser
strukturiert als die Vorgängeralben, sowohl was das Riffing als auch das gesamte Songwriting betrifft. Und dank der brillanten Produktion - mit
freundlicher Genehmigung des Produzenten Tue Madsen und seiner Antfarm Studios - hat der nordische Fünfer endlich das Potenzial erreicht,
das er auf seinen beiden Vorgängeralben und bei seinen explosiven Live-Auftritten versprochen hat.
Mit zwei neuen Mitgliedern, Anders Gyldenøhr (ex-Grope, ex-Hatesphere) am Schlagzeug und Mark Damgaard am Gesang, sind I'll Be Damned
musikalisch gereift, was zu einer ernsthafteren Herangehensweise an den Schreibprozess geführt hat. Dies zeigt sich in einem Album - nach "Road
To Disorder" (2018) und "I'll Be Damned" (2017) - mit weniger Humor, dunkleren und aggressiveren Riffs, gefolgt von explosivem Gesang und
Texten, die eher Themen wie Wut, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit als Sarkasmus und Ironie beinhalten. Die Thematik von "Culture" dreht
sich jedoch immer noch um den Hass auf Religion und Politik, aber auch um neuere Formen extremer kultureller Unterschiede.
Mit Einflüssen von Clutch, Down und Rage Against The Machine im Rücken vereinen I'll Be Damned einen kraftvollen, aber dennoch melodischen
und groovigen Schlag ins Gesicht mit lyrischer Schärfe und verbindenden Parolen - mit Haltung.
White Vinyl[30,21 €]
Die Veröffentlichung von HOME.S., dem einzigen existierenden, bisher unveröffentlichten Soloalbum des Pianisten
Esbjörn Svensson, ist nichts weniger als eine Sensation. Die
Aufnahmen wurden in Svenssons schwedischem Haus
gemacht - nur wenige Wochen vor seinem tragischen Tod
am 14. Juni 2008, wonach sie fast zehn Jahre lang unentdeckt auf einer Festplatte im persönlichen Archiv seiner
Frau Eva Svensson ruhten. HOME.S. besteht aus neun
Klaviersongs, die aus einer Kombination von niedergeschriebenen Fragmenten und Svenssons einzigartigem, melodischem Improvisationsstil bestehen. Von Herzen kommend,
gefühlvoll und zutiefst persönlich. Eine "über die Grenze
geschmuƽelte Botschaft, getragen von Liebe, Raum, Zeit
und nie endender kreativer Kraft." (Eva Svensson) Es gibt in
jeder Musik Figuren, die mit ihren Werken ein Genre als
Ganzes beeinfl ussen. Im Jazz trifft dies zweifellos auf
Esbjörn Svensson zu.
Splatter Vinyl[25,59 €]
Nach dem massiven Erfolg von "Foreverglade" im Jahr 2021 rührt sich der Sumpfin Florida wieder - WORM beschwören ihren nächsten Output herauf: "Bluenothing", ein 26-minütiges Mini-Album mit 4 Tracks ist ein ominöses nächtliches Klagelied, das zeigt, wo die sich ständig weiterentwickelnden Nebelbewohner schon waren und in welche fernen Gefilde sie sich noch wagen werden.
Die A-Seite von "Bluenothing" enthält zwei Tracks aus den mythischen "Foreverglade"-Sessions, die bisher in der Krypta eingeschlossen blieben, aber nicht weniger meisterhaft sind als die sechs Tracks des Albums. Der Titeltrack "Bluenothing" sollte einst den Abschluss des Albums "Foreverglade" bilden, und all die erdrückende Wucht und die geheimnisvolle Anziehungskraft, die dieses Werk zu einem neuen Klassiker machten, sind auch in diesen beiden Tracks enthalten. Dennoch haben diese Songs durch den neuen Gitarristen Wroth Septentrion (Atramentus, VoidCeremony, Chthe-ilist, Hulder live) eine weitere, nekromantische Klangdimension hinzugewonnen.
Die B-Seite offenbart eine andere, aber komplementäre stilistische Richtung, die in früheren Inkarnationen angedeutet wurde und nun voll und ganz verwirklicht wird - die geheimen Dimensionen und die unergründliche Dunkelheit der verhüllten Mysterien des Black Metal. "Invoking the Dragonmoon" ist ein rituelles Tor, das sich in diese obskure Galaxie öffnet, während "Shadowside Kingdom" die Ankunft in der abgelegenen Dämmerungsfestung am Rande der Schwärze bezeichnet, wo Phantom Slaughter's tyrannisch-himmlische Nekromantie ungestört von sterblicher Unruhe gedeihen kann und Axtschwinger Nihilistic Manifesto tausendende von Türme dunkel kaskadierender Melodien bastelt. Einfach einer der besten symphonischen Black Metal-Tracks seit dem Höhepunkt des Stils Ende der 90er Jahre.
Black Vinyl[24,33 €]
Nach dem massiven Erfolg von "Foreverglade" im Jahr 2021 rührt sich der Sumpfin Florida wieder - WORM beschwören ihren nächsten Output herauf: "Bluenothing", ein 26-minütiges Mini-Album mit 4 Tracks ist ein ominöses nächtliches Klagelied, das zeigt, wo die sich ständig weiterentwickelnden Nebelbewohner schon waren und in welche fernen Gefilde sie sich noch wagen werden.
Die A-Seite von "Bluenothing" enthält zwei Tracks aus den mythischen "Foreverglade"-Sessions, die bisher in der Krypta eingeschlossen blieben, aber nicht weniger meisterhaft sind als die sechs Tracks des Albums. Der Titeltrack "Bluenothing" sollte einst den Abschluss des Albums "Foreverglade" bilden, und all die erdrückende Wucht und die geheimnisvolle Anziehungskraft, die dieses Werk zu einem neuen Klassiker machten, sind auch in diesen beiden Tracks enthalten. Dennoch haben diese Songs durch den neuen Gitarristen Wroth Septentrion (Atramentus, VoidCeremony, Chthe-ilist, Hulder live) eine weitere, nekromantische Klangdimension hinzugewonnen.
Die B-Seite offenbart eine andere, aber komplementäre stilistische Richtung, die in früheren Inkarnationen angedeutet wurde und nun voll und ganz verwirklicht wird - die geheimen Dimensionen und die unergründliche Dunkelheit der verhüllten Mysterien des Black Metal. "Invoking the Dragonmoon" ist ein rituelles Tor, das sich in diese obskure Galaxie öffnet, während "Shadowside Kingdom" die Ankunft in der abgelegenen Dämmerungsfestung am Rande der Schwärze bezeichnet, wo Phantom Slaughter's tyrannisch-himmlische Nekromantie ungestört von sterblicher Unruhe gedeihen kann und Axtschwinger Nihilistic Manifesto tausendende von Türme dunkel kaskadierender Melodien bastelt. Einfach einer der besten symphonischen Black Metal-Tracks seit dem Höhepunkt des Stils Ende der 90er Jahre.
Während 13 YEAR CICADA ihre ersten beiden Alben auf den Punkt geprobt und innerhalb einer Woche aufgenommen haben, erlaubte das dritte Album HAHA GRAVITY einen sanfteren kreativen Prozess, bei dem zwischen Aufnahme, Schreiben und Überdenken hin und her gewechselt wurde. Das Verfassen von Texten und Themen auf dem Album wurde zu einem kollektiven Prozess, der sich um die Umverteilung von Reichtum und den Widerstand gegen die Machtkonzentration dreht. GTA und Klassenkampf, an einem Ort leben und vertrieben werden, die Trickle-Down-Ideologie und die Arbeit in einem Restaurant sind alle miteinander verbunden. Zu Hause zu bleiben und während der Pandemie zu lesen, hat ihnen gut getan. 13YC wollen Teil des großen Kampfes sein. Es gibt kein "Ende der Geschichte" - die Zukunft wird anders aussehen. Das Bestreben, radikale Träume zu verwirklichen, braucht heute phantasievolle, mitreißende Musik. Alle drei Musiker/Innen von 13 YC haben einen Jazz-Hintergrund, dem sie schon früh in ihrer Karriere entkommen sind - nicht, weil sie das Genre nicht lieben, sondern weil es ihnen wichtig erschien, Teil einer weniger elitären und mehr DIY-Szene zu werden (ok, manchmal machen Moshpits auch einfach mehr Spaß als Stühle) . haha gravity" wird ihr drittes Studioalbum sein, das in einer Dreieckskooperation zwischen Gandula, tomatenplatten und Blaublau Records erscheint.
Mit ihrem unterhaltsam-bewegenden Rock‘n‘Roll Stil, gepaart mit sozial- und gesellschaftsreflektierenden Texten, inspiriert von Größen wie z.B. Dylan, den Rolling Stones oder Bruce Springsteen, revolutionierte die Kölschrockband BAP in den 70er Jahren die deutsche Musikszene und begeistert seitdem Fans und Kritiker, was sie schließlich zu einer der erfolgreichsten deutschen Rock-Gruppen machte.
Letztes Jahr gab die legendäre Band zur Feier des 40. Jubiläums ihres ersten Albums, den Startschuss für die Veröffentlichung ihrer BAP VINYL-Reihe. Jetzt erscheint der zweite Teil der beliebten Serie und
verspricht nicht weniger Unterhaltung, ganz im Gegenteil. Die BAP VINYL VOL. 2-Reihe präsentiert die gefeierten BAP Alben der 90er Jahre. Enthalten sind diesmal die erfolgreichen Alben: X für e’U (1990),Pik Sibbe (1993), Amerika (1996), Comics & Pin-Ups, sowie Tonfilm (beide 1999).




















