- A1: Die Bühne ist angerichtet
- A2: Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne
- A3: Rätselhaftes Bielefeld
- A4: Satellit City Fighter
- A5: Der Teufel ist los
- B1: Sister King Kong
- B2: Jenny
- B3: Meine erste Liebe
- B4: Udo on the Rocks
- B5: Rock´n Roll Arena in Jena
Sister King Kong - das sechste Studioalbum von Udo Lindenberg und dem Panik-Orchester - wurde am 15. Oktober 1976 veröffentlicht und feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Es erreichte Platz 8 der deutschen Album-Charts und hat Goldstatus mit über 250.000 verkauften Einheiten allein in Deutschland. Das Album gilt als ambitioniertes Konzeptwerk und verarbeitet auf ironische, melancholische und oft selbstironische Weise die Erlebnisse, Absurditäten und den emotionalen Blues eines alternden Rockstars und des Tourlebens.
Udo Lindenberg zeigt sich erneut als Chronist des damaligen Zeitgeists. Musikalisch balanciert Sister King Kong perfekt zwischen druckvollem Hardrock, orchestralem Pomp und zarten, tiefgründigen Balladen. Für die Aufnahmen wurden Udo Lindenberg und das Panik-Orchester (Gottfried Böttger: Piano, Jean-Jacques Kravetz: Keyboards / Synthesizer, Bertram Engel: Schlagzeug, Thomas Kretschmer & Paul Vincent: Gitarren & Steffi Stephan: Bass) u.a. von profilierten Gastmusikern der damaligen deutschen Krautrock-, Jazz- und Pop-Szene unterstützt: Curt Cress: Schlagzeug, Dave King: Bass, Olaf „Kicher“ Kübler: Saxophon, Ulla Meinecke & Jutta Weinhold: Gesang.
Das Album ist ein kühner Spagat zwischen Pomp und Panik, zwischen Tiefgang und purem Klamauk - ein Meilenstein des „Deutschrock". Schon der Opener Die Bühne ist angerichtet bricht mit allen Erwartungen. Was als schwermütige, fast intime Ballade beginnt, explodiert durch das monumentale Arrangement des Panik-Orchesters in ein furioses Pomp-Rock-Spektakel. Songs wie der Titelsong Sister King Kong (eine humorvolle Nummer über eine gigantische Catcherin) oder Satellit City Fighter experimentieren mit Funk-Elementen, während das jazzige Saxophon von Olaf Kübler immer wieder für schummrige Club-Atmosphäre sorgt. Weitere herausragende Titel sind die humorvolle Hymne Rätselhaftes Bielefeld (Udo erschafft ganz nebenbei einen zeitlosen Running-Gag) sowie die gesellschaftskritischen Stücke Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne (Udo knöpft sich die bürgerliche Doppelmoral vor) und Rock ’n’ Roll Arena in Jena.
Der emotionale Höhepunkt der Platte ist zweifelsohne Meine erste Liebe. Das über sechs Minuten lange Duett mit einer damals noch am Anfang ihrer Karriere stehenden Ulla Meinecke fängt den bittersüßen Schmerz verflossener Jugendtage so authentisch ein wie kaum ein anderes deutschsprachiges Lied dieser Dekade.
Sister King Kong transportiert perfekt das Lebensgefühl der späten 1970er Jahre in Deutschland. Es ist kein glattgebügeltes Pop-Album, sondern eine raue, ehrliche und mutige Rock-Revue. Die Platte verbindet orchestrale Größe nahtlos mit rotzigem Garagen-Rock. Dank einer bis in die Fingerspitzen motivierten Studiobesetzung und Lindenbergs unfehlbarem Gespür für Melodie und Sprache bleibt das Album ein zeitloser Klassiker.
expected to be published on 27 Nov



























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